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Besserer Schutz vor Covid-19 für Personen mit geschwächtem Immunsystem aufgrund von Krebserkrankungen und chronischen Erkrankungen

21.4632 · Motion · 2021-12-17

Departement des Innern

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, schnellstmöglich den Zugang zu prophylaktischen Therapien für Personen mit geschwächtem Immunsystem aufgrund von Krebserkrankungen und chronischen Erkrankungen, die trotz Impfung keine Immunabwehr gegen Covid-19 entwickeln, zu ermöglichen und baldmöglichst für die Schweiz zu beschaffen.

Begründung

In der Schweiz leben schätzungsweise 100 000 bis 200 000 Personen, deren Immunsystem aufgrund einer Erkrankung oder Therapie (z. B. Chemotherapie, Immunsuppressiva oder Dialyse) geschwächt ist (sogenannte immunsupprimierte Patienten). Betroffen sind zum Beispiel Personen mit Leukämie, Zystischer Fibrose, Multipler Sklerose, rheumatoider Arthritis oder Personen, die eine Organtransplantation hinter sich haben.

Trotz der hochwirksamen Impfungen baut ein Teil dieser Personen auch nach zwei- oder dreimaliger Corona-Impfung keine genügende eigene Immunabwehr gegen das Corona-Virus auf. Diese Personen sind somit doppelt betroffen: sie können sich nicht mit einer Impfung vor einer Covid-Erkrankung schützen und haben zudem nach einer allfälligen Corona-Infektion aufgrund ihrer vorbestehenden Grunderkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf.

Da diese Patienten trotz mehrmaliger Impfungen keinen ausreichenden Schutz entwickeln, ist eine wirksame Prophylaxe gegen eine Corona-Infektion für sie zentral. Ihnen bleibt derzeit trotz der hohen Infektionszahlen nur die strikte Einhaltung von Hygienemassnahmen für sich und ihr Umfeld, was häufig mit einer starken Einschränkung ihrer sozialen Kontakte einhergeht. Dies kann zu einer besonders ausgeprägten sozialen Isolation führen.

Wie die Sendung "Echo der Zeit" auf Radio SRF 1 vom 10. Dezember 2021 berichtet, gibt es seit Anfang Dezember 2021 in den USA eine Notfallzulassung für ein Medikament, das prophylaktisch bei diesen Personen eingesetzt werden kann (also bevor eine Infektion stattgefunden hat). Es wird einmalig verabreicht und bietet für mindestens sechs Monate einen guten Schutz: gemäss Studien reduziert das Medikament das Risiko einer Corona-Infektion um rund 77 Prozent. Zudem gab es bei Personen, die dieses Medikament in diesen Studien erhielten, keine schweren Krankheitsverläufe oder Todesfälle. In Frankreich wird der Einsatz dieses Medikaments durch den des Conseil d'Orientation de la Stratégie vaccinale für immunsupprimierte Patienten offiziell empfohlen.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat unterstützt das Anliegen, den Zugang zu Arzneimitteln zu Prophylaxe-Zwecken zu ermöglichen. Therapien mit antiviralen monoklonalen Antikörpern, die sich derzeit in der Entwicklung befinden, könnten eine Covid-19-Prophylaxe ermöglichen. Personen mit einer Immunschwäche und einem hohen Risiko für schwere Verläufe, die nach einer Impfung keine ausreichende Immunität entwickelt haben oder eine Kontraindikation gegen eine Impfung aufweisen, könnten davon profitieren.

Daher ist der Bundesrat bereit, den Zugang zu den entsprechenden prophylaktischen Therapien zu ermöglichen und diese entsprechend zu beschaffen. Er sieht angesichts der Besonderheiten dieser Arzneimittel weniger die Möglichkeit, die Arzneimittel zentral zu beschaffen, sondern wird die Vereinbarung einer Abnahmegarantie mit den Herstellerfirmen prüfen, damit die Arzneimittel rasch zur Verfügung stehen können. Er beantragt die vorliegende wie auch die gleichlautende Motion 22.3005 SGK-N zur Annahme.

Der Bundesrat beantragt die Annahme der Motion.

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