AS 2015 5125
AS 2015 5125
Verordnung des EDI über Leistungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (Krankenpflege-Leistungsverordnung, KLV)
Änderung vom 27. November 2015
Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) verordnet:
I Die Krankenpflege-Leistungsverordnung vom 29. September 19951 wird wie folgt geändert:
Die Versicherung übernimmt die Kosten für folgende prophylaktische Impfungen unter folgenden Voraussetzungen:
Massnahme Voraussetzung
k. Impfung gegen Humane Papillomavi- 1. Gemäss Impfplan 2016: ren (HPV) a. Basisimpfung der Mädchen im Alter von 11-14 Jahren; b. Impfung der Mädchen und Frauen im Alter von 15-26 Jahren. Diese Bestimmung gilt bis zum 31. Dezember 2017. c. Ergänzende Impfung bei Kna- ben und Männern im Alter von 11–26 Jahren
2. Impfung im Rahmen von kantonalen
Impfprogrammen, die folgende Minimalanforderungen erfüllen: a. Die Information der Zielgruppen und von deren Eltern/gesetzlicher Vertretung über die Verfügbarkeit der Impfung und die Empfehlun- gen des BAG und der EKIF ist sichergestellt.
1 SR 832.112.31
2015-1824 5125
Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2015
Massnahme Voraussetzung
b. Die Vollständigkeit der Impfung wird angestrebt. c. Die Leistungen und Pflichten der Programmträger, der impfenden Ärztinnen und Ärzte und der Krankenversicherer sind definiert. d. Datenerhebung, Abrechnung, Informations- und Finanzflüsse sind geregelt.
3. Auf dieser Leistung wird keine
Franchise erhoben. Für die Impfung inklusive Impfstoff wird eine pau- schale Vergütung vereinbart.
1 Die Versicherung übernimmt die Kosten für folgende Massnahmen zur frühzeiti-
gen Erkennung in der allgemeinen Bevölkerung unter folgenden Voraussetzungen:
Massnahme Voraussetzung
c. Screening-Mammografie Ab dem vollendeten 50. Lebensjahr alle zwei Jahre. Im Rahmen eines Pro- gramms zur Früherkennung des Brust- krebses gemäss der Verordnung vom 23. Juni 19992 über die Qualitätssiche- rung bei Programmen zur Früherken- nung von Brustkrebs durch Mammogra- fie. Auf dieser Leistung wird keine Franchise erhoben.
Art. 13 Bst. b Ziff. 1 und bbis Die Versicherung übernimmt bei Mutterschaft die folgenden Kontrolluntersuchun-
2 SR 832.102.4 3 SR 832.10
Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2015
Massnahme Voraussetzung
b. Ultraschallkontrollen Nach einem umfassenden Aufklärungs-
1. In der normalen Schwanger- und Beratungsgespräch, das dokumen-
schaft eine Routineuntersuchung tiert werden muss. in der 12.–14. Schwangerschafts- Durchführung gemäss den «Empfehlun- woche; eine Routineuntersuchung gen zur Ultraschalluntersuchung in der in der 20.–23. Schwangerschafts- Schwangerschaft» der Schweizerischen woche Gesellschaft für Ultraschall in der Medi- zin (SGUM), Sektion Gynäkologie und Geburtshilfe, 3. Auflage (2011)4. Nur durch Ärzte oder Ärztinnen mit Fähigkeitsausweis Schwangerschafts- ultraschall (SGUM). bbis. Ersttrimestertest Pränatale Abklärung des Risikos von Trisomie 21, 18 und 13: anhand der Messung der Nackentransparenz in der Ultraschalluntersuchung (12.–14. Wo- che), der Bestimmung von PAPP-A und freiem ß-HCG im mütterlichen Blut und weiterer mütterlicher und fötaler Fakto- ren. Nach einer Information nach Artikel 16 und der Gewährung des Selbstbestim- mungsrechts nach Artikel 18 des Bun- desgesetzes vom 8. Oktober 20045 über genetische Untersuchungen beim Men- schen (GUMG). Anordnung nur durch Ärzte und Ärztin- nen mit Fähigkeitsausweis Schwanger- schaftsultraschall der SGUM und Zu- satzzertifizierung für die Nackentransparenz-Messung. Messung der Nackentransparenz nur durch Ärzte und Ärztinnen mit Fähig- keitsausweis Schwangerschaftsultra- schall der SGUM.
Laboranalysen gemäss Analysenliste (AL).
4 Die Dokumente sind einsehbar unter: www.bag.admin.ch/ref
5 SR 810.12
Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2015
Art. 16 Abs. 1 Bst. d Ziff. 2 und 3 Betrifft nur den französischen Text.
II
1 Anhang 1 wird gemäss Beilage geändert.
2 Anhang 26 («Mittel- und Gegenständeliste») wird geändert.
3 Anhang 37 («Analysenliste») wird geändert.
III 1 Diese Verordnung tritt unter Vorbehalt von Absatz 2 am 1. Januar 2016 in Kraft.
2 Artikel 12a Buchstabe k tritt am 1. Juli 2016 in Kraft.
27. November 2015 Eidgenössisches Departement des Innern: Alain Berset
6 In der AS nicht veröffentlicht (Art. 20a). Die Änderung kann eingesehen werden unter www.bag.admin.ch > Themen > Krankenversicherung > Tarife und Preise > Mittel- und Gegenständeliste. 7 In der AS nicht veröffentlicht (Art. 28). Die Änderung kann eingesehen werden unter www.bag.admin.ch > Themen > Krankenversicherung > Tarife und Preise > Analysen- liste.
Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2015
Anhang 1 (Art. 1)
Vergütungspflicht der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für bestimmte ärztliche Leistungen
Ziff. 1.1, 2.1 und 9.2
Massnahmen Leistungs- Voraussetzungen gültig ab pflicht
1 Chirurgie
1.1 Allgemein
… Die beiden Mass- nahmen: «Radiofrequenzthera- pie zur Behandlung von Varizen» «Endolasertherapie von Varizen» erset- zen durch: Endovenöse Ther- Ja Mit Radiofrequenz oder Laser 1.7.2002/ mo-Ablation Durch Ärzte und Ärztinnen mit Fähigkeitsaus- 1.1.2004/ von Stammvenen weis Endovenöse thermische Ablation von 1.1.2016 bei Varikose Stammvenen bei Varikose …
2 Innere Medizin
2.1 Allgemein
… Hyperbare Sauer- Ja Bei 1.4.1994 stofftherapie – chronischen Bestrahlungsschäden und Bestrah- lungsspätschäden – akuter Osteomyelitis am Kiefer 1.9.1988 – chronischer Osteomyelitis – diabetischem Fusssyndrom im Stadium ≥2B 1.7.2011 nach der Wagner-Armstrong-Klassifikation – Dekompressionskrankheit, sofern der Unfall- 1.1.2006/ begriff nicht erfüllt ist. Durchführung 1.7.2011 im Ausland, wenn der Transport zur nächsten hyperbaren Druckkammer innerhalb der Schweiz nicht schnell und schonend genug gewährleistet werden kann. In den Zentren gemäss dem «Merkblatt für Rettungsdienste» von Divers Alert Network (DAN) und REGA. 8
8 Die Richtlinien sind einsehbar unter: www.bag.admin.ch/ref
Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2015
Massnahmen Leistungs- Voraussetzungen gültig ab pflicht
Nein – akuter idiopathischer Hörsturz 1.1.2016 … Massnahme «Sondenfreie enterale Ernährung zu Hause» Betrifft nur den französischen und italienischen Text. … Polygraphie Ja Bei dringender Verdachtsdiagnose auf Schlafap- 1.7.2002/ noe-Syndrom. 1.1.2006/ Durchführung nur durch Facharzt oder Fachärz- 1.1.2012/ tin Pneumologie oder Oto-Rhino-Laryngologie 15.7.2015 mit Ausbildung in und praktischer Erfahrung mit Respiratorischer Polygraphie gemäss den «Richt- linien der Schweizerischen Gesellschaft für Schlafforschung, Schlafmedizin und Chronobio- logie» vom 6. September 20019 oder den «Richt- linien der Schweizerischen Gesellschaft für Oto- Rhino-Laryngologie, Hals- und Gesichtschirur- gie» vom 26. März 201510.
9 Radiologie
9.2 Andere bildgebende Verfahren
…
9 Die Richtlinien sind einsehbar unter: www.bag.admin.ch/ref
10 Die Richtlinien sind einsehbar unter: www.bag.admin.ch/ref
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Massnahmen Leistungs- Voraussetzungen gültig ab pflicht
Positron-Emissions- Ja Durchführung in Zentren, welche die administra- 1.1.1994/ Tomographie tiven Richtlinien vom 20. Juni 200811 der Schwei- 1.4.1994/ (PET, PET/CT) zerischen Gesellschaft für Nuklearmedizin 1.1.1997/ (SGNM) erfüllen. 1.1.1999/ a) Mittels F-2-Fluoro-Deoxy-Glucose (FDG), nur 1.1.2001/ bei folgenden Indikationen: 1.1.2004/
1. in der Kardiologie: 1.1.2005/
– präoperativ vor einer Herz- 1.1.2006/ transplantation. 1.8.2006/
2. in der Onkologie: 1.1.2009/
– gemäss den klinischen Richtlinien der 1.1.2011/ SGNM, Kapitel 1.0, vom 28. April 1.7.2013/
201112 zu FDG-PET. 1.7.2014/
3. in der Neurologie: 1.1.2016
– präoperativ bei therapieresistenter foka- ler Epilepsie, – Zur Abklärung von Demenz: als weiter- führende Untersuchung in unklaren Fäl- len, nach Vorabklärung durch Spezial- ärzte und -ärztinnen für Geriatrie, Psychiatrie und Neurologie; bis zum Alter von 80 Jahren, bei einem Mini- Mental-Status-Test (MMST) von min- destens 10 Punkten und einer Dauer der Demenz von maximal 5 Jahren; keine vorausgegangene Untersuchung mit PET oder SPECT.
4. In Evaluation 1.7.2014
Bei der Fragestellung «Raumforderung», bis gemäss den klinischen Richtlinien der 31.12.2017 SGNM, Kapitel 2.0, vom 28. April 2011 zu FDG-PET. b) Mittels N-13-Ammoniak, nur bei folgender 1.7.2013 Indikation: Zur Untersuchung der Myokardperfusion (in Ruhe und unter Belastung) zur Evaluation der Myokardischämie c) Mittels 82-Rubidium, nur bei folgender Indika-1.7.2013 tion: Zur Untersuchung der Myokardperfusion (in Ruhe und unter Belastung) zur Evaluation der Myokardischämie d) Mittels 18F-Fluorocholin 1.7.2014 In Evaluation, nur bei folgender Indikation: bis 31.12.2017 Zur Abklärung bei biochemisch nachgewiese- nem Rezidiv (PSA-Anstieg) eines Prostatakar- zinoms
11 Die Richtlinien sind einsehbar unter: www.bag.admin.ch/ref
12 Die Richtlinien sind einsehbar unter: www.bag.admin.ch/ref
Krankenpflege-Leistungsverordnung AS 2015
Massnahmen Leistungs- Voraussetzungen gültig ab pflicht
e) Mittels 18F-Ethyl-Thyrosin (FET) 1.1.2016 Bei folgenden Indikationen: Zur Evaluation bei Hirntumoren und Re- Evaluation bei malignen Hirntumoren Nein a) Mittels 18F-Fluorid 1.1.2013/ b) Mittels 18F-Florbetapir 1.7.2014/ 1.1.2015/ c) Mit anderen Isotopen als F-2-Fluoro-Deoxy- 1.1.2011/ Glucose (FDG), 18F-Fluorocholin, N-13- 1.1.2016 Ammoniak, 82-Rubidium oder 18F-Ethyl- Thyrosin (FET)