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20.4327 · Postulat · 2020-10-30

Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, eine Gesamtstrategie und einen Massnahmenplan zur Ermöglichung des Wiedereinstieges von Frauen in die Arbeitswelt zu erarbeiten. Dabei sind die unterschiedlichen Bedürfnisse, persönlichen Verhältnisse und die finanziellen Ressourcen der interessierten Frauen zu berücksichtigen.

Begründung

Es ist hinlänglich bekannt, dass in der Schweiz in grosser Zahl Fachkräfte fehlen - dies aus demographischen und arbeitsmarktbezogenen Gründen. Dabei weisen insbesondere Frauen ein grosses Potenzial auf, das besser genutzt werden kann. Barrieren für den Wiedereinstieg sind die Kindererziehung oder die Care-Arbeit, die grossmehrheitlich Frauen leisten, aber auch fachliche und persönliche Voraussetzungen. Zudem gestalten sich die Bedingungen des Arbeitsmarktes zu wenig flexibel. Die Zahl der Teilzeitstellen, welche oft von Frauen besetzt ist, steigt zwar an das Pensum bleibt jedoch oft niedrig. Es braucht deshalb neben spezifischen Ermöglichungsmassnahmen im Arbeitsmarkt auch gezielte Massnahmen für die Unterstützung des Wiedereinstieg von Frauen in das Berufsleben.

Die Wiedereinstiegsangebote sollen insbesondere Einstiegs- und Potentialabklärungsgespräche, den Erwerb von Grundkompetenzen (Allgemeinbildung, berufliche Aus- und Weiterbildung, etc.) sowie Coachings bei der Stellensuche beinhalten. Im Zusammenhang mit der Förderung des Wiedereinstiegs ist auch die Zusammenarbeit mit Arbeitgebenden anzustreben; diese könnte die Schaffung von Praktikumsplätze, von Fachkursen oder weitere Angebote beinhalten. Mit den Finanzhilfen für familienergänzende Kinderbetreuung hat der Bund einen ersten wichtigen Schritt zur grösseren Arbeitsmarktbeteiligung von Frauen getan. Das genügt jedoch nicht. Gemäss dem Bundesamt für Statistik machen Mütter in der Schweiz in ihrer Gesamtheit eine Familienpause von rund 5,5 Jahren. In dieser Zeit verliert das erworbene berufliche Know-how an Wert, denn die Halbwertszeiten des Wissens werden immer kürzer. Bereits bestehende Wiedereinsteigerinnenkurse genügen quantitativ in keiner Weise und/oder sind für die Mehrheit der Interessentinnen zu teuer. Im Rahmen seiner Fachkräftestrategie/Fachkräfteinitiative soll der Bundesrat deshalb den Bereich des Wiedereinstieges stärker gewichten und aktiv unterstützen.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates.