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22.3290 · Motion · 2022-03-17

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, darauf hinzuwirken, dass Kompetenzen im Bereich der Solarenergie in die einschlägigen Verordnungen aufgenommen werden, und die Erarbeitung neuer Lehrgänge anzustossen, die auf die Erzeugung von Sonnenstrom (Photovoltaikanlagen) oder Wärme (Sonnenkollektoren) ausgerichtet sind.

In den kommenden drei Jahrzehnten wird sich das Marktvolumen von Sonnenenergie voraussichtlich verdreifachen (SwissSolar-Daten). Die Solarbranche könnte über 20 000 Vollzeitstellen anbieten. Bereits heute zeigt sich in der Branche ein Fachkräftemangel. Darum ist es höchste Zeit, diese Lücke zu stopfen und in die Zukunft zu schauen und den Jugendlichen Ausbildungsmöglichkeiten anzubieten, in einem Bereich, nämlich demjenigen der Sonnenenergie, der voll im Ausbau ist.

Begründung

Wir stecken mitten im Energiewandel, in dem die Sonnenenergie eine äusserst wichtige Rolle spielt. Wir müssen also mit aller Kraft und in wenig Zeit in die Ausbildung unserer Jugendlichen investieren und ihnen eine sehr vielversprechende und begeisternde berufliche Zukunft anbieten. Mit anderen Worten, es ist in eine richtige Schule des spezifischen technologischen Wissens zu investieren.

Um das bundesrätliche CO2-Emissionsziel von netto null bis 2050 zu erreichen, muss sich die Anzahl Personen, die im Photovoltaikbereich arbeiten, mehr als verdoppeln.

Auch das Bundesamt für Energie (BFE) hat auf den Fachkräftemangel für den Bau von Solaranlagen hingewiesen. Zurzeit arbeiten in diesem Sektor rund 5500 Personen (umgerechnet in Vollzeitstellen). Nach BFE müsste diese Zahl bis 2030 bei 12 000 liegen, damit der steigende Bedarf an Fachkräften gedeckt werden kann.

Die Schaffung neuer Ausbildungsgänge im Bereich der Solarenergie entspricht einem konkreten und notwendigen Puzzleteil, damit die Energiewende geschafft werden kann und den Jugendlichen Ausbildungsmöglichkeiten geboten werden können, die auf einen sicheren Arbeitsmarkt münden. Diese Massnahme wird im Übrigen neben dreissig anderen Massnahmen auch in der "Bildungsoffensive Gebäude" erwähnt. Dabei handelt es sich aber lediglich um einen Fahrplan, der keinerlei konkreten Schritte im Hinblick auf die tatsächliche Schaffung neuer spezifischer Ausbildungsgänge im Bereich der Solarenergie vorschlägt.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bund ist sich der Herausforderung bezüglich der Ausbildung von genügend kompetenten Fachkräften in der Solarbranche sehr bewusst und hat deshalb mehrere Massnamen getroffen, um diese zu meistern. Durch das Programm EnergieSchweiz des Bundesamts für Energie (BFE) werden somit bereits die Photovoltaik- und die Gebäudebranche bei deren Anstrengungen zur Aus- und Weiterbildung unterstützt. In der Roadmap "Bildungsoffensive Gebäude" von EnergieSchweiz sind die Möglichkeiten der Branche in Bezug auf die künftigen Herausforderungen (Fachkräfte- und Kompetenzmangel) sowie die mögliche Unterstützung durch den Bund umfassend abgebildet. Die Roadmap beinhaltet unter anderem auch eine Massnahme zum Themenfeld "Entwicklung neuer Berufe".

Die Berufsbildung ist eine Aufgabe von Bund (Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI), Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt. Gemeinsam setzen sich die drei Verbundpartner für eine qualitativ hochstehende Berufsbildung ein. Die Zusammenarbeit in der Berufsbildung ist etabliert und wird kontinuierlich weitergeführt. Im Moment laufen Gespräche zwischen dem Bund und den wichtigsten Akteuren im Solarbereich, um abzuklären, wie inskünftig genügend solarkompetente Fachkräfte aus- und weitergebildet werden können. Der Bundesrat wird die wichtigsten Akteure im Solarbereich in den nächsten Jahren weiterhin aktiv dabei unterstützen, zielführende Projekte zur Behebung des Mangels an qualifizierten Fachkräften aufzugleisen. Die Entwicklung neuer Lehrberufe im Solarbereich kann der Bundesrat aber nicht direkt selber umsetzen, dies ist Aufgabe der Organisationen der Arbeitswelt.

Der Bundesrat erachtet die Motion als bereits erfüllt.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.