20.5368 · Fragestunde. Frage · 2020-06-03
Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
Erledigt
Wortlaut
Die Schweizer Bevölkerung wird voraussichtlich am 27. September 2020 über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge entscheiden.
- Was sind die Folgen, wenn die bisherigen über 30 Jahre alten Kampfflugzeuge über das Jahr 2030 im Einsatz stehen müssen?
- Inwiefern verschärft sich die Situation bei den F/A-18 bei der Ersatzteilbeschaffung, der Konkurrenzfähigkeit im Gefecht, der Anzahl einsatzfähiger Flugzeuge und fortschreitender Abnützungserscheinungen wie die Risse an den Landeklappen?
Stellungnahme des Bundesrates
Das Parlament hat 2017 eine Verlängerung der Nutzungsdauer der F/A-18 bis 2030 bewilligt. Für die Massnahmen zur Erhöhung der Lebensdauer von 5000 auf 6000 Flugstunden pro Flugzeug werden 450 Millionen Franken eingesetzt. Ohne Ersatz von Radar und Sensoren und ohne die Ausstattung mit einem leistungsfähigeren Computer und weiteren Modernisierungen wären die F/A-18 möglichen gegnerischen Kampfflugzeugen immer weniger ebenbürtig. Für ein Update- Programm zur Behebung dieser Mängel wäre mit Kosten von geschätzt 1,75 Milliarden Franken zu rechnen. Gleichzeitig müsste auch die Nutzungsdauer nochmals verlängert werden. Eine Verlängerung der Nutzungsdauer bis 2035 wurde geprüft. Die Investitionen für die notwendigen Sanierungen in den Bereichen Struktur, Triebwerk, Subsysteme und Avionik hätten sich auf rund 800 Millionen Franken belaufen. Erfahrungsgemäss würde das Risiko von Strukturschäden dennoch laufend zunehmen, je älter die Flugzeuge werden. Jene Staaten, die den F/A-18 in den Versionen A bis D heute noch betreiben, werden diese ca. 2030 ausser Dienst stellen. Die Schweiz wäre dann noch die einzige Betreiberin weltweit und der Hersteller müsste den gesamten Unterhalt allein für die Schweiz gewährleisten. Sie müsste die gesamten Entwicklungsrisiken, die gesamte Ersatzteilbewirtschaftung und alle notwendigen Weiterentwicklungen und Nutzungsdauerverlängerungen alleine tragen. Dies wäre mit hohen finanziellen, technischen und militärischen Risiken verbunden.