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AS 2019 1813

Verordnung der Schweizerischen Hochschulkonferenz über die Ermittlung des Bedarfs an öffentlichen Finanzmitteln für die Hochschulen (Referenzkostenverordnung SHK)

Verordnung der Schweizerischen Hochschulkonferenz über die Ermittlung des Bedarfs an öffentlichen Finanzmitteln für die Hochschulen (Referenzkostenverordnung SHK)

vom 20. Mai 2019

Die Plenarversammlung der Schweizerischen Hochschulkonferenz (SHK), gestützt auf die Artikel 42, 43 und 44 Absatz 4 des Hochschulförderungs- und -koordinationsgesetzes vom 30. September 20111 (HFKG), verordnet:

1. Abschnitt: Gegenstand

Art. 1 Diese Verordnung regelt: a. die Festlegung der finanziellen Rahmenbedingungen gemäss Artikel 43 HFKG; b. die Einzelheiten zur Festlegung der Referenzkosten pro Studentin oder Stu- dent gemäss Artikel 44 HFKG; c. die Einzelheiten, nach denen der Hochschulrat der Schweizerischen Hoch- schulkonferenz (Hochschulrat) gemäss Artikel 42 HFKG den Bedarf an öf- fentlichen Finanzmitteln für die Hochschulen und die anderen Institutionen des Hochschulbereichs (Gesamtbetrag der Referenzkosten) für jede Finan- zierungsperiode festlegt.

2. Abschnitt: Festlegung der finanziellen Rahmenbedingungen

Art. 2 Grundsatz Bei der Festlegung der Referenzkosten und bei der Festlegung des Gesamtbetrags der Referenzkosten werden die Finanzplanungen des Bundes und der Kantone, insbesondere die darin vorgesehenen Ausgabenentwicklungen für den Bereich

SR 414.207.2 1 SR 414.20

2019-1015 1813

Referenzkostenverordnung SHK AS 2019

Bildung und Forschung, sowie die weiteren finanziellen Rahmenbedingungen be- achtet.

Art. 3 Finanzplanungen des Bundes und der Kantone

1 Als Finanzplanung des Bundes gilt jeweils der vom Bundesrat verabschiedete

Legislaturfinanzplan.

2 Es werden die jeweils aktuellsten Finanzplanungen der Kantone berücksichtigt.

Art. 4 Weitere finanzielle Rahmenbedingungen

1 Zu den weiteren finanziellen Rahmenbedingungen gehören insbesondere die

Prognosen über die Entwicklung der Studierendenzahlen und über die Teuerung.

2 Für die Studierendenprognosen werden die jeweils aktuellsten Referenzszenarien

des Bundesamtes für Statistik (BFS) verwendet. 3 Die Teuerungsprognosen basieren auf den aktuellsten volkswirtschaftlichen Refe- renzgrössen der Expertengruppe des Bundes für die Konjunkturprognosen.2

3. Abschnitt: Festlegung der Referenzkosten

Art. 5 Geltungsdauer und Zusammensetzung

1 Die Referenzkosten werden für jede Fachbereichsgruppe pro Studentin oder Stu-

dent festgelegt. Dabei werden sie zeitlich abgestimmt auf die Finanzierungsperiode der Botschaft des Bundesrates zur Förderung von Bildung, Forschung und Innova- tion. 2 Sie setzen sich aus den Betriebskosten der Lehre und einem Anteil Forschungskos- ten zusammen.

Art. 6 Betriebskosten der Lehre Die durchschnittlichen Betriebskosten der Lehre der letzten zwei verfügbaren Jahre gemäss den Kostenrechnungen der Hochschulen bilden für jede Fachbereichsgruppe die Ausgangswerte für die Festlegung der Referenzkosten.

Art. 7 Abweichungen Weichen einzelne Werte gemäss Artikel 6 erheblich vom Durchschnitt ab, so kön- nen diese bei der Festlegung der Referenzkosten unberücksichtigt bleiben.

2 www.seco.admin.ch > Wirtschaftslage & Wirtschaftspolitik > Wirtschaftslage >

Konjunkturprognosen

Referenzkostenverordnung SHK AS 2019

Art. 8 Anteil Forschungskosten

1 Für jede Fachbereichsgruppe wird der Anteil Forschungskosten bestimmt, mit dem

eine Lehre von hoher Qualität sichergestellt werden kann.

2 Die durchschnittlichen Forschungskosten der letzten zwei verfügbaren Jahre ge-

mäss den Kostenrechnungen der Hochschulen bilden die Ausgangswerte für die Bestimmung des Anteils Forschungskosten.

3 Die Besonderheiten der universitären Hochschulen und der Fachhochschulen

sowie ihrer Fachbereiche werden berücksichtigt.

4 Der Anteil Forschungskosten darf nicht höher ausfallen als die den Hochschulen

nach Abzug der Drittmittel verbleibenden Kosten der Forschung gemäss ihren Kostenrechnungen.

4. Abschnitt: Festlegung des Gesamtbetrags der Referenzkosten

Art. 9

1 Der Hochschulrat nimmt als Ausgangswerte für die Festlegung des Gesamtbetrags

der Referenzkosten die für jede Fachbereichsgruppe festgelegten Referenzkosten.

2 Er kann den Anteil der Forschungskosten gemäss Artikel 8 auf der Basis der von

ihm beschlossenen Prioritäten und Massnahmen im Rahmen der gesamtschweizeri- schen hochschulpolitischen Koordination und Aufgabenteilung in besonders kosten- intensiven Bereichen anpassen.

3 Dabei darf der Anteil Forschungskosten nicht höher ausfallen als die den Hoch-

schulen nach Abzug der Drittmittel verbleibenden Kosten der Forschung.

4 Zur Festlegung des Gesamtbetrags der Referenzkosten multipliziert der Hoch-

schulrat anschliessend pro Fachbereichsgruppe die von ihm festgelegten Werte mit der erwarteten Anzahl der Studierenden gemäss Artikel 4 Absatz 2 und wendet die Teuerungsprognose gemäss Artikel 4 Absatz 3 an.

5. Abschnitt: Inkrafttreten

Art. 10 Diese Verordnung tritt am 1. Juli 2019 in Kraft.

20. Mai 2019 Im Namen des Hochschulrates Der Präsident: Guy Parmelin

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