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40.7015

Kantonale Umweltverordnung (KUV)

Vom 15.11.2006 (Stand 01.01.2009)

Präambel

Der Landrat des Kantons Uri,

gestützt auf Artikel 87 Absatz 1 des Kantonalen Umweltgesetzes vom 11. März 2007 (KUG, RB 40.7011),

beschliesst:

1 1 Die «Abwasser Uri»

1.1 1.1 Verteilung der Aktien

Art. 1

Die auf den Namen lautenden Aktien der «Abwasser Uri» sind wie folgt auf die Gemeinden verteilt:

  1. Gemeinde

    Anteil Einwohner

    einheitlicher Anteil

    Anteil Total

    Altdorf

    16.2%

    1.7%

    17.9%

    Andermatt

    2.4%

    1.7%

    4.1%

    Attinghausen

    2.9%

    1.7%

    4.6%

    Bauen

    0.4%

    1.7%

    2.1%

    Bürglen

    7.4%

    1.7%

    9.1%

    Erstfeld

    7.1%

    1.7%

    8.8%

    Flüelen

    3.5%

    1.7%

    5.2%

    Göschenen

    0.9%

    1.7%

    2.6%

    Gurtnellen

    1.2%

    1.7%

    2.9%

    Hospental

    0.4%

    1.7%

    2.1%

    Isenthal

    1.0%

    1.7%

    2.7%

    Realp

    0.3%

    1.7%

    2.0%

    Schattdorf

    9.1%

    1.7%

    10.8%

    Seedorf

    3.0%

    1.7%

    4.7%

    Seelisberg

    1.1%

    1.7%

    2.8%

    Silenen

    4.3%

    1.7%

    6.0%

    Sisikon

    0.7%

    1.7%

    2.4%

    Spiringen

    1.8%

    1.7%

    3.5%

    Unterschächen

    1.4%

    1.7%

    3.1%

    Wassen

    0.9%

    1.7%

    2.6%

    Total

    66.0%

    34.0%

    100.0%

1.2 1.2 Organe und Verfahren

Art. 2 Generalversammlung: Befugnisse

Die Befugnisse der Generalversammlung richten sich nach den Vorschriften des Obligationenrechts (SR 220), soweit das kantonale Umweltgesetz und diese Verordnung nichts anderes bestimmen.

Darüber hinaus:

  1. wählt sie die Präsidentin oder den Präsidenten und die Mitglieder des Verwaltungsrats
  2. wählt sie die Revisionsstelle
  3. genehmigt sie das jährliche Budget
  4. beschliesst sie für das laufende Jahr nicht budgetierte oder mehrjährige finanzielle Verpflichtungen, die den Betrag von 500'000 Franken übersteigen
  5. erlässt sie Rechtserlasse als Reglement, insbesondere über die Gebühren
  6. entscheidet sie über Beteiligungen an ausserkantonalen Abwasseranlagen

Vorbehalten bleiben die Volksabstimmungen nach dem kantonalen Umweltgesetz.

Art. 3 Generalversammlung: Einberufung

Die Generalversammlung wird mindestens 30 Tage vor der Versammlung einberufen. Dabei sind die zu behandelnden Geschäfte zu nennen.

Einberufen wird die Generalversammlung durch schriftliche Mitteilung an die Aktionärinnen und Aktionäre und durch Veröffentlichung der Einberufung im Amtsblatt des Kantons Uri.

Art. 4 Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat besteht aus mindestens fünf und höchstens neun Personen. Wählbar sind auch Personen, die im Kanton Uri nicht stimmberechtigt sind.

Der Verwaltungsrat hat die nach Artikel 716a Absatz 1 des Obligationenrechts (SR 220) unübertragbaren Aufgaben, soweit das Kantonale Umweltgesetz und diese Verordnung nichts anderes bestimmen.

Art. 5 Geschäftsleitung

Der Verwaltungsrat kann mit einem Organisationsreglement die Geschäftsführung einer Geschäftsleitung übertragen.

Das Organisationsreglement ordnet die Geschäftsführung und die Geschäftsleitung. Es umschreibt deren Aufgaben.

Art. 6 Revisionsstelle

Die Aufgaben der Revisionsstelle bestimmen sich nach Artikel 728 ff. des Obligationenrechts (SR 220).

Art. 7 Bekanntmachungen

Die von der Aktiengesellschaft ausgehenden Bekanntmachungen werden im Amtsblatt des Kantons Uri veröffentlicht.

1.3 1.3 Betrieb der «Abwasser Uri»

Art. 8 Betrieb

Nach der Gründung hat die «Abwasser Uri»:

  1. im Rahmen des Kantonalen Umweltgesetzes und dieser Verordnung die Übernahme der Aufgaben mit jeder Gemeinde einzeln festzulegen
  2. die Geschäftsprozesse neu zu gestalten. Dazu gehören insbesondere folgende Sachbereiche:
  3. 1.

    Betrieb

  4. 2.

    Unterhalt

  5. 3.

    Finanzplanung und Budgetierung

  6. 4.

    Gebühreninkasso

  7. 5.

    Unterhaltsund Erneuerungsplanung

  8. 6.

    Bedürfnisplanung, eingeschlossen die Generelle und Regionale Entwässerungsplanung

  9. 7.

    Ausbauplanung und ‑projektierung

  10. 8.

    Bauund Projektmanagement

Art. 9 Reglemente

Rechtserlasse der «Abwasser Uri» sind als Reglemente zu erlassen, die vom Regierungsrat zu genehmigen sind.

Art. 10 Personal

Die «Abwasser Uri» regelt die Beziehungen zu ihren Organen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach dem Zivilrecht.

Sie übernimmt, soweit möglich und zweckmässig, per 1. Januar 2010 das Personal der Gemeinden, das im Bereich der Abwasserentsorgung tätig ist.

Die «Abwasser Uri» gewährt ihrem Personal nach den Bestimmungen des Obligationenrechts (SR 220) beruflichen Vorsorgeschutz.

1.4 1.4 Gebühren

Art. 11 Gebührenobjekt

Die «Abwasser Uri» erhebt folgende Gebühren:

  1. eine einmalige Anschlussgebühr
  2. eine jährliche Benutzungsgebühr, die sich in eine feste Grundgebühr und eine variable Verbrauchsgebühr gliedert

Die Anschlussgebühr ist für den Anschluss an die Abwasseranlage der «Abwasser Uri» geschuldet, die Benutzungsgebühr für den Betrieb.

Art. 12 Gebührensubjekt

Schuldnerin und Schuldner der Gebühren sind:

  1. für die einmalige Anschlussgebühr die Eigentümerin oder der Eigentümer des Grundstücks im Zeitpunkt des Anschlusses
  2. für die jährliche Benutzungsgebühr die Eigentümerin oder der Eigentümer des Grundstücks im Zeitpunkt der Rechnungsstellung

Art. 13 Bemessungsgrundlagen

Die Anschlussgebühr und die feste Grundgebühr bemessen sich nach den Grundsätzen des Bundesrechts.

Die variable Verbrauchsgebühr (Mengengebühr) bemisst sich nach der abgegebenen Abwassermenge und der Qualität des abgegebenen Abwassers.

Art. 14 Gebührenhöhe

Die Abwassergebühren sind nach dem Verursacherprinzip und so zu bemessen, dass die Kosten für den Betrieb, den Unterhalt und den Ersatz der Abwasseranlagen mittelfristig gedeckt sind.

Die «Abwasser Uri» legt für das ganze Gebiet des Kantons Uri einheitliche Anschluss- und Benutzungsgebühren fest.

2 2 Die «Zentrale Organisation für Abfallbewirtschaftung im Kanton Uri (ZAKU)»

2.1 2.1 Verteilung der Aktien

Art. 15

Die auf den Namen lautenden Aktien sind wie folgt auf die Gemeinden verteilt:

  1. Gemeinde

    Anteil Einwohner

    Anteil Total

    Altdorf

    24.6%

    24.6%

    Andermatt

    3.7%

    3.7%

    Attinghausen

    4.4%

    4.4%

    Bauen

    0.6%

    0.6%

    Bürglen

    11.3%

    11.3%

    Erstfeld

    10.8%

    10.8%

    Flüelen

    5.2%

    5.2%

    Göschenen

    1.3%

    1.3%

    Gurtnellen

    1.8%

    1.8%

    Hospental

    0.6%

    0.6%

    Isenthal

    1.6%

    1.6%

    Realp

    0.5%

    0.5%

    Schattdorf

    13.7%

    13.7%

    Seedorf

    4.5%

    4.5%

    Seelisberg

    1.8%

    1.8%

    Silenen

    6.4%

    6.4%

    Sisikon

    1.1%

    1.1%

    Spiringen

    2.7%

    2.7%

    Unterschächen

    2.1%

    2.1%

    Wassen

    1.3%

    1.3%

    Total

    100.0%

    100.0%

2.2 2.2 Organe und Verfahren

Art. 16 Generalversammlung: Befugnisse

Die Befugnisse der Generalversammlung richten sich nach den Vorschriften des Obligationenrechts (SR 220), soweit das Kantonale Umweltgesetz und diese Verordnung nichts anderes bestimmen.

Darüber hinaus:

  1. wählt sie die Präsidentin oder den Präsidenten und die Mitglieder des Verwaltungsrats
  2. wählt sie die Revisionsstelle
  3. genehmigt sie das jährliche Budget
  4. beschliesst sie für das laufende Jahr nicht budgetierte oder mehrjährige finanzielle Verpflichtungen, die den Betrag von 500'000 Franken übersteigen
  5. erlässt sie Rechtserlasse als Reglement, insbesondere über die Gebühren
  6. entscheidet sie über Beteiligungen an ausserkantonalen Abfallanlagen

Vorbehalten bleiben die Volksabstimmungen nach dem Kantonalen Umweltgesetz.

Art. 17 Generalversammlung: Einberufung

Die Generalversammlung wird mindestens 30 Tage vor der Versammlung einberufen. Dabei sind die zu behandelnden Geschäfte zu nennen.

Einberufen wird die Generalversammlung durch schriftliche Mitteilung an die Aktionärinnen und Aktionäre und durch Veröffentlichung der Einberufung im Amtsblatt des Kantons Uri.

Art. 18 Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat besteht aus mindestens fünf und höchstens neun Personen. Wählbar sind auch Personen, die im Kanton Uri nicht stimmberechtigt sind.

Der Verwaltungsrat hat die nach Artikel 716a Absatz 1 des Obligationenrechts (SR 220) unübertragbaren Aufgaben, soweit das Kantonale Umweltgesetz und diese Verordnung nichts anderes bestimmen.

Art. 19 Geschäftsleitung

Der Verwaltungsrat kann mit einem Organisationsreglement die Geschäftsführung einer Geschäftsleitung übertragen.

Das Organisationsreglement ordnet die Geschäftsführung und die Geschäftsleitung. Es umschreibt deren Aufgaben.

Art. 20 Revisionsstelle

Die Aufgaben der Revisionsstelle bestimmen sich nach Artikel 728 ff. des Obligationenrechts (SR 220).

Art. 21 Bekanntmachungen

Die von der Aktiengesellschaft ausgehenden Bekanntmachungen werden im Amtsblatt des Kantons Uri veröffentlicht.

2.3 2.3 Der Betrieb der ZAKU

Art. 22 Betrieb

Nach der Gründung hat die ZAKU:

  1. die Übernahme der Aufgaben mit der Gemeinde Seelisberg festzulegen
  2. die Geschäftsprozesse zu überprüfen und allenfalls anzupassen

Art. 23 Reglemente

Rechtserlasse der ZAKU sind als Reglemente zu erlassen, die vom Regierungsrat zu genehmigen sind.

Art. 24 Personal

Die ZAKU regelt die Beziehungen zu ihren Organen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach dem Zivilrecht.

Sie gewährt ihrem Personal nach den Bestimmungen des Obligationenrechts (SR 220) beruflichen Vorsorgeschutz.

2.4 2.4 Gebühren

Art. 25 Grundsatz

Die ZAKU erhebt eine variable Benutzungsgebühr. Sie kann zudem eine feste Grundgebühr erheben.

Art. 26 Gebührensubjekt

Gebührenpflichtig sind die Benutzerinnen und Benutzer der Leistungen der ZAKU.

Art. 27 Gebührenobjekt

Die feste Grundgebühr wird von Haushaltungen und Unternehmen erhoben. Sie bemisst sich nach der Haushaltsgrösse respektive nach der Zahl der Arbeitsplätze.

Die variable Benutzungsgebühr richtet sich nach der abgegebenen Abfallmenge oder deren Gewicht.

Art. 28 Gebührenhöhe

Die Höhe der Abfallgebühr richtet sich nach den gesamten Aufwendungen der ZAKU für die Abfallentsorgung.

Sie ist im gesamten Entsorgungsgebiet gleich hoch.

3 3 Schlussbestimmungen

Art. 29 Obligationenrecht

Soweit das Kantonale Umweltgesetz oder diese Verordnung nichts anderes bestimmt, gelten die Vorschriften des Obligationenrechts (SR 220) über die Aktiengesellschaft.

Art. 30 Streitentscheidung

Alle Streitigkeiten zwischen Einwohnergemeinden, deren Betrieben und den beiden Aktiengesellschaften, die aus der Abwasserentsorgung und der Abfallentsorgung entstehen, entscheidet der Regierungsrat mit einer Verfügung, die beim Obergericht mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde angefochten werden kann.

Art. 31 Aufhebung bisherigen Rechts

Die Verordnung vom 21. September 1983 über den Gewässerschutz wird aufgehoben.

Art. 33 Inkrafttreten

Diese Verordnung gilt nur, wenn das Kantonale Umweltgesetz in der Volksabstimmung angenommen wird[2]. Sie tritt zusammen mit diesem Gesetz in Kraft[3].

Egress

AB 01.12.2006

Änderungstabelle - Nach Beschluss

Beschluss

Inkrafttreten

Element

Änderung

CRS Fundstelle

15.11.2006

01.06.2007

Erlass

Erstfassung

AB 01.12.2006

04.04.2007

01.06.2007

Artikel 1

totalrevidiert

AB 13.04.2007

21.10.2009

01.01.2009

Artikel 13

totalrevidiert

AB 30.10.2009

Änderungstabelle - Nach Artikel

Element

Beschluss

Inkrafttreten

Änderung

CRS Fundstelle

Erlass

15.11.2006

01.06.2007

Erstfassung

AB 01.12.2006

Artikel 1

04.04.2007

01.06.2007

totalrevidiert

AB 13.04.2007

Artikel 13

21.10.2009

01.01.2009

totalrevidiert

AB 30.10.2009