00.3736 · Postulat · 2000-12-15
Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
Erledigt
Wortlaut
Der Bundesrat wird aufgefordert, ein interdisziplinäres Forschungsprogramm zur biologischen Bekämpfung des Feuerbrandes in Auftrag zu geben.
Begründung
In der Schweiz besteht zurzeit noch kein interdisziplinäres Forschungsprogramm zur biologischen Bekämpfung des Feuerbrandes, obwohl diese gefürchtete Krankheit auf apfelartigen Obstbaumgehölzen bereits Schäden in Millionenhöhe verursacht hat, die Existenz von Bauernfamilien gefährdet und zu einem unheilvollen Druck zur Verwendung von Antibiotika im Pflanzenschutz geführt hat.
Zur Schadensbegrenzung werden öffentliche Mittel u. a. auch zum Räumen von infizierten Hochstammbäumen oder von anfälligem Weissdorn aus Hecken eingesetzt. Die Landschaftsverödung wird dadurch unheilvoll vorangetrieben, ohne Sicherheit zu haben, dass damit Neuinfektionen verhindert werden. Im Gegensatz zu Deutschland, den USA oder zu Neuseeland fehlt es in der Schweiz an der Unterstützung von alternativen, biologischen Bekämpfungsmöglichkeiten, die eine Ausräumung der Landschaft vermeiden würden. Diese biologischen Bekämpfungsmethoden - wie die Ausbreitung von antagonistischen Bakterien durch Bienen und das Monitoring des Mikroklimas - könnten eine Perspektive darstellen, um es den Obstbauern zu ermöglichen, die Ökologisierung der Landwirtschaft, wie sie die Agrarpolitik 2002 vorsieht, zu unterstützen.
Ein praxisnahes Forschungsprogramm in Zusammenarbeit mit Forschungsstellen von Firmen zusammen mit Obstbauern und Imkern ist deshalb in Auftrag zu geben. Von einem Antibiotikaeinsatz ist wegen des nicht ökologischen Handelns und der langfristig schädlichen Auswirkungen abzusehen. Antibiotika sollen im Interesse der neuen Agrarpolitik und der Konsumenten insbesondere der Humanmedizin vorbehalten sein.
Antrag des Bundesrates
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Stellungnahme des Bundesrates
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.