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21.4654 · Interpellation · 2021-12-17

Departement des Innern

Erledigt

Wortlaut

Mehrere Krankenversicherer haben angekündigt, dass die Versicherten im Jahr 2022 weniger Prämien bezahlen müssen. Um besser verstehen zu können, wer davon betroffen ist und um welche Beträge es sich handelt, stelle ich dem Bundesrat folgende Fragen:

- Wie viele Versicherte kommen 2022 im Vergleich zur Gesamtzahl der Versicherten in den Genuss einer Senkung der Krankenversicherungsprämien?

- Um welchen Gesamtbetrag (in Mio. Fr.) geht es?

- Wie ist die Senkung auf die einzelnen Versicherer, Versicherungsmodelle, Franchisen und Regionen verteilt?

- Gibt es "Profile" von Versicherten, die mehr als andere von Prämiensenkungen oder -erhöhungen betroffen sind (z. B. bestimmte Altersgruppen)?

Begründung

Die Krankenversicherer sind nicht gerade die beliebtesten Akteure des Gesundheitssystems. Es sieht so aus, wie wenn sie ihren Ruf etwas verbessern wollen, indem sie lautstark verkünden, dass die Prämien der Versicherten 2022 weniger hoch sein werden. Dabei geht es aber oft um durchschnittliche Senkungen von lediglich ein paar Rappen...

Es ist notwendig, die Propaganda der Krankenkassen auszublenden, um zu sehen, wie sich die Lage effektiv präsentiert.

Stellungnahme des Bundesrates

1. und 2. Zunächst ist zu präzisieren, dass das Bundesamt für Gesundheit (BAG) seit 2018 die mittlere Prämie als Kennzahl verwendet. Dabei handelt es sich um den gewichteten Durchschnitt über alle der rund 250 000 Prämien (die Prämientarife werden unter www.opendata.swiss publiziert). Zur Berechnung der mittleren Prämie verwendet das BAG die von den Versicherern geschätzte Verteilung aller Krankenversicherten auf die verschiedenen Prämien. Die mittlere Prämie entspricht der durchschnittlichen Prämienbelastung pro Person. Für 2022 ist sie im Vergleich zu 2021 um 0,2 Prozent gesunken.

Dem BAG liegen derzeit nur die Daten vor, die im Zeitraum der Prämiengenehmigung (August-September 2021) veranschlagt wurden. Die nachfolgenden Zahlen berücksichtigen daher zwischenzeitlich erfolgte Wechsel des Versicherers, der Altersgruppe, der Franchise oder des Versicherungsmodells für die Prämien 2022 nicht.

Von den geschätzt 8 650 000 Versicherten im Jahr 2021 werden 3 130 000 (in den drei Altersgruppen Erwachsene ab 26 Jahren, junge Erwachsene von 19 bis 25 Jahren und Kinder bis 18 Jahren) von einer durchschnittlichen Prämiensenkung von über 1 Prozent im Jahr 2022 profitieren, was rund 289,6 Millionen Franken entspricht. Weitere 2 050 000 Versicherte werden 2022 eine durchschnittliche Prämiensenkung zwischen 0 und 1 Prozent erhalten, was rund 32,2 Millionen Franken entspricht. Die tatsächliche Prämienentwicklung wird leicht günstiger ausfallen als die oben dargestellte.

3. Die Entwicklung der mittleren Prämie nach Kanton und Altersgruppe wird ebenfalls publiziert (www.bag.admin.ch > Versicherungen > Krankenversicherung > In der Schweiz wohnhafte Versicherte > Prämien und Kostenbeteiligung > Prämienvergleich). In der Regel bleiben die Rabatte nach Modell und Franchise stabil. Es liegen jedoch keine Angaben für jeden einzelnen Versicherer vor. Unter anderem hängt dies von der Entwicklung des Versichertenbestands des Versicherers, dem Kostendeckungsgrad des laufenden Jahres und allenfalls von neuen Versicherungsmodellen oder Fusionen ab.

4. Die Prämien variieren je nach Versicherer, Altersgruppe, Wohnort der versicherten Person und gewählter Versicherungsform (Höhe der Franchise, Einschränkung der Wahl der Leistungserbringer, Unfalldeckung). Beispielsweise haben junge Erwachsene 2022 im Durchschnitt von einer stärkeren Prämiensenkung (-1 %) profitiert als andere Altersgruppen (-0,3 %). Der Wechsel von einer Altersgruppe in eine andere kann zu bedeutenden Prämienänderungen führen (Wegfall der Verbilligung für Kinder bzw. junge Erwachsene). Ausserdem erhöht der Einschluss der Unfalldeckung für Arbeitnehmende, die in den Ruhestand gehen, die Prämien um maximal 7 Prozent.

Antwort des Bundesrates.