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21.3437 · Interpellation · 2021-03-19

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat soll Stellung dazu nehmen, welche Voraussetzungen gegebenenfalls erfüllt sein müssen, um die Lasten der heutigen und künftigen Wolfspopulation auf alle Schweizer Kantone gleichmässig und gerecht zu verteilen.

Begründung

Die Bergkantone Graubünden, Wallis und Tessin sind von der Wolfspräsenz stark betroffen. Im Gebiet Surselva befindet sich die höchste Populationsdichte im ganzen Alpenraum. Ohne Lastenausgleich drohen besonders die Schaf- und Ziegenbestände in den Gebirgsregionen massiv zurückzugehen oder zu verschwinden. Die Kleinviehhaltung erfüllt in den Berggebieten eine wichtige Aufgabe bei der Pflege der Berg- und Alpweiden. Für eine nachhaltige Landschaftsgestaltung kann daher im Berggebiet auf die Haltung dieser Nutztierarten nicht verzichtet werden.

Es braucht deshalb einen aktiven Lastenausgleich zwischen Bergregionen und den übrigen Regionen. Erfahrungen mit der Wiederansiedlung der Luchspopulation im Schweizer Mittelland können dafür genutzt werden. Wölfe bzw. Wolfsrudel liessen sich mit relativ geringem Aufwand in mittelländische Waldgebiete umsiedeln. Damit kann rasch eine gleichmässig verteilte Wolfspopulation und eine gerechte Verteilung der entsprechenden Lasten erreicht werden.

Stellungnahme des Bundesrates

Wölfe können in kurzer Zeit grosse Strecken zurücklegen. Wanderungen von einigen Dutzend Kilometern pro Tag und einigen hundert Kilometern pro Woche sind mehrfach dokumentiert. Wölfe können also heute überall in der Schweiz auftauchen. So wurden in jüngster Zeit auch bereits in 23 Kantonen - mit Ausnahme von Basel-Landschaft, Basel-Stadt und Schaffhausen also im ganzen Land - Wölfe nachgewiesen.

Rudel bilden sich dort, wo Wölfe das ganze Jahr eine gute Nahrungsbasis vorfinden, also viele Wildhuftiere vorhanden sind. Wölfe einzufangen und umzusiedeln ist deshalb eine wenig erfolgsversprechende Massnahme. Weder würde dadurch der Bestand in einer Region nachhaltig vermindert noch bestünde eine Gewähr, dass sie am Aussiedlungsort bleiben. Schliesslich wäre eine systematische Umsiedlung von Wölfen mit einem erheblichen Aufwand und einem geringen Nutzen verbunden.

Antwort des Bundesrates.