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AS 2017 113

Übereinkommen über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen

Übereinkommen vom 30. Oktober 2007 über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (Lugano-Übereinkommen, LugÜ)

SR 0.275.12; AS 2010 5609

Änderungen der Anhänge I–IV und IX des Übereinkommens Von der Europäischen Union bekanntgegeben am 8. April 2016

Originaltext

Anhang I

Die innerstaatlichen Zuständigkeitsvorschriften im Sinne von Artikel 3 Absatz 2 und Artikel 4 Absatz 2 des Übereinkommens sind folgende: […] – in der Tschechischen Republik: Gesetz Nr. 91/2012 über Internationales Pri- vatrecht (Zákon o mezinárodním právu soukromém), insbesondere Artikel 6, – in Estland: Artikel 86 (Gerichtliche Zuständigkeit am Ort der Belegenheit des Vermögens) der Zivilprozessordnung (Tsiviilkohtumenetluse seadustik), sofern sich die Klage nicht auf das Vermögen der Person bezieht; Artikel

100 (Klage auf Einstellung der Anwendung von Standardklauseln) der

Zivilprozessordnung, soweit die Klage bei dem Gericht eingereicht wird, in dessen örtlichem Zuständigkeitsbereich die Standardklausel angewandt wur- de, – in Zypern: Artikel 21 des Gerichtsgesetzes, Gesetz 14/60, – in Lettland: Artikel 27 Absatz 2 und Artikel 28 Absätze 3, 5, 6 und 9 der Zivilprozessordnung (Civilprocesa likums), – in Litauen: Artikel 783 Absatz 3, Artikel 787 und Artikel 789 Absatz 3 der Zivilprozessordnung (Civilinio proceso kodeksas),

2017-0003 113

Lugano-Übereinkommen AS 2017

– in Portugal: Artikel 63 Absatz 1 der Zivilprozessordnung (Código de Pro- cesso Civil), insofern als nach diesem Artikel ein exorbitanter Gerichtsstand begründet werden kann – zum Beispiel ist das Gericht des Ortes zuständig, an dem sich die Zweigniederlassung, Agentur oder sonstige Niederlassung befindet (sofern sie sich in Portugal befindet), wenn die (im Ausland befind- liche) Hauptverwaltung Zustellungsadressat ist –, und Artikel 10 der Arbeitsprozessordnung (Código de Processo do Trabalho), insofern als nach diesem Artikel ein exorbitanter Gerichtsstand begründet werden kann – zum Beispiel ist in einem Verfahren, das ein Arbeitnehmer in Bezug auf einen individuellen Arbeitsvertrag gegen einen Arbeitgeber angestrengt hat, das Gericht des Ortes zuständig, an dem der Kläger seinen Wohnsitz hat, – in Rumänien: Titel I «Internationale Zuständigkeit der rumänischen Gerich- te» Artikel 1065 bis 1081 in Buch VII «Internationales Zivilverfahrensrecht» des Gesetzes Nr. 134/2010 über die Zivilprozessordnung. […] Der Eintrag für Belgien in Anhang 1 ist zu streichen.

Anhang II

Anträge nach Artikel 39 des Übereinkommens sind bei folgenden Gerichten oder zuständigen Behörden einzureichen: […] – in der Tschechischen Republik beim «okresní soud», – in Ungarn beim «törvényszék székhelyén működő járásbíróság» und in Bu- dapest beim «Budai Központi Kerületi Bíróság», – in Portugal: bei den «instâncias centrais de competência especializada cível, instâncias locais, secção competência genérica» oder «secção cível» – so- fern es letzteres gibt – der «tribunais de comarca». Bei Unterhaltspflichten gegenüber Kindern (unter oder über 18 Jahren) und bei Unterhaltspflichten im Verhältnis der Ehegatten untereinander bei den «secções de família e me- nores das instâncias centrais» oder in Ermangelung derselben bei den «secções de competência genérica» oder «secção cível» – sofern es letzteres gibt – der «instâncias locais». Für die übrigen Unterhaltspflichten, die auf einem Familien- oder Verwandtschaftsverhältnis oder auf Schwägerschaft beruhen, bei den «secções de competência genérica» oder den «secção cível» – sofern es letzteres gibt – der «instâncias locais», – in Schweden: «tingsrätt», – im Vereinigten Königreich: a) in England und Wales beim High Court of Justice oder für Entschei- dungen in Unterhaltssachen beim Family Court über den Secretary of State, […]

Lugano-Übereinkommen AS 2017

Anhang III

Die Rechtsbehelfe nach Artikel 43 Absatz 2 des Übereinkommens sind bei folgen- den Gerichten einzulegen: […] – in der Tschechischen Republik beim «okresní soud», – in Ungarn beim «törvényszék székhelyén mőködő járásbíróság» (in Budapest beim «Budai Központi Kerületi Bíróság»); über den Rechtsbehelf entschei- det das «törvényszék» (in Budapest das «Fővárosi Törvényszék»), – in Malta beim «Qorti ta’ l-Appell» nach dem in der Zivilprozessordnung «Kodiċi ta’ Organizzazzjoni u Proċedura Ċivili – Kap. 12» festgelegten Ver- fahren oder für Entscheidungen in Unterhaltssachen durch «rikors ġuramen- tat» vor dem «Prim’ Awla tal-Qorti Ċivili jew il-Qorti tal-Maġistrati ta’ Għawdex fil-ġurisdizzjoni superjuri tagħha», – in Schweden: «tingsrätt», – im Vereinigten Königreich: a) in England und Wales beim High Court of Justice oder für Entschei- dungen in Unterhaltssachen beim Family Court, […]

Anhang IV

Nach Artikel 44 des Übereinkommens können folgende Rechtsbehelfe eingelegt werden: […] – in Irland: ein auf Rechtsfragen beschränkter Rechtsbehelf beim Court of Appeal, – in der Tschechischen Republik: ein «dovolání», ein «žaloba na obnovu řízení» und ein «žaloba pro zmatečnost», – in Lettland: ein Rechtsbehelf beim «Augstākā tiesa» über das «Apgabaltie- sa», – in Rumänien: ein «recursul», – in Schweden: ein Rechtsbehelf beim «hovrätt» und «Högsta domstolen», […]

Lugano-Übereinkommen AS 2017

Anhang IX

Die Staaten und Vorschriften im Sinne des Artikels II des Protokolls 1 sind folgen- de: […] – Kroatien: Artikel 211 der Zivilprozessordnung (Zakon o parničnom postu- pku), – Lettland: Artikel 75, 78, 79, 80 und 81 der Zivilprozessordnung (Civilpro- cesa likums), die für die Streitverkündung gelten, […]