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21.4395 · Interpellation · 2021-12-08

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Erledigt

Wortlaut

Rund um die Erreichung des Klimaziels "Netto-Null Emissionen" 2050 sind die verschiedenen Treibhausgase im Fokus. In diesem Zusammenhang wird der Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen gebeten.

1. Inwiefern unterscheidet der Bundesrat zwischen fossilem und biogenem Methan?

2. Inwiefern wird die Unterscheidung zwischen fossilem und biogenem Methan in die aktuelle Klimapolitik und das Treibhausgasinventar der Schweiz miteinbezogen?

3. Welche Auswirkungen hat die Unterscheidung zwischen fossilem und biogenem Methan auf die Klimapolitik und das Treibhausinventar?

4. Welchen Einfluss hat die Unterzeichnung des Global Methane Pledge auf die Reduktionsziele der Methanemissionen und inwiefern werden dabei die Unterschiede zwischen fossilen und biogenen Methanemissionen berücksichtigt?

Begründung

Methan ist nach Kohlendioxid das zweitwichtigste anthropogene Treibhausgas, das zur Klimaveränderung beiträgt. Es ist grundlegend, die Herkunft und Eigenschaften der Methanemission zu verstehen, um am richtigen Ort Massnahmen ergreifen zu können.

Neue Studien rückten in den letzten Jahren die Differenzierung zwischen fossilem und biogenem Methan in den Vordergrund. Fossiles Methan bezeichnet Methan, das seit Millionen von Jahren im Untergrund eingeschlossen ist und freigesetzt wird, wie beispielsweise durch die Gewinnung von Gas. Somit trägt fossiles Methan zur Erwärmung bei. Biogenes Methan wird von Pflanzen und Wiederkäuern produziert und ist Teil des natürlichen Kohlenstoffkreislaufs und trägt nicht zu einer erhöhten CO2-Konzentration in der Atmosphäre bei. Daher soll diese Unterscheidung bei der Festlegung von Reduktionszielen und -massnahmen berücksichtigt werden.

Stellungnahme des Bundesrates

1) Die direkte Klimawirkung von Methan unterscheidet sich für fossile und biogene Quellen nicht. Sie beträgt ein Vielfaches der Klimawirkung von CO2. Da Methan innerhalb von wenigen Jahrzehnten in der Atmosphäre oxidiert, entstehen zusätzlich sogenannte "indirekte CO2-Emissionen". Indirekte CO2-Emissionen werden im Treibhausgasinventar entsprechend ihrer Herkunft analog zu direkten fossilen oder biogenen CO2-Emissionen behandelt. Der 6. Sachstandsbericht des UNO-Klimabeirats IPCC ordnet fossilem Methan ein etwas höheres globales Erwärmungspotenzial zu als biogenem (direkte und indirekte Klimawirkung berücksichtigt für fossiles Methan: Faktor 29,8; und für biogenes Methan: Faktor 27,2, jeweils über einen Zeitraum von 100 Jahren).

2 und 3) Im Treibhausgasinventar der Schweiz werden die Methanemissionen differenziert für die verschiedenen fossilen und biogenen Quellen ausgewiesen. Für die Erstellung des Schweizer Treibhausgasinventars gelten noch die Faktoren des 4. Sachstandsberichts (Faktor 25 über einen Zeitraum von 100 Jahren). Indirekte CO2-Emissionen aus Methan sind darin nicht enthalten, jedoch werden diese für fossile Quellen im Treibhausgasinventar der Schweiz separat berechnet und ausgewiesen. Für das Treibhausgasinventar unter dem Übereinkommen von Paris muss neu ab dem ersten Berichtsjahr 2021 der für fossiles und biogenes Methan einheitliche Gewichtungsfaktor von 28 gemäss dem 5. Sachstandsbericht des IPCC verwendet werden.

Für die Klimapolitik der Schweiz ist die Unterscheidung zwischen Methanemissionen aus fossilen und biogenen Quellen nicht entscheidend, da die direkte Klimawirkung für fossiles und biogenes Methan gleich gross und die indirekte Klimawirkung von Methan im Vergleich zur direkten von untergeordneter Bedeutung ist.

4) Mit dem "Global Methane Pledge" verpflichten sich Länder dazu, kollektiv die Methanemissionen bis 2030 um mindestens 30 Prozent gegenüber 2020 zu vermindern. Zudem verpflichten sie sich, umfassende nationale Massnahmen zu ergreifen, über ihre Methanemissionen, -verpflichtungen und -massnahmen zu berichten sowie relevante internationale Initiativen zu unterstützen. Der "Global Methane Pledge" berücksichtigt Methanemissionen aus fossilen (z.B. fossile Energieträger) und biogenen (z.B. Landwirtschaft) Quellen. Der "Global Methane Pledge" gibt keine nationalen Verminderungsziele vor. Die Schweiz verpflichtet sich mit der Unterzeichnung jedoch zu umfassenden Anstrengungen, um zum kollektiven Ziel beizutragen.

Antwort des Bundesrates.

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