Internationales Filmfestival Genf. Die Förderung der audiovisuellen Avantgarde in der Schweiz und im Ausland soll angemessen unterstützt werden
21.3381 · Interpellation · 2021-03-19
Departement des Innern
Erledigt
Wortlaut
Das Geneva International Film Festival (GIFF; früher Festival Tous Ecrans) gilt als Ort für Innovationen und Austausch. Es wurde 1994 ins Leben gerufen und ist damit die älteste Genfer Veranstaltung, die den audiovisuellen Künsten gewidmet ist. Dieses Kino-Labor vereint Berufsleute und Amateure aus dem Bereich und zieht jährlich 50 000 Personen an. Es ist durch sein digitales Programm gekennzeichnet, das insbesondere das Eintauchen in die virtuelle Realität ermöglicht und dank dem es als eines der führenden Festivals in Europa anerkannt ist. Dabei arbeitet das GIFF mit prestigeträchtigen Institutionen wie Cannes oder Locarno zusammen. Eine weitere Besonderheit dieses Festivals ist, dass es allen Formaten, Kino, Serien und digitaler Kreation Raum bietet. Es ist eine der hauptsächlichen Plattformen für die Lancierung von Filmen und Serien in der Westschweiz. Für die Berufsleute organisiert das GIFF einen Markt für Weiterbildung, Co-Produktion und Förderung des digitalen Schaffens in der Schweiz und auch international.
Die nationalen Festivals mit gesamtschweizerischer Ausstrahlung und Zielen können eine Subvention des Bundesamtes für Kultur (BAK) erhalten. Diese wird für eine Dauer von vier Jahren gewährt. Die nächste Periode läuft von 2022-2025. Derzeit kommen neun Festivals in den Genuss dieser Unterstützung, mit Beträgen in der Höhe von 60 000 Franken (GIFF) bis 1,5 Millionen Franken (Locarno).
Bis 2007 erhielt das GIFF einen Beitrag von 180 000 Franken., wurde dann aber nicht mehr berücksichtigt. Angesichts seiner zahlreichen Stärken und nationalen Besonderheiten wird es seiner Rolle bei der Innovationsförderung heute jedoch völlig gerecht, die eine der Prioritäten der Kulturbotschaft des Bundes ist. Mit der aktuellen Subvention des BAK liegt es allerdings auf dem letzten Rang der neun finanziell unterstützten Festivals. In diesem Zusammenhang bitte ich den Bundesrat, folgende Frage zu beantworten:
Ist der Bundesrat nicht auch der Ansicht, dass ein deutlich höherer Beitrag des BAK für die nächsten vier Jahre dieser zentralen Veranstaltung in der audiovisuellen Landschaft der Schweiz ermöglichen würde, ihre Funktion bei der Förderung der Avant-Garde in der Schweiz und im Ausland weiter wahrzunehmen?
Stellungnahme des Bundesrates
Die Förderung der professionellen Filmfestivals in der Schweiz erfolgt über periodische Ausschreibungen, die durch das Bundesamt für Kultur organisiert werden. Die Kriterien für die Unterstützung werden in der Verordnung des EDI über die Filmförderung (FiFV; SR 443.113) festgelegt und in den Ausschreibungsunterlagen präzisiert. Das BAK hat die aktuelle Ausschreibung zwischen dem 1. September 2020 und 1. Februar 2021 durchgeführt. Derzeit findet das Bewertungsverfahren statt.
Das Ausschreibungsverfahren muss jeder Festivalorganisation die Chancengleichheit bei der Gesuchstellung und Auswertung gewähren. Der Bundesrat äussert sich daher während des laufenden Ausschreibungsverfahrens nicht zu möglicherweise betroffenen Institutionen.
Antwort des Bundesrates.