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AS 2018 883

Zusatzprotokoll von Nagoya/Kuala Lumpur über Haftung und Wiedergutmachung zum Protokoll von Cartagena über die biologische Sicherheit

Übersetzung

Zusatzprotokoll von Nagoya/Kuala Lumpur über Haftung und Wiedergutmachung zum Protokoll von Cartagena über die biologische Sicherheit

Abgeschlossen in Nagoya am 15. Oktober 2010 Von der Bundesversammlung genehmigt am 20. Juni 20141 Ratifikationsurkunde von der Schweiz hinterlegt am 27. Oktober 2014 In Kraft getreten für die Schweiz am 5. März 2018

Die Vertragsparteien dieses Zusatzprotokolls, als Vertragsparteien des Protokolls von Cartagena2 über die biologische Sicherheit zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt, im Folgenden als «Protokoll» bezeichnet; unter Berücksichtigung des Grundsatzes 13 der Erklärung von Rio über Umwelt und Entwicklung; in Bekräftigung des Vorsorgeprinzips in Grundsatz 15 der Erklärung von Rio über Umwelt und Entwicklung; in Anerkennung der Notwendigkeit, im Einklang mit dem Protokoll geeignete Ab- hilfemassnahmen für den Fall eines Schadens oder der hinreichenden Wahrschein- lichkeit eines Schadens vorzusehen; eingedenk des Artikels 27 des Protokolls, sind wie folgt übereingekommen:

Art. 1 Ziel Dieses Zusatzprotokoll zielt darauf ab, durch die Festlegung von völkerrechtlichen Regeln und Verfahren im Bereich der Haftung und Wiedergutmachung im Zusam- menhang mit lebenden veränderten Organismen zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt beizutragen, wobei auch Risiken für die mensch- liche Gesundheit zu berücksichtigen sind.

SR 0.451.431.1 1 AS 2018 881 2 SR 0.451.431

2011-2567 883

Haftung und Wiedergutmachung zum Protokoll von Cartagena über AS 2018

Art. 2 Begriffsbestimmungen (1) Die in Artikel 2 des Übereinkommens3 über die biologische Vielfalt, im Folgen- den als «Übereinkommen» bezeichnet, und in Artikel 3 des Protokolls verwendeten Begriffsbestimmungen gelten für dieses Zusatzprotokoll. (2) Ausserdem bedeutet im Sinne dieses Zusatzprotokolls: a) «Konferenz der Vertragsparteien, die als Tagung der Vertragsparteien des Protokolls dient» die Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens, die als Tagung der Vertragsparteien des Protokolls dient; b) «Schaden» eine nachteilige Auswirkung auf die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt, wobei auch Risiken für die menschliche Gesundheit zu berücksichtigen sind; die Auswirkung muss: i) entweder messbar oder anderweitig beobachtbar sein, wobei die unter Berücksichtigung aller sonstigen vom Menschen verursachten und na- türlichen Veränderungen von einer zuständigen Behörde anerkannten wissenschaftlich ermittelten Ausgangsdaten, sofern verfügbar, zu be- rücksichtigen sind, und ii) erheblich im Sinnes des Absatzes 3 sein; c) «Betreiber» jede Person, die unmittelbare oder mittelbare Kontrolle über den lebenden veränderten Organismus ausübt, wobei dies, soweit angemessen und wie im innerstaatlichen Recht festgelegt, unter anderem den Inhaber ei- ner Genehmigung, die Person, welche den lebenden veränderten Organismus in den Verkehr gebracht hat, den Entwickler, Hersteller, Anmelder, Expor- teur, Importeur, Beförderer oder Lieferanten umfassen könnte; d) «Abhilfemassnahmen» angemessene Massnahmen, um: i) Schaden je nach Situation zu verhüten, auf ein Mindestmass zu be- schränken, einzudämmen, zu mindern oder auf andere Weise zu ver- meiden, ii) die biologische Vielfalt durch Massnahmen wiederherzustellen, die nach folgender Rangfolge zu ergreifen sind: a. Wiederherstellung des Zustands der biologischen Vielfalt, der vor dem Eintritt des Schadens bestand, oder annähernd dieses Zu- stands und, sofern die zuständige Behörde dies nicht für möglich hält, b. Wiederherstellung unter anderem durch Ersetzen des Verlustes an biologischer Vielfalt durch andere Bestandteile der biologischen Vielfalt für die gleiche oder für eine andere Art der Nutzung ent- weder am gleichen oder gegebenenfalls an einem anderen Stand- ort. (3) Eine «erhebliche» nachteilige Auswirkung ist auf der Grundlage von Faktoren wie den folgenden festzustellen:

3 SR 0.451.43

Haftung und Wiedergutmachung zum Protokoll von Cartagena über AS 2018

a) eine langfristige oder dauerhafte Veränderung, die als eine Veränderung zu verstehen ist, die nicht auf natürliche Weise innerhalb eines angemessenen Zeitraums rückgängig gemacht wird; b) das Ausmass der qualitativen oder quantitativen Veränderungen, die sich nachteilig auf die Bestandteile der biologischen Vielfalt auswirken; c) die Verringerung der Fähigkeit der Bestandteile der biologischen Vielfalt, Güter zur Verfügung zu stellen und Dienstleistungen zu erbringen; d) das Ausmass aller nachteiligen Auswirkungen auf die menschliche Gesund- heit im Rahmen des Protokolls.

Art. 3 Geltungsbereich (1) Dieses Zusatzprotokoll findet Anwendung auf Schäden, die durch lebende veränderte Organismen verursacht werden, die ihren Ursprung in einer grenzüber- schreitenden Verbringung haben. Die genannten lebenden veränderten Organismen sind diejenigen, die: a) zur unmittelbaren Verwendung als Lebens- oder Futtermittel oder zur Ver- arbeitung vorgesehen sind; b) zur Anwendung in geschlossenen Systemen bestimmt sind; c) die zur absichtlichen Einbringung in die Umwelt vorgesehen sind. (2) Im Hinblick auf absichtliche grenzüberschreitende Verbringungen findet dieses Zusatzprotokoll Anwendung auf Schäden, die durch genehmigte Verwendungen der in Absatz 1 genannten lebenden veränderten Organismen entstanden sind. (3) Dieses Zusatzprotokoll findet ferner Anwendung auf Schäden, die durch unab- sichtliche grenzüberschreitende Verbringungen nach Artikel 17 des Protokolls ent- standen sind, sowie auf Schäden, die durch rechtswidrige grenzüberschreitende Verbringungen nach Artikel 25 des Protokolls entstanden sind. (4) Dieses Zusatzprotokoll findet Anwendung auf Schäden, die durch eine grenz- überschreitende Verbringung von lebenden veränderten Organismen entstanden sind, die nach Inkrafttreten dieses Zusatzprotokolls für die Vertragspartei begann, in deren Hoheitsbereich die grenzüberschreitende Verbringung erfolgte. (5) Dieses Zusatzprotokoll findet Anwendung auf Schäden, die in Gebieten inner- halb der nationalen Hoheitsbereiche der Vertragsparteien eingetreten sind. (6) Die Vertragsparteien können in ihrem innerstaatlichen Recht festgelegte Krite- rien verwenden, um mit Schäden umzugehen, die innerhalb ihrer nationalen Ho- heitsbereiche eintreten. (7) Das innerstaatliche Recht zur Durchführung dieses Zusatzprotokolls findet auch Anwendung auf Schäden, die durch grenzüberschreitende Verbringungen lebender veränderter Organismen aus Staaten entstanden sind, die Nichtvertragsparteien sind.

Haftung und Wiedergutmachung zum Protokoll von Cartagena über AS 2018

Art. 4 Kausalität Zwischen dem Schaden und dem betreffenden lebenden veränderten Organismus wird im Einklang mit dem innerstaatlichen Recht ein Kausalzusammenhang herge- stellt.

Art. 5 Abhilfemassnahmen (1) Die Vertragsparteien verlangen im Schadensfall vom jeweiligen Betreiber oder von den jeweiligen Betreibern vorbehaltlich der von der zuständigen Behörde fest- gelegten Erfordernisse: a) unverzüglich die zuständige Behörde in Kenntnis zu setzen; b) den Schaden zu bewerten; und c) geeignete Abhilfemassnahmen zu ergreifen. (2) Die zuständige Behörde: a) ermittelt den Betreiber, der den Schaden verursacht hat; b) bewertet den Schaden; und c) legt fest, welche Abhilfemassnahmen vom Betreiber ergriffen werden sollen. (3) Sofern aus einschlägigen Informationen, einschliesslich der verfügbaren wissen- schaftlichen Informationen oder der Informationen, die bei der Informationsstelle für biologische Sicherheit verfügbar sind, hervorgeht, dass es mit hinreichender Wahr- scheinlichkeit zu einem Schaden kommen wird, falls nicht rechtzeitig Abhilfemass- nahmen ergriffen werden, ist der Betreiber verpflichtet, geeignete Abhilfemassnah- men zu ergreifen, um diesen Schaden zu vermeiden. (4) Die zuständige Behörde kann geeignete Abhilfemassnahmen ergreifen, unter anderem insbesondere dann, wenn der Betreiber dies nicht getan hat. (5) Die zuständige Behörde hat das Recht, vom Betreiber die Kosten und Auslagen zurückzufordern, die durch die Bewertung des Schadens und die Umsetzung aller geeigneten Abhilfemassnahmen und im Zusammenhang damit angefallen sind. Die Vertragsparteien können in ihrem innerstaatlichen Recht andere Situationen vorse- hen, in denen der Betreiber nicht für die Kosten und Auslagen aufkommen muss. (6) Entscheidungen der zuständigen Behörde, durch die der Betreiber aufgefordert wird, Abhilfemassnahmen zu ergreifen, sollen begründet sein. Diese Entscheidungen sollen dem Betreiber mitgeteilt werden. Das innerstaatliche Recht hat Rechtsbehelfe vorzusehen, einschliesslich der Möglichkeit, diese Entscheidungen einer Überprü- fung durch die Verwaltung oder die Gerichte zu unterziehen. Die zuständige Behör- de unterrichtet den Betreiber im Einklang mit dem innerstaatlichen Recht auch über die zur Verfügung stehenden Rechtsbehelfe. Die Einlegung solcher Rechtsbehelfe darf die zuständige Behörde nicht daran hindern, unter geeigneten Umständen Ab- hilfemassnahmen zu ergreifen, sofern das innerstaatliche Recht nichts anderes vorsieht. (7) Bei der Durchführung dieses Artikels und im Hinblick auf die Festlegung der

besonderen Abhilfemassnahmen, welche die zuständige Behörde verlangen oder

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ergreifen wird, können die Vertragsparteien gegebenenfalls prüfen, ob die Abhilfe- massnahmen bereits in ihrem innerstaatlichen Recht über die zivilrechtliche Haftung vorgesehen sind. (8) Die Abhilfemassnahmen werden im Einklang mit dem innerstaatlichen Recht umgesetzt.

Art. 6 Ausnahmen (1) Die Vertragsparteien können in ihrem innerstaatlichen Recht folgende Ausnah- men vorsehen: a) Naturereignisse oder höhere Gewalt; und b) Kriegshandlungen oder bürgerkriegsähnliche Unruhen. (2) Die Vertragsparteien können in ihrem innerstaatlichen Recht alle weiteren Ausnahmen oder Herabsetzungsgründe vorsehen, die sie für angebracht halten.

Art. 7 Fristen Die Vertragsparteien können in ihrem innerstaatlichen Recht Folgendes vorsehen: a) relative und/oder absolute Fristen, auch in Bezug auf Abhilfemassnahmen; und b) den Beginn des Zeitraums, ab dem eine Frist läuft.

Art. 8 Finanzielle Obergrenzen Die Vertragsparteien können in ihrem innerstaatlichen Recht finanzielle Obergren- zen für die Rückforderung von im Zusammenhang mit Abhilfemassnahmen entstan- denen Kosten und Auslagen vorsehen.

Art. 9 Rückgriffsrecht Dieses Zusatzprotokoll schränkt Rückgriffsrechte oder Schadensersatzansprüche, die ein Betreiber möglicherweise gegen eine andere Person hat, nicht ein.

Art. 10 Finanzielle Sicherheiten (1) Den Vertragsparteien bleibt das Recht vorbehalten, in ihrem innerstaatlichen Recht Bestimmungen über finanzielle Sicherheiten vorzusehen. (2) Die Vertragsparteien üben das in Absatz 1 genannte Recht in Einklang mit ihren völkerrechtlichen Rechten und Verpflichtungen unter Berücksichtigung der letzten drei Absätze der Präambel des Protokolls aus. (3) Die erste Tagung der Konferenz der Vertragsparteien, die als Tagung der Ver- tragsparteien des Protokolls dient, nach dem Inkrafttreten des Zusatzprotokolls ersucht das Sekretariat, eine umfassende Untersuchung durchzuführen, die sich unter anderem mit Folgendem befasst:

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a) den Modalitäten der Mechanismen für finanzielle Sicherheiten; b) einer Bewertung der ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Auswir- kungen solcher Mechanismen, insbesondere auf Entwicklungsländer; und c) einer Ermittlung der geeigneten Stellen, die finanzielle Sicherheiten zur Ver- fügung stellen.

Art. 11 Verantwortlichkeit der Staaten für völkerrechtswidrige Handlungen Dieses Zusatzprotokoll lässt die Rechte und Verpflichtungen der Staaten nach den Regeln des allgemeinen Völkerrechts in Bezug auf die Verantwortlichkeit der Staa- ten für völkerrechtswidrige Handlungen unberührt.

Art. 12 Umsetzung und Bezug zur zivilrechtlichen Haftung (1) Die Vertragsparteien sehen in ihrem innerstaatlichen Recht Regeln und Verfah- ren für den Umgang mit Schaden vor. Um diese Verpflichtung zu erfüllen, sehen die Vertragsparteien Abhilfemassnahmen im Einklang mit diesem Zusatzprotokoll vor und können gegebenenfalls: a) ihr bestehendes innerstaatliches Recht anwenden, einschliesslich, sofern an- wendbar, der allgemeinen Regeln und Verfahren für die zivilrechtliche Haf- tung; b) Regeln und Verfahren für die zivilrechtliche Haftung speziell für diesen Zweck anwenden oder entwickeln; oder c) eine Kombination aus beidem anwenden oder entwickeln. (2) Mit dem Ziel, in ihrem innerstaatlichen Recht angemessene Regeln und Verfah- ren für die zivilrechtliche Haftung für Sach- oder Personenschäden in Verbindung mit dem in Artikel 2 Absatz 2 Buchstabe b bestimmten Schaden vorzusehen: a) wenden die Vertragsparteien weiterhin ihre bestehenden allgemeinen Rechtsvorschriften über die zivilrechtliche Haftung an; b) entwickeln die Vertragsparteien Rechtsvorschriften über die zivilrechtliche Haftung speziell für diesen Zweck und wenden diese an oder wenden diese weiterhin an; oder c) entwickeln die Vertragsparteien eine Kombination aus beidem und wenden diese an oder wenden diese weiterhin an. (3) Bei der Entwicklung der in Absatz 1 Buchstabe b oder c oder in Absatz 2 Buch- stabe b oder c genannten Rechtsvorschriften über die zivilrechtliche Haftung behan- deln die Vertragsparteien gegebenenfalls unter anderem die folgenden Elemente: a) den Schaden; b) die Haftungsnorm, einschliesslich der verschuldensunabhängigen oder ver- schuldensabhängigen Haftung;

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c) die Kanalisierung der Haftung, soweit angemessen; d) das Recht, Klage zu erheben.

Art. 13 Bewertung und Überprüfung Die Konferenz der Vertragsparteien, die als Tagung der Vertragsparteien des Proto- kolls dient, überprüft fünf Jahre nach Inkrafttreten dieses Zusatzprotokolls und danach alle fünf Jahre die Wirksamkeit dieses Zusatzprotokolls, sofern die Vertrags- parteien Informationen zur Verfügung gestellt haben, die eine solche Überprüfung erforderlich machen. Die Überprüfung erfolgt im Rahmen der Bewertung und Über- prüfung des Protokolls nach Artikel 35 des Protokolls, sofern die Vertragsparteien dieses Zusatzprotokolls nichts anderes beschliessen. Die erste Überprüfung hat eine Überprüfung der Wirksamkeit der Artikel 10 und 12 zu umfassen.

Art. 14 Die Konferenz der Vertragsparteien, die als Tagung der Vertragsparteien des Protokolls dient (1) Vorbehaltlich des Artikels 32 Absatz 2 des Übereinkommens4 dient die als Tagung der Vertragsparteien des Protokolls dienende Konferenz der Vertragspar- teien als Tagung der Vertragsparteien dieses Zusatzprotokolls. (2) Die Konferenz der Vertragsparteien, die als Tagung der Vertragsparteien des Protokolls dient, überprüft regelmässig die Durchführung dieses Zusatzprotokolls und trifft im Rahmen ihres Auftrags die notwendigen Entscheidungen, um seine wirksame Durchführung zu fördern. Sie nimmt die ihr durch dieses Zusatzprotokoll zugewiesenen Aufgaben und entsprechend die ihr durch Artikel 29 Absatz 4 Buch- staben a und f des Protokolls zugewiesenen Aufgaben wahr.

Art. 15 Sekretariat Das durch Artikel 24 des Übereinkommens5 eingesetzte Sekretariat ist gleichzeitig Sekretariat dieses Zusatzprotokolls.

Art. 16 Verhältnis zum Übereinkommen und zum Protokoll (1) Dieses Zusatzprotokoll ergänzt das Protokoll und ändert es nicht. (2) Dieses Zusatzprotokoll lässt die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien dieses Zusatzprotokolls aus dem Übereinkommen6 und dem Protokoll unberührt. (3) Sofern in diesem Zusatzprotokoll nichts anderes vorgesehen ist, finden die Bestimmungen des Übereinkommens und des Protokolls entsprechend auch auf dieses Zusatzprotokoll Anwendung. (4) Unbeschadet des Absatzes 3 lässt dieses Zusatzprotokoll die Rechte und Pflich- ten einer Vertragspartei aufgrund des Völkerrechts unberührt.

4 SR 0.451.43 5 SR 0.451.43 6 SR 0.451.43

Haftung und Wiedergutmachung zum Protokoll von Cartagena über AS 2018

Art. 17 Unterzeichnung Dieses Zusatzprotokoll liegt für die Vertragsparteien des Protokolls vom 7. März

2011 bis 6. März 2012 am Sitz der Vereinten Nationen in New York zur Unter-

zeichnung auf.

Art. 18 Inkrafttreten (1) Dieses Zusatzprotokoll tritt am neunzigsten Tag nach dem Zeitpunkt der Hinter- legung der vierzigsten Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitritts- urkunde durch Staaten oder durch Organisationen der regionalen Wirtschaftsintegra- tion, die Vertragsparteien des Protokolls sind, in Kraft. (2) Dieses Zusatzprotokoll tritt für einen Staat oder eine Organisation der regiona- len Wirtschaftsintegration, der beziehungsweise die es nach Hinterlegung der vier- zigsten Urkunde nach Absatz 1 ratifiziert, annimmt, genehmigt oder ihm beitritt, am neunzigsten Tag nach dem Zeitpunkt in Kraft, zu dem dieser Staat oder diese Orga- nisation der regionalen Wirtschaftsintegration seine beziehungsweise ihre Ratifikati- ons-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde hinterlegt, oder zu dem Zeitpunkt, zu dem das Protokoll für diesen Staat oder diese Organisation der regio- nalen Wirtschaftsintegration in Kraft tritt, falls dies der spätere Zeitpunkt ist. (3) Für die Zwecke der Absätze 1 und 2 zählt eine von einer Organisation der regionalen Wirtschaftsintegration hinterlegte Urkunde nicht als zusätzliche Urkunde zu den von den Mitgliedstaaten der betreffenden Organisation hinterlegten Urkun- den.

Art. 19 Vorbehalte Vorbehalte zu diesem Zusatzprotokoll sind nicht zulässig.

Art. 20 Rücktritt (1) Eine Vertragspartei kann jederzeit nach Ablauf von zwei Jahren nach dem Zeitpunkt, zu dem dieses Zusatzprotokoll für sie in Kraft getreten ist, durch eine an den Verwahrer gerichtete schriftliche Notifikation von dem Zusatzprotokoll zurück- treten. (2) Der Rücktritt wird nach Ablauf eines Jahres nach dem Eingang der Notifikation beim Verwahrer oder zu einem gegebenenfalls in der Rücktrittsnotifikation genann- ten späteren Zeitpunkt wirksam. (3) Eine Vertragspartei, die von dem Protokoll nach Artikel 39 des Protokolls zurücktritt, gilt auch als von diesem Zusatzprotokoll zurückgetreten.

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Art. 21 Verbindliche Wortlaute Die Urschrift dieses Zusatzprotokolls, dessen arabischer, chinesischer, englischer, französischer, russischer und spanischer Wortlaut gleichermassen verbindlich ist, wird beim Generalsekretär der Vereinten Nationen hinterlegt.

Zu Urkund dessen haben die hierzu gehörig befugten Unterzeichneten dieses Zu- satzprotokoll unterschrieben.

Geschehen zu Nagoya am 15. Oktober 2010.

(Es folgen die Unterschriften)

Geltungsbereich am 22. Januar 2018

Vertragsstaaten Ratifikation Inkrafttreten Beitritt (B)

Albanien 29. Januar 2013 B 5. März 2018 Bulgarien 6. Dezember 2012 5. März 2018 Burkina Faso 4. Oktober 2013 B 5. März 2018 Deutschland 27. August 2013 5. März 2018 Dänemark a 25. Februar 2015 5. März 2018 Estland 6. Februar 2015 B 5. März 2018 Europäische Union* 21. März 2013 5. März 2018 Finnland 25. April 2014 5. März 2018 Guinea-Bissau 24. September 2013 5. März 2018 Indien 19. Dezember 2014 5. März 2018 Irland 14. Januar 2013 5. März 2018 Japan 5. Dezember 2017 5. März 2018 Kambodscha 30. August 2013 B 5. März 2018 Kongo (Brazzaville) 16. Mai 2016 B 5. März 2018 Kongo (Kinshasa) 4. Oktober 2017 B 5. März 2018 Kuba 26. April 2017 B 5. März 2018 Lettland 30. November 2011 5. März 2018 Liberia 17. August 2015 B 5. März 2018 Litauen 6. Dezember 2012 5. März 2018 Luxemburg 14. Mai 2013 5. März 2018 Mali 23. Juni 2016 B 5. März 2018 Mexiko 26. September 2012 5. März 2018 Mongolei 21. Mai 2013 5. März 2018 Niederlande b 30. Dezember 2013 5. März 2018 Norwegen 1. November 2012 B 5. März 2018

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Vertragsstaaten Ratifikation Inkrafttreten Beitritt (B)

Rumänien 4. Oktober 2013 5. März 2018 Schweden 12. Oktober 2012 5. März 2018 Schweiz 27. Oktober 2014 5. März 2018 Slowakei 28. April 2015 5. März 2018 Slowenien 8. Mai 2014 5. März 2018 Spanien 4. Dezember 2012 5. März 2018 Swasiland 21. September 2016 B 5. März 2018 Syrien 5. November 2012 B 5. März 2018 Togo 8. Februar 2016 5. März 2018 Tschechische Republik 13. Februar 2012 5. März 2018 Uganda 25. Juni 2014 B 5. März 2018 Ungarn 9. Dezember 2013 5. März 2018 Vereinigte Arabische Emirate 12. September 2014 B 5. März 2018 Vereinigtes Königreich 17. März 2015 5. März 2018 Vietnam 23. April 2014 B 5. März 2018 Zentralafrikanische Republik 15. Juni 2017 5. März 2018 * Vorbehalte und Erklärungen. Die Vorbehalte, Erklärungen und Einwendungen werden in der AS nicht veröffentlicht, mit Ausnahme der Vorbehalte und Erklärungen der Schweiz. Die französischen und engli- schen Texte können auf der Internetseite der Vereinten Nationen: http://treaties.un.org/ ein- gesehen oder bei der Direktion für Völkerrecht, Sektion Staatsverträge, 3003 Bern, bezogen werden. a Das Protokoll gilt nicht für Grönland und die Färöer. b Das Protokoll gilt für das Königreich in Europa.

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