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21.3832 · Motion · 2021-06-17

Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, durch vermehrte Bereitstellung von Ressourcen im Bereich Nachhaltige Nutzung und Züchtungsgelder den Anbau robuster, älterer Obst- und Gemüsesorten zu fördern.

Begründung

In Diskussionen um Pestizid- und Fungizideinsätze wird oft vernachlässigt, dass sich gewisse Sorten wie beispielsweise der beliebte Gala-Apfel kaum ohne Spritzmittel züchten lassen. Insbesondere bei in der Schweiz beliebten Kulturen wie Raps oder Kartoffeln ist die Anfälligkeit für Pilzkrankheiten ein grosses Problem.

Robuste Sorten sind hier ein wichtiger Faktor für die Reduktion von Pestiziden und Fungiziden. Aus diesem Grund testet zum Beispiel kartoffel.ch zusammen mit Agroscope und der Hochschule für angewandte Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL verschiedene Kartoffelsorten auf ihre Anfälligkeit für Pilzkrankheiten.

In der Schweiz werden mehr als 40 verschiedene Kartoffelsorten angebaut. Diese unterscheiden sich nicht nur im Geschmack und im Aussehen, sondern auch in ihrer Anfälligkeit auf verschiedene Krankheiten. In den letzten Jahren wurden bereits robuste Sorten wie Jelly und Vitabella auf die Liste der empfohlenen Sorten aufgenommen. Im letzten Jahr wurde ein Projekt lanciert mit dem Ziel, die Sortenliste mit weiteren robusten Sorten zu ergänzen. Da die Züchtung einer neuen Kartoffelsorte sehr aufwändig ist und etwa 10 Jahre dauert, werden drei Sorten aus dem Ausland auf ihre Robustheit geprüft. Solche Bemühungen und Projekte mit ähnlichen Stossrichtungen wie beispielsweise von Pro Specie Rara oder fructus sollten im Sinne einer nachhaltigen, ressourcenschonenden Landwirtschaft vermehrt unterstützt und gefördert werden. Auch Bauern, die bereits eine grosse Sortenvielfalt anbieten oder gezielt auf robuste Sorten setzen, sollten darin bestärkt werden.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.

Stellungnahme des Bundesrates

Robuste, resistente sowie standortangepasste Sorten gehören zu den Voraussetzungen für eine nachhaltige Produktion. Die Züchtung dieser Sorten ist deshalb seit langer Zeit ein Zuchtziel von privat geführten und mit öffentlichen Mitteln unterstützten Zuchtprogrammen. Die Strategie Pflanzenzüchtung 2050, die auf eine Züchtung von ökologisch und qualitativ hochwertigen und den verschiedenen Verhältnissen der Landesregionen angepassten Nutzpflanzen ausgerichtet ist, konnte dank den im Rahmen der Motion Hausammann (18.3144) erhöhten Finanzmittel (+3 Mio. Fr. pro Jahr.) gestärkt werden. Zusätzlich wurde im Parlament die Mo. 20.3919 Forschungs- und Züchtungs-Initiative zur Stärkung der Pflanzenzüchtung angenommen.

Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (NAP PGREL) werden alte Sorten erhalten und bezüglich deren Anfälligkeit gegenüber Krankheiten beschrieben, um resistente und robuste Sorten zu identifizieren. Neben den Mitteln zur Erhaltung der PGREL von 3 Millionen pro Jahr steht seit 2016 eine weitere Million pro Jahr für die Weiterentwicklung oder die direkte nachhaltige Nutzung alter Sorten zur Verfügung. Sowohl im Rahmen der Züchtungsstrategie wie auch der nachhaltigen Nutzung alter Sorten können aufgrund der begrenzten Ressourcen nur zwei Drittel der förderungswürdigen Projekte unterstützt werden. Der Bundesrat ist bereit, die Förderung der Züchtung noch stärker auf robuste und resistente Sorten auszurichten, damit der Absenkpfad Pflanzenschutzmittel mit möglichst geringen Einbussen bei der Produktion erreicht werden kann. Die dafür benötigten Ressourcen sollen durch eine Priorisierung im Rahmen des bestehenden Budgets zur Verfügung gestellt werden.

Letztlich ist die Nachfrage der Konsumentinnen und Konsumenten entscheidend, ob sich robuste Sorten am Markt durchsetzen.

Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.

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