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AS 2001 2974

Verordnung über die Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2002 und 2003

Verordnung über die Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2002 und 2003

vom 7. November 2001

Der Schweizerische Bundesrat, gestützt auf die Artikel 2–4 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 19591 über den Finanzausgleich unter den Kantonen, verordnet:

Art. 1 Masszahlen Der Schlüssel für die Bemessung der Finanzkraft der Kantone besteht aus folgenden vier Masszahlen: I. Volkseinkommen: Volkseinkommen der Kantone je Einwohner. II. Steuerkraft: Mit dem Index der Gesamtsteuerbelastung gewichtete Steuereinnahmen der Kantone und Gemeinden je Einwohner. III. Steuerbelastung: Index der Belastung durch sämtliche Kantons- und Gemeindesteuern mit Berücksichtigung der Erträge der Nebensteuern (Liegenschaftssteuern, Erbschafts- und Schenkungssteuern, Handänderungssteuern) und der teuerungsbedingten Veränderungen der Einkom- men im umgekehrten Verhältnis (Umkehrung der Vorzeichen bei den Differenzen zum Landesmittel). IV. Berggebiet: Mittel aus dem Prozentanteil der nicht im Berggebiet liegenden Kulturfläche an der gesamten Kulturfläche und der Einwohnerzahl je Quadratkilometer Gesamt- fläche ohne Öd- und Unland, Seen und Flüsse; bei der Bevölkerungsdichte werden über dem Landesmittel liegende Indexzahlen auf 100 festgesetzt.

SR 613.11 1 SR 613.1

2974 2001-2354

Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2002 und 2003 AS 2001

Art. 2 Statistische Unterlagen Zur Ermittlung der einzelnen Masszahlen dienen die folgenden statistischen Unter- lagen: a. die Volkseinkommen der Kantone 1998 und 1999 gemäss Volkswirtschaftli- cher Gesamtrechnung; b. die Steuereinnahmen der Kantone und Gemeinden im Durchschnitt der Jahre

1998 und 1999 gemäss der Statistik «Öffentliche Finanzen der Schweiz»,

unter Berücksichtigung der Grenzgängerbesteuerung; c. die Steuerbelastung im Mittel der Jahre 1997–2000 gemäss der Steuerbela- stungsstatistik; d. die Gesamtfläche ohne Öd- und Unland sowie ohne Seen und Flüsse gemäss der Arealstatistik der Schweiz; e. die Kulturfläche im Berggebiet gemäss Landwirtschaftszählung 1999; f. die Daten über die mittlere Wohnbevölkerung der Kantone des betreffenden Jahres.

Art. 3 Berechnungsmethode

1 Jede Masszahl wird in eine Indexreihe umgerechnet, wobei das schweizerische

Mittel auf 100 festgesetzt wird. 2 Die Indexreihen werden so umgerechnet, dass die kleinste Zahl 70 beträgt. Dabei gilt folgende Formel: (Index – 100) × ––––––––––––––– + 100.

100 – kleinste Zahl

3 Aufgrund der vier Indexreihen wird das gewogene Mittel berechnet. Die Mass-

zahlen 1 und 2 werden mit dem Faktor 1,5, die Masszahlen 3 und 4 mit dem Fak- tor 1 gewichtet.

4 Das gewogene Mittel wird mit einem Streckungsfaktor 2,7 aufgrund folgender

Formel auf den Index der Finanzkraft umgerechnet: Index der Finanzkraft = 100 + [(gewogenes Mittel – 100) x 2,7].

5 Der Streckungsfaktor 2,7 bleibt über die nachfolgenden Finanzkraftperioden hin

konstant, sofern weder an den Masszahlen noch an deren Gewichtung Änderungen vorgenommen werden.

6 Der Index der Finanzkraft beträgt im Minimum 30.

Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2002 und 2003 AS 2001

Art. 4 Indexzahlen Gestützt auf die Artikel 1–3 ergeben sich gemäss der Tabelle im Anhang für die Fi- nanzkraft der einzelnen Kantone folgende Indexzahlen:

Zug 216 Tessin 82 Basel-Stadt 173 St. Gallen 80 Zürich 160 Graubünden 77 Genf 141 Luzern 67 Nidwalden 129 Uri 64 Basel-Landschaft 120 Appenzell A.Rh. 63 Schwyz 112 Appenzell I.Rh. 62 Schaffhausen 107 Bern 57 Aargau 97 Neuenburg 55 Waadt 94 Freiburg 51 Thurgau 83 Obwalden 35 Solothurn 82 Jura 34 Glarus 82 Wallis 30

Art. 5 Einteilung der Kantone in Gruppen In Anwendung von Artikel 4 der Verordnung vom 21. Dezember 19732 über die Abstufung der Bundesbeiträge nach der Finanzkraft der Kantone ergibt sich auf- grund der Indexzahlen folgende Einteilung der Kantone nach ihrer Finanzkraft in drei Gruppen: Finanzstarke Kantone: Zug, Basel-Stadt, Zürich, Genf, Nidwalden, Basel-Landschaft (6) Mittelstarke Kantone: Schwyz, Schaffhausen, Aargau, Waadt, Thurgau, Solothurn, Glarus, Tessin, St. Gallen, Graubünden, Luzern, Uri, Appenzell A.Rh., Appenzell I.Rh. (14) Finanzschwache Kantone: Bern, Neuenburg, Freiburg, Obwalden, Jura, Wallis (6)

Art. 6 Übergangsbestimmungen

1 Bei Finanzhilfen und Abgeltungen sind für die Anwendung der Finanzkraft die

Bestimmungen des Bundesgesetzes vom 5. Oktober 19903 über Finanzhilfen und Abgeltungen sowie jene der Spezialgesetzgebung massgebend.

2 Die Bestimmungen dieser Verordnung finden erstmals Anwendung für die Vertei-

lung der Kantonsanteile an Bundeseinnahmen des Jahres 2002.

3 Die Bestimmungen dieser Verordnung gelten erstmals für die Berechnung der

Beiträge der Kantone an die Alters- und Hinterlassenenversicherung sowie an die Invalidenversicherung des Jahres 2002.

2 SR 613.12 3 SR 616.1

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Art. 7 Inkrafttreten Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2002 in Kraft.

7. November 2001 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Der Bundespräsident: Moritz Leuenberger Die Bundeskanzlerin: Annemarie Huber-Hotz

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Anhang Festsetzung der Finanzkraft der Kantone für die Jahre 2002 und 2003 (Art. 4)

Kantone Masszahl 1 Masszahl 2 Masszahl 3 Masszahl 4 Gewogenes Mittel Gesamtindex Volkseinkommen 1998/99 Steuerkraft 1998/99 Steuerbelastung 1997–00 Berggebiet nach Umrechnung des kl. Zahl 70 kl. Zahl 70 kl. Zahl 70 kl. Zahl 70 gewogenen Mittels Gewicht 1,5 Gewicht 1,5 Gewicht 1 Gewicht 1 mit Streckungsfaktor 2,7

Zürich 126.85 128.71 119.12 108.95 122.28 160 Bern 84.02 81.49 78.26 94.05 84.12 57 Luzern 83.95 82.66 85.96 102.12 87.60 67 Uri 87.41 76.55 113.04 73.55 86.51 64 Schwyz 107.18 101.06 124.28 85.67 104.46 112 Obwalden 70.00 70.00 92.67 76.83 75.90 35 Nidwalden 117.67 106.73 132.39 84.12 110.62 129 Glarus 112.94 81.96 97.77 77.16 93.46 82 Zug 153.67 161.80 145.36 96.70 143.05 216 Freiburg 80.70 77.51 75.34 97.09 81.95 51 Solothurn 88.13 85.53 102.96 103.42 93.37 82 Basel-Stadt 160.63 128.80 89.37 111.03 126.91 173 Basel-Landschaft 107.15 107.77 109.17 105.37 107.39 120 Schaffhausen 104.85 92.65 105.25 111.03 102.51 107 Appenzell A.Rh. 85.57 84.55 94.09 82.03 86.26 63 Appenzell I.Rh. 85.74 79.34 111.06 71.33 86.00 62 St. Gallen 86.10 90.21 99.38 98.73 92.52 80 Graubünden 90.19 96.80 106.54 70.00 91.40 77 Aargau 96.92 88.16 106.96 110.43 99.00 97 Thurgau 85.51 86.97 99.22 110.40 93.67 83

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Kantone Masszahl 1 Masszahl 2 Masszahl 3 Masszahl 4 Gewogenes Mittel Gesamtindex Volkseinkommen 1998/99 Steuerkraft 1998/99 Steuerbelastung 1997–00 Berggebiet nach Umrechnung des kl. Zahl 70 kl. Zahl 70 kl. Zahl 70 kl. Zahl 70 gewogenen Mittels Gewicht 1,5 Gewicht 1,5 Gewicht 1 Gewicht 1 mit Streckungsfaktor 2,7

Tessin 84.40 102.48 99.78 86.06 93.23 82 Waadt 98.93 98.96 86.12 106.22 97.83 94 Wallis 75.03 70.35 70.00 81.40 73.90 30 Neuenburg 86.06 83.39 74.29 88.56 83.40 55 Genf 115.57 135.68 87.46 111.08 115.08 141 Jura 71.36 75.83 72.22 84.98 75.60 34 Schweiz 100.00 100.00 100.00 100.00 100.00 100