Auswirkungen der amerikanischen Finanzkrise auf die Pensionskassen des Bundes
09.3093 · Interpellation · 2009-03-11
Finanzdepartement
Erledigt
Wortlaut
Kann der Bundesrat Auskunft darüber geben, ob die Pensionskassen des Bundes, der Post und der SBB Finanzprodukte von Bernard Madoff erworben haben und, wenn ja, welche Folgen dies hat? Könnte gegen die amerikanische Securities and Exchange Commission (SEC) Klage eingereicht werden, da diese - ebenso wie die Finma - offensichtlich ihren Aufsichtsaufgaben nicht nachgekommen ist?
Stellungnahme des Bundesrates
Im Betrugsfall um den amerikanischen Investor Bernard L. Madoff und sein Unternehmen Bernard L. Madoff Investment Securities LLC wurden Kunden mit hohen Renditeversprechen angeworben. Tatsächlich wurde jedoch nur ein Schneeballsystem betrieben. Befürchtet wird ein Schaden für die betroffenen Anleger in Höhe von 50 Milliarden Dollar.
Der Bundesrat hat neben der Pensionskasse des Bundes (Publica), der Pensionskasse SBB und der Pensionskasse Post auch die Pensionskasse von Skyguide (Skycare), der Swisscom (Complan) sowie der Ruag (Vorsorge Ruag) darüber befragt, ob sie vom Betrugsfall Madoff betroffen seien.
Publica, die Pensionskasse Post, die Complan und die Vorsorge Ruag haben keine Anlagen in Madoff-Produkte getätigt.
Die Pensionskasse SBB hat zwar keine Direktinvestitionen in Madoff-Papiere, ist jedoch über einen Hedge-Fonds, der in Madoff-Produkte investierte, betroffen. In diesem Zusammenhang könnte es maximal zu Verlusten von 3,1 Millionen Franken kommen. Die Skycare ist ebenfalls infolge der Investition in zwei Hedge-Fonds von der Affäre Madoff berührt. Der maximale Verlust beläuft sich auf 7,5 Millionen Franken.
Beide Pensionskassen verweisen darauf, dass die Fondsgesellschaften die Interessen der Anleger vertreten und die entsprechenden rechtlichen Schritte unternehmen.
Antwort des Bundesrates.