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AS 2007 6167

Verordnung über die Koordination der Inspektionen auf Landwirtschaftsbetrieben

Verordnung über die Koordination der Inspektionen auf Landwirtschaftsbetrieben (Inspektionskoordinationsverordnung, VKIL)

vom 14. November 2007

Der Schweizerische Bundesrat, gestützt auf Artikel 32 Absatz 3 des Tierschutzgesetzes vom 16. Dezember 20051, auf Artikel 44 des Heilmittelgesetzes vom 15. Dezember 20002, auf Artikel 36 Absatz 5 des Lebensmittelgesetzes vom 9. Oktober 19923, auf die Artikel 177, 181 Absatz 1bis, 185 Absätze 5 und 6 des Landwirtschafts- gesetzes vom 29. April 19984 und auf Artikel 57 Absatz 3 Buchstabe c des Tierseuchengesetzes vom 1. Juli 19665, verordnet:

Art. 1 Geltungsbereich

1 Diese Verordnung gilt für Inspektionen nach den folgenden Verordnungen:

a. Tierschutzverordnung vom 27. Mai 19816; b. Tierarzneimittelverordnung vom 18. August 20047; c. Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 19988; d. Direktzahlungsverordnung vom 7. Dezember 19989; e. Sömmerungsbeitragsverordnung vom 14. November 200710; f. Ackerbaubeitragsverordnung vom 7. Dezember 199811; g. Bio-Verordnung vom 22. September 199712; h. Verordnung vom 23. November 200513 über die Primärproduktion; i. Milchqualitätsverordnung vom 23. November 200514;

SR 910.15

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j. Verordnung des EVD vom 23. November 200515 über die Hygiene bei der Milchproduktion; k. Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 199516; l. TVD-Verordnung vom 23. November 200517.

2 Sie gilt für Inspektionen:

a. auf Betrieben, die nach Artikel 3 Absatz 3 der Verordnung vom 23. November 2005 über die Primärproduktion registriert sind; b. der Aufzucht, des Anbaus, der Erzeugung und des Erntens von Primär- produkten; c. des Melkens, der Aufzucht und der Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere vor dem Schlachten; d. der Bestimmungen im Geltungsbereich der Verordnungen nach Artikel 1, welche die Anwesenheit des Bewirtschafters oder der Bewirtschafterin erfordern.

Art. 2 Inspektionsfrequenz

1 Die Kantone müssen ihre Inspektionen so koordinieren, dass landwirtschaftliche

Betriebe in der Regel nicht mehr als einmal pro Jahr, Biobetriebe nicht mehr als zweimal pro Jahr inspiziert werden.

2 Häufigere Inspektionen können insbesondere vorgenommen werden:

a. auf Betrieben, auf denen in der vorangehenden Inspektion Mängel festge- stellt wurden; b. auf Betrieben, bei denen ein begründeter Verdacht auf Nichteinhaltung von Vorschriften besteht; c. auf Betrieben, bei denen wesentliche betriebliche Änderungen stattgefunden haben; d. aufgrund ausserordentlicher Ereignisse wie Krankheiten oder Seuchen.

3 Der Abstand zwischen zwei Inspektionen darf höchstens betragen:

a. 4 Jahre bei Inspektionen nach der Tierschutzverordnung vom 27. Mai 198118, der Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 199819, der Direkt- zahlungsverordnung vom 7. Dezember 199820 (ökologischer Leistungs- nachweis, Öko- und Ethobeiträge), der Ackerbaubeitragsverordnung vom 7. Dezember 199821, der Verordnung vom 23. November 200522 über die

15 SR 916.351.021.1 16 SR 916.401 17 SR 916.404 18 SR 455.1 19 SR 814.201 20 SR 910.13; AS 2007 6117 21 SR 910.17; AS 2007 6175 22 SR 916.020

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Primärproduktion, der Verordnung des EVD vom 23. November 200523 über die Hygiene bei der Milchproduktion; b. 12 Jahre bei Inspektionen nach der Tierarzneimittelverordnung vom 18. August 200424, der Direktzahlungsverordnung vom 7. Dezember 1998 (Strukturdaten), der Sömmerungsbeitragsverordnung vom 14. November 200725, der Milchqualitätsverordnung vom 23. November 200526, der Tier- seuchenverordnung vom 27. Juni 199527 und der TVD-Verordnung vom 23. November 200528.

4 Bis zum 31. Dezember 2009 werden jährlich mindestens 2 Prozent der Betriebe

stichprobenweise überprüft. Ab dem 1. Januar 2010 werden jährlich mindestens

2 Prozent der Betriebe risikobasiert überprüft.

Art. 3 Inspektionsqualität und -anerkennung 1 Privatrechtliche Inspektionsstellen müssen für ihre Tätigkeit nach Artikel 1 der europäischen Norm ISO/IEC 1702029 «Allgemeine Kriterien für den Betrieb ver- schiedener Typen von Stellen, die Inspektionen durchführen» und der Akkreditie- rungs- und Bezeichnungsverordnung vom 17. Juni 199630 akkreditiert sein. 2 Die Inspektionsresultate einer Inspektionsstelle sind für alle für den Vollzug zuständigen Behörden verbindlich. Die zuständigen Behörden überprüfen die Auf- tragserledigung der von ihnen beigezogenen privatrechtlichen Inspektionsstellen.

3 Die Vollzugsorgane melden Mängel, die unabhängig vom Inspektionsgegenstand

festgestellt werden, anderen betroffenen Stellen sowie der Inspektionsstelle weiter. Die Vollzugsorgane und die Inspektionsstellen ziehen die Konsequenzen aus der Feststellung.

Art. 4 Aufgaben der Kantone

1 Der Kanton bezeichnet eine Koordinationsstelle für die Inspektionen nach Arti-

kel 1. 2 Die Koordinationsstelle bestimmt die zu inspizierenden Betriebe und Inspektions- bereiche. Sie führt eine Liste der für den Vollzug der Inspektionen nach Artikel 1 verantwortlichen Personen und übermittelt die Liste jährlich dem Bundesamt für Landwirtschaft, dem Bundesamt für Veterinärwesen, dem Bundesamt für Umwelt und dem Bundesamt für Gesundheit.

23 SR 916.351.021.1 24 SR 812.212.27 25 SR 910.133; AS 2007 6139 26 SR 916.351.0 27 SR 916.401 28 SR 916.404

29 Der Text dieser Norm kann bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung,

Bürglistrasse 29, 8400 Winterthur (www.snv.ch), Telefon: 052 224 54 82, Fax: 052 224 54 74, E-Mail: verkauf@snv.ch bezogen werden. 30 SR 946.512

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3 Die Kantone erfassen die Daten der inspizierten Betriebe, die Inspektionsresultate, die verhängten Verwaltungsmassnahmen sowie Daten zur Kürzung oder Verweige- rung von Beiträgen in einem vom Bund unter Mitwirkung der Kantone betriebenen umfassenden, standardisierten und gemeinsamen Informationssystem.

Art. 5 Aufgaben des Bundes

1 Das Bundesamt für Landwirtschaft unterstützt und überwacht die Umsetzung

dieser Verordnung in Koordination mit dem Bundesamt für Veterinärwesen, dem Bundesamt für Umwelt, dem Bundesamt für Gesundheit und der Bundeseinheit für die Lebensmittelkette. 2 Der Bund stellt die Daten von öffentlich-rechtlichen Inspektionen für privatrecht- liche Inspektionen zur Verfügung. 3 Der Bund legt die Anforderungen an Inhalt, Betrieb und Qualität des Informations- systems gemäss Artikel 4 Absatz 3 fest und regelt die Bedingungen für den Zugang und die Verwendung. Er betreibt das Informationssystem unter Mitwirkung der Kantone.

Art. 6 Änderung bisherigen Rechts Die Änderung bisherigen Rechts wird im Anhang geregelt.

Art. 7 Inkrafttreten 1 Diese Verordnung tritt unter Vorbehalt der Absätze 2 und 3 am 1. Januar 2008 in Kraft.

2 Artikel 4 Absatz 3 tritt am 1. Januar 2009 in Kraft.

3 Artikel 3 Absatz 1 tritt am 1. Januar 2010 in Kraft.

14. November 2007 Im Namen des Schweizerischen Bundesrates Die Bundespräsidentin: Micheline Calmy-Rey Die Bundeskanzlerin: Annemarie Huber-Hotz

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Anhang (Art. 6)

Änderung bisherigen Rechts

Die nachstehenden Verordnungen werden wie folgt geändert:

1. Tierseuchenverordnung vom 27. Juni 199531

Art. 292a Amtstierärztliche Inspektionen in Betrieben mit Nutztierhaltung 1 Die Inspektionsfrequenz der amtstierärztlichen Inspektionen richtet sich nach der Inspektionskoordinationsverordnung vom 14. November 200732.

2 Die Kantone können zur Inspektion Stellen beiziehen, die nach der europäischen

Norm ISO/IEC 1702033 «Allgemeine Kriterien für den Betrieb verschiedener Typen von Stellen, die Inspektionen durchführen» und der Akkreditierungs- und Bezeich- nungsverordnung vom 17. Juni 199634 akkreditiert sind. 3 Das Bundesamt für Veterinärwesen erlässt zu den amtstierärztlichen Inspektionen in Betrieben mit Nutztierhaltung Vorschriften technischer Art.

2. Milchqualitätsverordnung vom 23. November 200535

Art. 12 Abs. 4 und 5 4 Die Inspektionsfrequenz richtet sich nach der Inspektionskoordinationsverordnung vom 14. November 200736.

5 Die Kantone können zur Inspektion Stellen beiziehen, die nach der europäischen

Norm ISO/IEC 1702037 «Allgemeine Kriterien für den Betrieb verschiedener Typen von Stellen, die Inspektionen durchführen» und der Akkreditierungs- und Bezeich- nungsverordnung vom 17. Juni 199638 akkreditiert sind.

31 SR 916.401 32 SR 910.15; AS 2007 6167

33 Der Text dieser Norm kann bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung,

Bürglistrasse 29, 8400 Winterthur (www.snv.ch), Telefon: 052 224 54 82, Fax: 052 224 54 74, E-Mail: verkauf@snv.ch bezogen werden. 34 SR 946.512 35 SR 916.351.0 36 SR 910.15; AS 2007 6167

37 Der Text dieser Norm kann bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung,

Bürglistrasse 29, 8400 Winterthur (www.snv.ch), Telefon: 052 224 54 82, Fax: 052 224 54 74, E-Mail: verkauf@snv.ch bezogen werden. 38 SR 946.512

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3. TVD-Verordnung vom 29. November 200539

Art. 16 Abs. 2–4 2 Das Bundesamt für Veterinärwesen legt die Art der Inspektionen bei den Tierhal- tungen durch die Vollzugsorgane der Tierseuchengesetzgebung fest. 3 Die Inspektionsfrequenz richtet sich nach der Inspektionskoordinationsverordnung vom 14. November 200740.

4 Die Kantone können zur Inspektion Stellen beiziehen, die nach der europäischen

Norm ISO/IEC 1702041 «Allgemeine Kriterien für den Betrieb verschiedener Typen von Stellen, die Inspektionen durchführen» und der Akkreditierungs- und Bezeich- nungsverordnung vom 17. Juni 199642 akkreditiert sind.

4. Tierarzneimittelverordnung vom 18. August 200443

Art. 30 Abs. 1 Bst. c 1 Die Kantonstierärztinnen und Kantonstierärzte sind verantwortlich für die Inspek- tionen sowie für den Vollzug der Heilmittelgesetzgebung in: c. Betrieben, die nach Artikel 3 Absatz 3 der Verordnung vom 23. November

200544 über die Primärproduktion registriert sind.

Art. 31 Inspektionsfrequenz und Delegation der Inspektionen 1 Detailhandelsbetriebe und tierärztliche Privatapotheken, die Arzneimittel für Nutz- tiere führen, sind mindestens alle fünf Jahre, reine Heimtierpraxen mindestens alle zehn Jahre zu inspizieren.

2 Je nach Risiko werden zusätzliche Inspektionen durchgeführt.

3 Die Inspektionsfrequenz der Primärproduktionsbetriebe richtet sich nach der

Inspektionskoordinationsverordnung vom 14. November 200745.

39 SR 916.404 40 SR 910.15; AS 2007 6167

41 Der Text dieser Norm kann bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung,

Bürglistrasse 29, 8400 Winterthur (www.snv.ch), Telefon: 052 224 54 82, Fax: 052 224 54 74, E-Mail: verkauf@snv.ch bezogen werden. 42 SR 946.512 43 SR 812.212.27 44 SR 916.020 45 SR 910.15; AS 2007 6167

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4 Die Kantone können zur Inspektion Stellen beiziehen, die nach der europäischen

Norm ISO/IEC 1702046 «Allgemeine Kriterien für den Betrieb verschiedener Typen von Stellen, die Inspektionen durchführen» und der Akkreditierungs- und Bezeich- nungsverordnung vom 17. Juni 199647 akkreditiert sind.

46 Der Text dieser Norm kann bei der Schweizerischen Normen-Vereinigung,

Bürglistrasse 29, 8400 Winterthur (www.snv.ch), Telefon: 052 224 54 82, Fax: 052 224 54 74, E-Mail: verkauf@snv.ch bezogen werden. 47 SR 946.512

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