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AS 2022 208

Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Fachfrau Betriebsunterhalt / Fachmann Betriebsunterhalt mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis

AS 2022 www.bundesrecht.admin.ch Massgebend ist die signierte elektronische Fassung

Verordnung des SBFI über die berufliche Grundbildung Fachfrau Betriebsunterhalt / Fachmann Betriebsunterhalt mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ)

vom 15. März 2022

80202 Fachfrau / Fachmann Betriebsunterhalt EFZ

Agente / Agent d’exploitation CFC Operatrice / Operatore di edifici e infrastrutture AFC

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), gestützt auf Artikel 19 des Berufsbildungsgesetzes vom 13. Dezember 20021, auf Artikel 12 der Berufsbildungsverordnung vom 19. November 20032 (BBV) und auf Artikel 4 Absatz 4 der Jugendarbeitsschutzverordnung vom 28. September 20073 (ArGV 5), verordnet:

1. Abschnitt: Gegenstand, Schwerpunkte und Dauer

Art. 1 Berufsbild und Schwerpunkte

1 Fachleute Betriebsunterhalt auf Stufe EFZ beherrschen namentlich die folgenden

Tätigkeiten und zeichnen sich durch folgende Kenntnisse, Fähigkeiten und Haltungen aus: a. Sie arbeiten in öffentlichen Verwaltungen, Werkhöfen, Schulen, militärischen Einrichtungen, Spitälern, Pflegeinstitutionen, Sport- oder Freizeitanlagen, bei Kunsteisbahnen, in Badeanstalten oder privaten Betrieben oder bei Anbietern von Betriebsunterhaltsarbeiten. b. Sie warten, kontrollieren, unterhalten und reinigen die Infrastruktur in und an Gebäuden sowie Anlagen und führen die Grünpflege im Innen- und Aussen- bereich durch.

SR 412.101.220.37

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c. Sie verwenden verschiedene Fahrzeuge, Kleingeräte und Werkzeuge und pla- nen diese im Rahmen der Vorbereitung der Betriebsunterhaltsarbeiten ein. d. Sie arbeiten mit beim Aufbau der Infrastruktur für Anlässe und Veranstaltun- gen, sei es im Team oder selbstständig. e. Sie lagern und entsorgen Werkstoffe und Abfälle umweltgerecht. f. Sie arbeiten dienstleistungsorientiert und berücksichtigen bei all ihren Arbei- ten die Vorschriften in Bezug auf Arbeitssicherheit, Gesundheit, Ökologie und Hygiene. 2 Innerhalb des Berufs der Fachfrau Betriebsunterhalt und des Fachmanns Betriebs- unterhalt auf Stufe EFZ gibt es die folgenden Schwerpunkte: a. Hausdienst; b. Werkdienst; c. Sportanlagen.

3 Der Schwerpunkt wird im Lehrvertrag festgehalten.

Art. 2 Dauer und Beginn

1 Die berufliche Grundbildung dauert drei Jahre.

2 Inhaberinnen und Inhabern eines eidgenössischen Berufsattests Unterhaltspraktike- rin EBA oder Unterhaltspraktiker EBA wird das erste Jahr der beruflichen Grundbil- dung angerechnet. 3 Der Beginn der beruflichen Grundbildung richtet sich nach dem Schuljahr der zu- ständigen Berufsfachschule.

2. Abschnitt: Ziele und Anforderungen

Art. 3 Grundsätze 1 Die Ziele und die Anforderungen der beruflichen Grundbildung werden in Form von Handlungskompetenzen, gruppiert nach Handlungskompetenzbereichen, festgelegt.

2 Die Handlungskompetenzen umfassen Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompe-

tenzen.

3 Beim Aufbau der Handlungskompetenzen arbeiten alle Lernorte zusammen. Sie ko-

ordinieren die Inhalte der Ausbildung und der Qualifikationsverfahren.

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Art. 4 Handlungskompetenzen

1 Die Ausbildung umfasst in den folgenden Handlungskompetenzbereichen die nach-

stehenden Handlungskompetenzen: a. Vorbereiten von Betriebsunterhaltsarbeiten:

1. Betriebsunterhaltsarbeiten aufgrund des Auftrags oder des Wochenplans

planen,

2. Arbeitsmaterialien, Fahrzeuge, Kleingeräte und weiteres Werkzeug für

Betriebsunterhaltsarbeiten vorbereiten,

3. Arbeitsbereich im Rahmen von Unterhalts-, Reinigungs-, Wartungs-

oder Grünpflegearbeiten signalisieren,

4. Anspruchsgruppen über Beeinträchtigungen aufgrund der Betriebsunter-

haltsarbeiten informieren,

5. Sicherheitskonzept der bewirtschafteten Anlage umsetzen;

b. Reinigen, Unterhalten und Warten von Aussenanlagen, Installationen und Ge- bäuden:

1. Reinigungsgeräte, Stapler, Hubarbeitsbühne, Kettensägen und Frei-

schneidegeräte im Rahmen von Betriebsunterhaltsarbeiten bedienen,

2. Fahrzeuge und Kleingeräte für Betriebsunterhaltsarbeiten warten,

3. Installationen an Aussenanlagen reinigen,

4. Aussenanlagen baulich unterhalten,

5. Installationen an Aussen- und Innenanlagen und Gebäudeteilen kontrol-

lieren und unterhalten,

6. Installationen im Innenbereich und an Gebäudeteilen reinigen,

7. Mobiliar- und Gebäudetechnikinstallationen kontrollieren und warten;

c. Pflege von Grünflächen:

1. Grünflächen pflegen,

2. Ersatzbegrünung im Innen- und Aussenbereich pflanzen,

3. Innenbegrünung pflegen,

4. Gewässer im öffentlichen und privaten Raum unterhalten;

d. Bewirtschaften von Sportanlagen:

1. Wasserqualität im Schwimmbad überwachen,

2. Badewasser- und Eisaufbereitungsanlagen bedienen und unterhalten,

3. Eisflächen aufbauen, unterhalten und abbauen,

4. Wasseraufsicht im Badebetrieb in Zusammenarbeit mit einer Fachperson

wahrnehmen; e. Abschliessen von Betriebsunterhaltsarbeiten:

1. Chemikalien, Pflanzenschutzmittel, Desinfektions- und Reinigungsmit-

tel, Betriebsstoffe sowie Verbrauchsmaterial lagern,

2. Abfälle und Wertstoffe der bewirtschafteten Anlage entsorgen,

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3. Arbeitsplatz aufräumen, Fahrzeuge, Kleingeräte und weiteres Werkzeug

für Betriebsunterhaltsarbeiten betriebsbereit einlagern und die eigenen und die mit Geräten ausgeführten Arbeiten rapportieren; f. Zusammenarbeiten mit Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden:

1. Mitarbeitende in Betriebsunterhaltsarbeiten instruieren,

2. Kundenreklamationen aufgrund der Betriebsunterhaltsarbeiten bearbei-

ten,

3. Infrastruktur für Anlässe und Veranstaltungen bereitstellen, Anlässe und

Veranstaltungen einrichten und betreuen.

2 Der Aufbau der Handlungskompetenzen ist verbindlich:

a. in den Handlungskompetenzbereichen a, e und f sowie in den Handlungskom- petenzen b1–b5, c1 und c2: für alle Lernenden; b. in den Handlungskompetenzbereichen b–d wie folgt:

1. Hausdienst: Handlungskompetenzen b6, b7 und c3,

2. Werkdienst: Handlungskompetenz c4,

3. Sportanlagen: Handlungskompetenzen b6, b7, d1–d4.

3. Abschnitt: Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz

Art. 5

1 Die Anbieter der Bildung geben den Lernenden zu Beginn und während der Bildung

Vorschriften und Empfehlungen zur Arbeitssicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz, insbesondere zur Gefahrenkommunikation (Gefahrensymbole, Piktogramme, Gebotszeichen) in diesen drei Bereichen, ab und erklären sie ihnen. 2 Diese Vorschriften und Empfehlungen werden an allen Lernorten vermittelt und in den Qualifikationsverfahren berücksichtigt.

3 Den Lernenden wird an allen Lernorten das Wissen über nachhaltige Entwicklung,

insbesondere über den Ausgleich zwischen gesellschaftlichen, ökologischen und wirt- schaftlichen Interessen, vermittelt.

4 In Abweichung von Artikel 4 Absatz 1 ArGV 5 und gemäss den Vorgaben nach Ar-

tikel 4 Absatz 4 ArGV 5 können die Lernenden entsprechend ihrem Ausbildungsstand für die im Anhang 2 zum Bildungsplan aufgeführten Arbeiten herangezogen werden. 5 Voraussetzung für einen Einsatz nach Absatz 4 ist, dass die Lernenden entsprechend den erhöhten Gefährdungen ausgebildet, angeleitet und überwacht werden; diese be- sonderen Vorkehrungen werden im Anhang 2 zum Bildungsplan als begleitende Mas- snahmen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes festgelegt.

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4. Abschnitt:

Umfang der Bildung an den einzelnen Lernorten und Unterrichtssprache

Art. 6 Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb und an vergleichbaren Lernorten Die Bildung in beruflicher Praxis im Betrieb umfasst über die ganze Dauer der beruf- lichen Grundbildung im Durchschnitt vier Tage pro Woche.

Art. 7 Berufsfachschule

1 Der obligatorische Unterricht an der Berufsfachschule umfasst 1080 Lektionen.

Diese teilen sich gemäss nachfolgender Tabelle auf:

Unterricht 1. Lehrjahr 2. Lehrjahr 3. Lehrjahr Total

a. Berufskenntnisse – Vorbereiten von Betriebsunterhaltsarbeiten 100 40 60 200 – Abschliessen von Betriebsunterhaltsarbeiten – Zusammenarbeiten mit Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden – Reinigen, Unterhalten und Warten 80 100 80 260 von Aussenanlagen, Installationen und Gebäuden – Pflege von Grünflächen 20 60 60 140 Total Berufskenntnisse 200 200 200 600 b. Allgemeinbildung 120 120 120 360 c. Sport 40 40 40 120 Total Lektionen 360 360 360 1080

2 Bei den Lektionenzahlen sind geringfügige Verschiebungen zwischen den Lehrjah-

ren innerhalb des gleichen Handlungskompetenzbereichs in Absprache mit den zu- ständigen kantonalen Behörden und den zuständigen Organisationen der Arbeitswelt möglich. Das Erreichen der vorgegebenen Bildungsziele muss in jedem Fall gewähr- leistet sein. 3 Für den allgemeinbildenden Unterricht gilt die Verordnung des SBFI vom 27. April 20064 über Mindestvorschriften für die Allgemeinbildung in der beruflichen Grund- bildung. 4 Unterrichtssprache ist die Landessprache des Schulortes. Die Kantone können neben dieser Unterrichtssprache andere Unterrichtssprachen zulassen. 5 Zweisprachiger Unterricht in der Landessprache des Schulortes und in einer weite- ren Landessprache oder in Englisch ist empfohlen.

4 SR 412.101.241

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Art. 8 Überbetriebliche Kurse

1 Die überbetrieblichen Kurse umfassen:

a. für die Schwerpunkte Hausdienst und Werkdienst: 25 Tage zu 8 Stunden, auf- geteilt auf 4 Kurse; b. für den Schwerpunkt Sportanlagen: 29 Tage zu 8 Stunden, aufgeteilt auf 7 Kurse. 2 Die Tage und die Inhalte sind wie folgt auf die 4 Kurse beziehungsweise 7 Kurse aufgeteilt:

Lehrjahr Kurse Handlungskompetenzbereiche Schwerpunkt und Anzahl Tage

Hausdienst Werkdienst Sportanlagen

1 1 Vorbereiten von Betriebsunterhaltsarbeiten

Reinigen, Unterhalten und Warten von Aussenanlagen, Installationen und Gebäuden Abschliessen von Betriebsunterhaltsarbeiten 8 7 8

1 2 Bewirtschaften von Sportanlagen 1

2 3 Reinigen, Unterhalten und Warten von Aussenanlagen,

Installationen und Gebäuden 7 7 7

2 4 Reinigen, Unterhalten und Warten von Aussenanlagen,

Installationen und Gebäuden Pflege von Grünflächen Zusammenarbeiten mit Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden 4 4 4

2 5 Bewirtschaften von Sportanlagen 1

3 6 Vorbereiten von Betriebsunterhaltsarbeiten

Reinigen, Unterhalten und Warten von Aussenanlagen, Installationen und Gebäuden Pflege von Grünflächen 6 7 6

3 7 Bewirtschaften von Sportanlagen 2

Total 25 25 29

3 Im letzten Semester der beruflichen Grundbildung dürfen keine überbetrieblichen Kurse stattfinden.

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5. Abschnitt: Bildungsplan

Art. 9 1 Mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung liegt ein Bildungsplan5 der zuständigen Organisation der Arbeitswelt vor.

2 Der Bildungsplan hat folgenden Inhalt:

a. Er enthält das Qualifikationsprofil; dieses besteht aus:

1. dem Berufsbild;

2. der Übersicht über die Handlungskompetenzbereiche und die Hand-

lungskompetenzen;

3. dem Anforderungsniveau des Berufs.

b. Er führt die Inhalte der Grundbildung sowie die Bestimmungen zur Arbeits- sicherheit, zum Gesundheitsschutz und zum Umweltschutz aus. c. Er bestimmt, an welchen Lernorten welche Handlungskompetenzen vermittelt und gelernt werden. 3 Dem Bildungsplan angefügt ist das Verzeichnis der Instrumente zur Sicherstellung und Umsetzung der beruflichen Grundbildung sowie zur Förderung der Qualität mit Angabe der Bezugsquelle.

6. Abschnitt:

Anforderungen an die Berufsbildnerinnen und Berufsbildner und Höchstzahl der Lernenden im Betrieb

Art. 10 Fachliche Anforderungen an Berufsbildnerinnen und Berufsbildner Die fachlichen Anforderungen an eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner er- füllt, wer über eine der folgenden Qualifikationen verfügt: a. Fachfrau oder Fachmann Betriebsunterhalt EFZ mit mindestens 3 Jahren be- ruflicher Praxis im Lehrgebiet; b. eidgenössisches Fähigkeitszeugnis eines verwandten Berufs mit den notwen- digen Berufskenntnissen im Bereich der Fachfrau und des Fachmanns Be- triebsunterhalt EFZ und mit mindestens 5 Jahren beruflicher Praxis im Lehr- gebiet; c. einschlägiger Abschluss der höheren Berufsbildung; d. einschlägiger Hochschulabschluss mit mindestens 2 Jahren beruflicher Praxis im Lehrgebiet.

5 Der Bildungsplan vom 15. März 2022 ist zu finden auf der Website des SBFI über

das Berufsverzeichnis unter www.bvz.admin.ch > Berufe A–Z.

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Art. 11 Höchstzahl der Lernenden 1 Betriebe, die eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner zu 100 Prozent oder zwei Berufsbildnerinnen oder Berufsbildner zu je mindestens 60 Prozent beschäfti- gen, dürfen eine lernende Person ausbilden. 2 Mit jeder zusätzlichen Beschäftigung einer Fachkraft zu 100 Prozent oder von zwei Fachkräften zu je mindestens 60 Prozent darf eine weitere lernende Person im Betrieb ausgebildet werden. 3 Als Fachkraft gilt, wer im Fachbereich der lernenden Person über ein eidgenössi- sches Fähigkeitszeugnis, ein eidgenössisches Berufsattest oder über eine gleichwer- tige Qualifikation verfügt. 4 In Betrieben, die nur eine lernende Person ausbilden dürfen, kann eine zweite ler- nende Person ihre Bildung beginnen, wenn die erste in das letzte Jahr der beruflichen Grundbildung eintritt. 5 In besonderen Fällen kann die kantonale Behörde einem Betrieb, der seit mehreren Jahren Lernende mit überdurchschnittlichem Erfolg ausgebildet hat, die Überschrei- tung der Höchstzahl der Lernenden bewilligen.

7. Abschnitt:

Lerndokumentation, Bildungsbericht und Leistungsdokumentation

Art. 12 Lerndokumentation 1 Die lernende Person führt während der Bildung in beruflicher Praxis eine Lerndo- kumentation, in der sie laufend alle wesentlichen Arbeiten im Zusammenhang mit den zu erwerbenden Handlungskompetenzen festhält. 2 Mindestens einmal pro Semester kontrolliert und unterzeichnet die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner die Lerndokumentation und bespricht sie mit der lernenden Person.

Art. 13 Bildungsbericht 1 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner hält am Ende jedes Semesters den Bil- dungsstand der lernenden Person in einem Bildungsbericht fest. Sie oder er stützt sich dabei auf die Leistungen in der beruflichen Praxis und auf Rückmeldungen über die Leistungen in der Berufsfachschule und in den überbetrieblichen Kursen. Sie oder er bespricht den Bildungsbericht mit der lernenden Person.

2 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner und die lernende Person vereinbaren

wenn nötig Massnahmen zum Erreichen der Bildungsziele und setzen dafür Fristen. Sie halten die getroffenen Entscheide und vereinbarten Massnahmen schriftlich fest. 3 Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner überprüft die Wirkung der vereinbarten Massnahmen nach der gesetzten Frist und hält den Befund im nächsten Bildungsbe- richt fest.

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4 Werden trotz der vereinbarten Massnahmen die Ziele nicht erreicht oder ist der Aus- bildungserfolg gefährdet, so teilt die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner dies den Vertragsparteien und der kantonalen Behörde schriftlich mit.

Art. 14 Leistungsdokumentation in der Berufsfachschule Die Berufsfachschule dokumentiert die Leistungen der lernenden Person in den un- terrichteten Handlungskompetenzbereichen und in der Allgemeinbildung und stellt ihr am Ende jedes Semesters ein Zeugnis aus.

8. Abschnitt: Qualifikationsverfahren

Art. 15 Zulassung Zu den Qualifikationsverfahren wird zugelassen, wer die berufliche Grundbildung ab- solviert hat: a. nach den Bestimmungen dieser Verordnung; b. in einer vom Kanton dafür anerkannten Bildungsinstitution; oder c. ausserhalb eines geregelten Bildungsganges und:

1. die nach Artikel 32 BBV erforderliche Erfahrung erworben hat,

2. von dieser beruflichen Erfahrung mindestens 2 Jahre im Bereich der

Fachfrau und des Fachmanns Betriebsunterhalt EFZ erworben hat, und

3. glaubhaft macht, den Anforderungen der jeweiligen Qualifikationsver-

fahren gewachsen zu sein.

Art. 16 Gegenstand In den Qualifikationsverfahren ist nachzuweisen, dass die Handlungskompetenzen nach Artikel 4 erworben worden sind.

Art. 17 Umfang und Durchführung des Qualifikationsverfahrens mit Abschlussprüfung

1 Im Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung werden die Handlungskompeten-

zen in den nachstehenden Qualifikationsbereichen wie folgt geprüft: a. praktische Arbeit, als vorgegebene praktische Arbeit (VPA) im Umfang von

12 Stunden; dafür gilt Folgendes:

1. dieser Qualifikationsbereich wird gegen Ende der beruflichen Grundbil-

dung geprüft,

2. die lernende Person muss zeigen, dass sie fähig ist, die geforderten Tä-

tigkeiten fachlich korrekt sowie bedarfs- und situationsgerecht auszufüh- ren,

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3. die Lerndokumentation und die Unterlagen der überbetrieblichen Kurse

dürfen als Hilfsmittel verwendet werden,

4. der Qualifikationsbereich umfasst die folgenden Handlungskompetenz-

bereiche sowie das Fachgespräch im Umfang von 30 Minuten mit den nachstehenden Gewichtungen:

Position Handlungskompetenzbereiche Gewichtung Schwerpunkte

Hausdienst Werkdienst Sportanlagen

1 Reinigen, Unterhalten und Warten von Aussenanlagen,

Installationen und Gebäuden 30 % 40 % 30 %

2 Pflege von Grünflächen 20 % 20 % 20 %

3 Schwerpunktspezifische Handlungskompetenzen 30 % 20 % 30 %

4 Fachgespräch

Zusammenarbeiten mit Mitarbeitenden, Kundinnen und Kunden 20 % 20 % 20 %

b. Allgemeinbildung; der Qualifikationsbereich richtet sich nach der Verord- nung des SBFI vom 27. April 20066 über Mindestvorschriften für die Allge- meinbildung in der beruflichen Grundbildung.

2 In jedem Qualifikationsbereich beurteilen mindestens zwei Prüfungsexpertinnen

oder -experten die Leistungen.

Art. 18 Bestehen, Notenberechnung, Notengewichtung

1 Das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung ist bestanden, wenn:

a. der Qualifikationsbereich «praktische Arbeit» mindestens mit der Note 4 bewertet wird; und b. die Gesamtnote mindestens 4 beträgt. 2 Die Gesamtnote ist das auf eine Dezimalstelle gerundete Mittel aus der Summe der gewichteten Noten der einzelnen Qualifikationsbereiche der Abschlussprüfung und der gewichteten Erfahrungsnote; dabei gilt folgende Gewichtung: a. praktische Arbeit: 60 %; b. Allgemeinbildung: 20 %; c. Erfahrungsnote: 20 %. 3 Die Erfahrungsnote ist das auf eine ganze oder halbe Note gerundete Mittel aus der Summe der sechs Semesterzeugnisnoten für den Unterricht in den Berufskenntnissen.

6 SR 412.101.241

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Art. 19 Wiederholungen 1 Die Wiederholung des Qualifikationsverfahrens richtet sich nach Artikel 33 BBV.

2 Muss ein Qualifikationsbereich wiederholt werden, so ist er in seiner Gesamtheit zu wiederholen.

3 Wird die Abschlussprüfung ohne erneuten Besuch des Unterrichts in den Berufs-

kenntnissen wiederholt, so wird die bisherige Erfahrungsnote beibehalten. Wird der Unterricht in den Berufskenntnissen während mindestens zwei Semestern wiederholt, so zählen für die Berechnung der Erfahrungsnote nur die neuen Noten.

Art. 20 Qualifikationen ausserhalb eines geregelten Bildungsganges (Spezialfall)

1 Hat eine kandidierende Person die erforderlichen Handlungskompetenzen aus-

serhalb der geregelten beruflichen Grundbildung erworben und die Abschlussprüfung nach dieser Verordnung absolviert, so entfällt die Erfahrungsnote. 2 Für die Berechnung der Gesamtnote werden in diesem Fall die einzelnen Noten wie folgt gewichtet: a. praktische Arbeit: 80 %; b. Allgemeinbildung: 20 %.

9. Abschnitt: Ausweise und Titel

Art. 21 1 Wer ein Qualifikationsverfahren erfolgreich durchlaufen hat, erhält das eidgenössi- sche Fähigkeitszeugnis (EFZ). 2 Das Fähigkeitszeugnis berechtigt, den gesetzlich geschützten Titel «Fachfrau Be- triebsunterhalt EFZ» oder «Fachmann Betriebsunterhalt EFZ» zu führen. 3 Ist das Fähigkeitszeugnis mittels Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung er- worben worden, so werden im Notenausweis aufgeführt: a. die Gesamtnote; b. die Noten jedes Qualifikationsbereichs der Abschlussprüfung sowie, unter dem Vorbehalt von Artikel 20 Absatz 1, die Erfahrungsnote.

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10. Abschnitt: Qualitätsentwicklung und Organisation

Art. 22 Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Fachfrau/Fachmann Betriebsunterhalt EFZ sowie Unterhaltspraktikerin/Unterhaltspraktiker EBA

1 Die Schweizerische Kommission für Berufsentwicklung und Qualität für Fach-

frau/Fachmann Betriebsunterhalt EFZ sowie Unterhaltspraktikerin/Unterhaltsprakti- ker EBA setzt sich zusammen aus: a. vier bis sechs Vertreterinnen oder Vertretern des Schweizerischen Fachver- bands für Betriebsunterhalt; b. ein bis zwei Vertreterinnen oder Vertretern der Fachlehrerschaft; c. je mindestens einer Vertreterin oder einem Vertreter des Bundes und der Kan- tone.

2 Für die Zusammensetzung gilt überdies:

a. Eine paritätische Vertretung beider Geschlechter ist anzustreben. b. Die Sprachregionen müssen gebührend vertreten sein. c. Die Schwerpunkte müssen vertreten sein.

3 Die Kommission konstituiert sich selbst.

4 Sie hat insbesondere folgende Aufgaben:

a. Sie überprüft diese Verordnung und den Bildungsplan mindestens alle fünf Jahre auf wirtschaftliche, technologische, ökologische und didaktische Ent- wicklungen; dabei berücksichtigt sie allfällige neue organisatorische Aspekte der beruflichen Grundbildung. b. Beobachtet sie Entwicklungen, die eine Änderung dieser Verordnung erfor- dern, so ersucht sie die zuständige Organisation der Arbeitswelt, dem SBFI die entsprechende Änderung zu beantragen. c. Beobachtet sie Entwicklungen, die eine Anpassung des Bildungsplans erfor- dern, so stellt sie der zuständigen Organisation der Arbeitswelt Antrag auf Anpassung des Bildungsplans. d. Sie nimmt Stellung zu den Instrumenten zur Sicherstellung und Umsetzung der beruflichen Grundbildung sowie zur Förderung der Qualität, insbesondere zu den Ausführungsbestimmungen zum Qualifikationsverfahren mit Ab- schlussprüfung.

Art. 23 Trägerschaft und Organisation der überbetrieblichen Kurse 1 Träger für die überbetrieblichen Kurse ist der Schweizerische Fachverband Betriebs- unterhalt.

2 Die Kantone können die Durchführung der überbetrieblichen Kurse unter Mitwir-

kung der zuständigen Organisationen der Arbeitswelt einer anderen Trägerschaft

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übertragen, namentlich wenn die Qualität oder die Durchführung der überbetriebli- chen Kurse nicht mehr gewährleistet ist. 3 Sie regeln mit der Trägerschaft die Organisation und die Durchführung der überbe- trieblichen Kurse.

4 Die zuständigen Behörden der Kantone haben jederzeit Zutritt zu den Kursen.

11. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 24 Aufhebung eines anderen Erlasses Die Verordnung des SBFI vom 8. September 20147 über die berufliche Grundbildung Fachfrau Betriebsunterhalt / Fachmann Betriebsunterhalt mit eidgenössischem Fähig- keitszeugnis (EFZ) wird aufgehoben.

Art. 25 Übergangsbestimmungen und erstmalige Anwendung einzelner Bestimmungen 1 Lernende, die ihre Bildung als Fachfrau oder Fachmann Betriebsunterhalt vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung begonnen haben, schliessen sie nach bisherigem Recht ab, sofern der Abschluss bis zum 31. Dezember 2027 erfolgt. 2 Kandidierende, die das Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung für Fachfrau oder Fachmann Betriebsunterhalt bis zum 31. Dezember 2027 wiederholen, werden nach bisherigem Recht beurteilt. Auf ihren schriftlichen Antrag hin werden sie nach neuem Recht beurteilt.

3 Die Bestimmungen über Qualifikationsverfahren, Ausweise und Titel (Art. 1521)

kommen ab dem 1. Januar 2026 zur Anwendung.

Art. 26 Inkrafttreten Diese Verordnung tritt am 1. Januar 2023 in Kraft.

15. März 2022 Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation: Martina Hirayama Staatssekretärin

7 AS 2014 3257; 2017 7331

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