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20.3363 · Postulat · 2020-05-06

Bundeskanzlei

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird aufgefordert, die Strategie "Digitale Schweiz" aufgrund der während der Epidemie gesammelten Erfahrungen zu aktualisieren. Der Bericht soll die Risiken und Chancen der vermehrten Nutzung der digitalen Hilfsmittel im beruflichen und privaten Rahmen aufzeigen, insbesondere in den Bereichen Arbeit, Bildung, Gesundheit und Datenschutz.

Begründung

Der Bundesrat hat 2018 die aktuelle Strategie "Digitale Schweiz" veröffentlicht. Die Strategie enthält zahlreiche Ziele: Stärkung der digitalen Kompetenzen unter Gewährleistung von chancengleicher Teilhabe und Solidarität; Sicherung des Wohlstands unter Gewährleistung von Sicherheit und Transparenz.

Die Covid-19-Krise ist ein Crash-Test für die Strategie. Sie hat die Gewohnheiten der Schweizerinnen und Schweizer in diesem Bereich auf den Kopf gestellt. Die digitalen Hilfsmittel waren essenziel, damit das Wirtschafts- und Privatleben weitergehen konnte, sie sind aber auch die Ursache zahlreicher Probleme.

Der Bericht des Bundesrats könnte insbesondere folgende Aspekte behandeln:

1. Die Vereinbarung von Familienleben und Telearbeit kann Kopfzerbrechen bereiten. Sie führt für Eltern zu grossem Stress, und sie trägt dazu bei, dass die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zunehmen.

2. Die digitale Bildung fördert das gesellschaftliche Ungleichgewicht: Die Krise hat gezeigt, dass die digitalen Hilfsmittel sehr unterschiedlich gut beherrscht werden. Die junge Generation, die Digital Natives, stehen nicht unbedingt besser da. Digitale Bildung ist wichtig, muss aber so konzipiert sein, dass Kompetenzen und Sinn für Kritik gestärkt werden.

3. Es steht eine grosse Vielfalt von Hilfsmitteln zur Verfügung. Die Nutzung stellt uns aber vor Probleme im Datenschutz. Ob aus Pflicht oder Unwissen - viele Leute nutzen Hilfsmittel, die ihre Privatsphäre fragiler machen.

4. Die Informatiknetzwerke wurden stark beansprucht: Die Krise hat die wichtige Rolle der terrestrischen Netze (Glasfaser insbesondere) aufgezeigt. Diese werden aber in den Weiterentwicklungsprojekten der Anbieterinnen stiefmütterlich behandelt.

5. Die Intensivierung der Bildschirmarbeit und der damit einhergehende Bewegungsmangel haben Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit, vor allem für Kinder und Jugendliche.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.

Stellungnahme des Bundesrates

Diesen Fragen wird bei der Umsetzung der Strategie "Digitale Schweiz", die derzeit überarbeitet wird, Rechnung getragen.

Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.