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AS 2011 6487

AS 2011 6487

Verordnung des EDI über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Krankenpflege-Leistungsverordnung, KLV)

Änderung vom 5. Dezember 2011

Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) verordnet:

I Die Krankenpflege-Leistungsverordnung vom 29. September 19951 wird wie folgt geändert:

Art. 7 Abs. 2 Bst. a Einleitungssatz, Ziff. 3 und b Ziff. 7 sowie Abs. 2bis

2 Leistungen im Sinne von Absatz 1 sind:

a. Massnahmen der Abklärung, Beratung und Koordination:

3. Koordination der Massnahmen sowie Vorkehrungen im Hinblick auf

Komplikationen in komplexen und instabilen Pflegesituationen durch spezialisierte Pflegefachpersonen; b. Massnahmen der Untersuchung und der Behandlung:

7. Vorbereitung und Verabreichung von Medikamenten sowie Dokumen-

tation der damit verbundenen Tätigkeiten, 2bis Die folgenden Leistungsvoraussetzungen müssen erfüllt sein:

a. Die Leistungen nach Absatz 2 Buchstabe a Ziffer 3 müssen durch eine Pfle- gefachfrau oder einen Pflegefachmann (Art. 49 KVV) vorgenommen wer- den, die oder der eine zweijährige praktische Tätigkeit in interdisziplinärer Zusammenarbeit und im Patientenmanagement in Netzwerken nachweisen kann. b. Die Abklärung, ob Massnahmen nach Absatz 2 Buchstaben b Ziffern 13 und

14 und c Ziffer 2 durchgeführt werden sollen, muss von einer Pflegefachfrau

oder einem Pflegefachmann (Art. 49 KVV) vorgenommen werden, die oder der eine zweijährige praktische Tätigkeit in der Fachrichtung Psychiatrie nachweisen kann.

1 SR 832.112.31

2011-2298 6487

Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2011

Die Versicherung übernimmt die Kosten für folgende prophylaktische Impfungen unter folgenden Voraussetzungen:

Massnahme Voraussetzung

a. Impfung und Booster gegen Gemäss dem «Schweizerischen Impf- Diphtherie, Tetanus, Pertussis, plan 2011» des Bundesamts für Ge- Poliomyelitis; Impfung gegen sundheit (BAG) und der Eidgenössi- Masern, Mumps und Röteln schen Kommission für Impffragen (EKIF)2 und den Empfehlungen des BAG und der EKIF vom Dezember 2011. b. Aufgehoben

g. Pneumokokken-Impfung 1. Mit Polysaccharid-Impfstoff: Erwachsene ab 65 Jahren sowie Erwachsene und Kinder ab zwei Jahren mit schweren chronischen Krankheiten, Immunsuppression, Diabetes mellitus, zerebraler Liquor- fistel, funktioneller oder anatomi- scher Asplenie, Cochlea-Implantat oder Schädel-Basis-Missbildung oder vor einer Splenektomie oder dem Einlegen eines Cochlea-Implantats, gemäss dem «Schweizerischen Impf- plan 2011» des BAG und der EKIF.

2. Mit Konjugat-Impfstoff: Kinder unter

fünf Jahren gemäss dem «Schweize- rischen Impfplan 2011» des BAG und der EKIF. …

2 Das Dokument ist einsehbar unter: www.bag.admin.ch > Themen > Krankenversicherung > Rechts- und Vollzugsgrundlagen > Referenzdokumente zur KLV und deren Anhänge.

Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2011

Die Versicherung übernimmt die Kosten für folgende Massnahmen zur Prophylaxe von Krankheiten unter folgenden Voraussetzungen:

Massnahme Voraussetzung

… e. Prophylaktische Mastektomie und / Bei Trägerinnen des BRCA1- oder oder Adnexektomie BRCA2-Gens

Die Versicherung übernimmt die Kosten für folgende Massnahmen zur frühzeitigen Erkennung von Krankheiten bei bestimmten Risikogruppen unter folgenden Voraus- setzungen:

Massnahme Voraussetzung

… f. Genetische Beratung, Indikations- Bei Patienten und Patientinnen und stellung für genetische Unter- Angehörigen ersten Grades von suchungen und Veranlassen der Patienten und Patientinnen mit: dazugehörigen Laboranalysen – hereditärem Brust- oder Ovarial- gemäss Analysenliste (AL) bei krebssyndrom Verdacht auf das Vorliegen einer Prädisposition für eine familiäre – Polyposis Coli/attenuierter Form der Krebskrankheit Polyposis Coli – hereditärem Coloncarcinom-Syndrom ohne Polyposis (hereditary non polypotic colon cancer HNPCC) – Retinoblastom Durch Fachärzte und Fachärztinnen medizinische Genetik oder Mitglieder des «Network for Cancer Predisposition Testing and Counseling» der Schweize- rischen Arbeitsgemeinschaft für Klini- sche Krebsforschung (SAKK), die den Nachweis einer fachlichen Zusammen- arbeit mit einem Facharzt oder einer Fachärztin medizinische Genetik erbringen können.

Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2011

Art. 15 Abs. 1

1 Die Stillberatung (Art. 29 Abs. 2 Bst. c KVG3) wird von der Versicherung über-

nommen, wenn sie durch Hebammen oder durch speziell in Stillberatung ausgebil- dete Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner durchgeführt wird.

3 Die Mittel- und Gegenständeliste wird in der Amtlichen Sammlung des Bundes-

rechts (AS) und in der Systematischen Sammlung des Bundesrechts (SR) nicht veröffentlicht. Die Änderungen werden im Internet des BAG publiziert4. Eine Ge- samtliste wird in der Regel einmal im Jahr herausgegeben.5

Art. 28 Abs. 2 2 Die Analysenliste wird in der AS und in der SR nicht veröffentlicht. Die Änderun- gen werden im Internet des Bundesamtes für Gesundheit publiziert6. Eine Gesamt- liste wird in der Regel einmal im Jahr herausgegeben.7

Absatz 2 der Schlussbestimmungen der Änderung vom 3. Juli 2006 Aufgehoben

II

1 Anhang 1 wird gemäss Beilage geändert.

2 Anhang 2 («Mittel- und Gegenständeliste») wird geändert.8

3 Anhang 3 («Analysenliste») wird geändert.9

3 SR 832.10 4 www.bag.admin.ch > Themen > Krankenversicherung > Tarife und Preise > Mittel- und Gegenständeliste 5 Die Liste kann beim Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL), Verkauf Bundespublika- tionen, 3003 Bern bezogen werden. 6 www.bag.admin.ch > Themen > Krankenversicherung > Tarife und Preise > Analysen- liste 7 Die Liste kann beim BBL, Verkauf Bundespublikationen, 3003 Bern bezogen werden.

8 In der AS nicht veröffentlicht (Art. 20a). Die Änderung kann unter

www.bag.admin.ch > Themen > Krankenversicherung > Tarife und Preise > Mittel- und Gegenständeliste eingesehen werden.

9 In der AS nicht veröffentlicht (Art. 28). Die Änderung kann unter

www.bag.admin.ch > Themen > Krankenversicherung > Tarife und Preise > Analysenlis- te eingesehen werden.

Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2011

III Diese Änderung tritt am 1. Januar 2012 in Kraft.

5. Dezember 2011 Eidgenössisches Departement des Innern: Didier Burkhalter

Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2011

Anhang 1

Ziff. 1, 2, 6, 9 und 10

Massnahmen Leistungs- Voraussetzungen gültig ab pflicht

1 Chirurgie

1.2 Transplantationschirurgie

… Lebend- Ja Durchführung in folgenden Zentren: 1.7.2002/ Lebertransplantation Universitätsspital Zürich, Hôpital canto- 1.1.2003/ nal universitaire de Genève, sofern sie am 1.1.2005/ SwissTransplant-Register teilnehmen. 1.7.2005/ Eingeschlossen ist die Operation beim 1.7.2008/ Spender oder der Spenderin samt der 1.1.2012 Behandlung allfälliger Komplikationen sowie die Leistungen nach Artikel 14 Absätze 1 und 2 des Transplantationsge- setzes und nach Artikel 12 der Transplan- tationsverordnung. Ausgeschlossen ist eine Haftung des Versicherers des Empfängers oder der Empfängerin beim allfälligen Tod des Spenders oder der Spenderin. … Behandlung von Ja Mit autologen oder allogenen Hautäqui- 1.1.2001/ schwer heilenden valenten, die nach den entsprechenden 1.7.2002/ Wunden mittels gesetzlichen Vorschriften zugelassen 1.1.2003/ gezüchteter Haut- sind. 1.4.2003/ transplantate Nach erfolgloser, lege artis durchgeführ- 1.1.2004/ ter konservativer Therapie. 1.1.2008/ 1.8.2008/ Indikationsstellung und Wahl der Metho- 1.1.2012 de bzw. des Produkts gemäss den «Richt- linien zum Einsatz von Hautäquivalenten bei schwer heilenden Wunden» der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Wund- behandlung vom 1. April 201110. Durchführung an Zentren, die von der Schweizerischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Wund- behandlung zertifiziert sind.

10 Das Dokument ist einsehbar unter: www.bag.admin.ch > Themen > Krankenversicherung > Rechts- und Vollzugsgrundlagen > Referenzdokumente KLV und deren Anhänge.

Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2011

Massnahmen Leistungs- Voraussetzungen gültig ab pflicht

Soll die Behandlung in einem Zentrum durchgeführt werden, das von der Schweizerischen Gesellschaft für Derma- tologie und Venerologie und der Schwei- zerischen Gesellschaft für Wundbehand- lung nicht zertifiziert ist, ist vorgängig die Zustimmung des Vertrauensarztes oder der Vertrauensärztin einzuholen. …

1.4 Urologie und Proktologie

Uroflowmetrie (Mes- Ja 3.12.1981/ sung des Urinflusses 1.1.2012 mit kurvenmässiger Registrierung) …

2 Innere Medizin

2.1 Allgemein

… Polygraphie Ja Bei dringender Verdachtsdiagnose auf 1.7.2002/ Schlafapnoe-Syndrom. 1.1.2006/ Durchführung nur durch Facharzt oder 1.1.2012 Fachärztin Pneumologie FMH mit Ausbildung in und praktischer Erfahrung mit Respiratorischer Polygraphie gemäss den «Richtlinien der Schweizerischen Gesellschaft für Schlafforschung, Schlafmedizin und Chronobiologie vom 6.9.2001»11. … Extrakorporelle Ja Beim kutanen T-Zell-Lymphom (Sézary- 1.1.1997 Photopherese Syndrom). Bei Graft-Versus-Host-Disease, wenn die 1.1.2009/ vorausgegangene konventionelle Thera- 1.1.2012 pie (z.B. Kortikosteroide) erfolglos war Nein Bei Lungen-Transplantation 1.1.2009 …

2.3 Neurologie inkl. Schmerztherapie und Anästhesie

11 Das Dokument ist einsehbar unter: www.bag.admin.ch > Themen > Krankenversiche- rung > Rechts- und Vollzugsgrundlagen > Referenzdokumente zur KLV und deren Anhänge.

Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2011

Massnahmen Leistungs- Voraussetzungen gültig ab pflicht

Bandscheiben- Ja In Evaluation 1.1.2004/ Prothesen Symptomatische degenerative Erkran- 1.1.2005/ kung der Bandscheiben der Hals- und 1.1.2008/ Lendenwirbelsäule. 1.1.2009/ 1.7.2009/ Eine 3-monatige (HWS) beziehungswei- 1.1.2011/ se 6-monatige (LWS) konservative 1.1.2012 Therapie war erfolglos – Ausnahmen bis sind Patienten und Patientinnen mit 31.12.2016 degenerativen Erkrankungen der Hals- und Lendenwirbelsäule, die auch unter stationären Therapiebedingungen an nicht beherrschbaren Schmerzzuständen leiden oder bei denen trotz konservativer Therapie progrediente neurologische Ausfälle auftreten. – Degeneration von maximal

2 Segmenten

– minimale Degeneration der Nachbar- segmente – keine primäre Facettengelenksarthrose (LWS) – keine primäre segmentale Kyphose (HWS) – Beachtung der allgemeinen Kontrain- dikationen. Durchführung der Operation nur durch einen qualifizierten Chirurgen oder eine qualifizierte Chirurgin. Bei den durch die Schweizerische Gesellschaft für Spinale Chirurgie, die Schweizerische Gesell- schaft für Orthopädie und die Schweize- rische Gesellschaft für Neurochirurgie zertifizierten Chirurgen und Chirurginnen wird davon ausgegangen, dass sie ent- sprechend qualifiziert sind. Soll der Eingriff durch Chirurgen oder Chirurginnen durchgeführt werden, die nicht von der Schweizerischen Gesell- schaft für Spinale Chirurgie, der Schwei- zerischen Gesellschaft für Orthopädie und der Schweizerische Gesellschaft für Neurochirurgie zertifiziert sind, ist vorgängig die Zustimmung des Vertrau- ensarztes oder der Vertrauensärztin einzuholen. Die Leistungserbringer liefern dem Institut für evaluative Forschung in der orthopädischen Chirurgie der Universität Bern die für eine nationale Evaluation erforderlichen Daten.

Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2011

Massnahmen Leistungs- Voraussetzungen gültig ab pflicht

Interspinöse dyna- Ja In Evaluation 1.1.2007/ mische Stabilisierung Durchführung der Operation nur durch 1.1.2008/ der Wirbelsäule (z.B. einen qualifizierten Chirurgen oder eine 1.1.2009/ vom Typ DIAM) qualifizierte Chirurgin. Bei den durch die 1.7.2009/ Schweizerische Gesellschaft für Spinale 1.1.2011/ Chirurgie, die Schweizerische Gesell- 1.1.2012 schaft für Orthopädie und die Schweize- bis rische Gesellschaft für Neurochirurgie 31.12.2013 zertifizierten Chirurgen und Chirurginnen wird davon ausgegangen, dass sie ent- sprechend qualifiziert sind. Soll der Eingriff durch Chirurgen oder Chirurginnen durchgeführt werden, die nicht von der Schweizerischen Gesell- schaft für Spinale Chirurgie, der Schwei- zerischen Gesellschaft für Orthopädie und der Schweizerische Gesellschaft für Neurochirurgie zertifiziert sind, ist vorgängig die Zustimmung des Vertrau- ensarztes oder der Vertrauensärztin einzuholen. Die Leistungserbringer liefern dem Institut für evaluative Forschung in der orthopädischen Chirurgie der Universität Bern die für eine nationale Evaluation erforderlichen Daten. Dynamische Stabili- Ja In Evaluation 1.1.2007/ sierung der Wirbel- Durchführung der Operation nur durch 1.1.2008/ säule (z.B. vom Typ einen qualifizierten Chirurgen oder eine 1.1.2009/ DYNESYS) qualifizierte Chirurgin. Bei den durch die 1.7.2009/ Schweizerische Gesellschaft für Spinale 1.1.2011/ Chirurgie, die Schweizerische Gesell- 1.1.2012 schaft für Orthopädie und die Schweize- bis rische Gesellschaft für Neurochirurgie 31.12.2016 zertifizierten Chirurgen und Chirurginnen wird davon ausgegangen, dass sie ent- sprechend qualifiziert sind. Soll der Eingriff durch Chirurgen oder Chirurginnen durchgeführt werden, die nicht von der Schweizerischen Gesell- schaft für Spinale Chirurgie, der Schwei- zerischen Gesellschaft für Orthopädie und der Schweizerische Gesellschaft für Neurochirurgie zertifiziert sind, ist vorgängig die Zustimmung des Vertrau- ensarztes oder der Vertrauensärztin einzuholen. Die Leistungserbringer liefern dem Institut für evaluative Forschung in der orthopädischen Chirurgie der Universität Bern die für eine nationale Evaluation erforderlichen Daten. …

Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2011

Massnahmen Leistungs- Voraussetzungen gültig ab pflicht

6 Ophthalmologie

… Photodynamische Ja Exudative, prädominant klassische Form 1.1.2006 Therapie der Maku- der altersbedingten Makuladegeneration. ladegeneration mit Verteporfin Ja Bei durch pathologische Myopie verur- 1.7.2000/ sachten Neovaskularisationen. 1.7.2002/ 1.1.2004/ 1.1.2005/ 1.1.2006/ 1.1.2009/ 1.1.2012 Nein Andere Formen der altersbedingten 1.1.2008 Makuladegeneration.

9 Radiologie

9.2 Andere bildgebende Verfahren

… Ultraschall- Ja Zur Diagnostik und Verlaufskontrolle bei 1.1.2012 Elastographie der Leberfibrose bzw. -zirrhose (z.B. durch Leber virale Hepatitiden, regelmässige Ein- nahme von Hepatotoxinen). …

10 Komplementärmedizin

… Phytotherapie Ja In Evaluation 1.7.1999/ Durch Ärztinnen oder Ärzte mit einer 1.1.2005/ Weiterbildung in Phytotherapie, die dem 1.7.2005/ Fähigkeitsprogramm Phytotherapie vom 1.7.1999/ 1. Juli 2011 entspricht.12 1.1.2012 bis 31.12.2017 …

12 Das Dokument ist einsehbar unter: www.bag.admin.ch > Themen > Krankenversiche- rung > Rechts- und Vollzugsgrundlagen > Referenzdokumente zur KLV und deren Anhänge.

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