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Effiziente Nutzung des Trinkwassers und daher Einsatz von energieeffizienten Anlagen und Geräten, die Trinkwasser verbrauchen, sowie grössere Resilienz bei Trockenheit

22.3441 · Postulat · 2022-05-11

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, eine Studie zu erarbeiten und darin:

1. das Potenzial zu beurteilen, inwieweit der Wasser- und Energieverbrauch gesenkt werden kann, indem das Trinkwasser effizient genutzt wird;

2. möglichen Massnahmen und Vorschriften zu beurteilen und zu beschliessen, um den Trinkwasser- und Energieverbrauch von serienmässig hergestellten Anlagen und Geräten zu senken und so deren Energieeffizienz zu verbessern, dies analog zu den geltenden Bestimmungen in der Energieeffizienzverordnung (EnEV) in Bezug auf die Energieeffizienz serienmässig hergestellter Anlagen, Fahrzeuge und Geräte;

3. schweizweit die Auswirkungen des Klimawandels und der daraus resultierenden Zunahme von Extremereignissen, wie lange Trockenperioden, auf die Verfügbarkeit von Trinkwasser in den Regionen mit einem Wasserstressrisiko zu beurteilen.

Begründung

Der Trinkwasserverbrauch hängt einerseits von einer natürlichen Ressource ab, deren Verfügbarkeit in gewissen Regionen der Schweiz zunehmend schwankt, da die Trockenperioden immer häufiger auftreten und länger andauern; andererseits ist er auch mit einem grossen Energieverbrauch verbunden.

Das Gesetz schreibt eine haushälterische Nutzung des Trinkwassers vor (Art. 1 des Gewässerschutzgesetzes): Dieses Gesetz bezweckt, die Gewässer vor schädlichen Einwirkungen zu schützen; es dient namentlich der Sicherstellung und haushälterischen Nutzung des Trink- und Brauchwassers.

Der Trinkwasserverbrauch (105 m3/Jahr pro Wohnung) geht mit einem beachtlichen Energieverbrauch einher; dieser wird aus den einzelnen Werten in kWh/m3 für die drei Phasen des Trinkwasserzyklusberechnet:

1. Produktion (Pumpen und Hygienisierung);

2. Nutzung (Warmwasser macht 27 Prozent des Verbrauchs eines Privathaushalts aus);

3. Abwasserreinigung (Pumpen und Aufbereitung).

Der Warmwasserverbrauch macht 40 Prozent des Energiebedarfs eines modernen Gebäudes aus (UVEK).

Für Geschirrspüler und Waschmaschinen legt die EnEV den maximal zulässigen Energieverbrauch und damit indirekt auch den Wasserverbrauch festlegt; alle anderen Anlagen und Geräte, die Trinkwasser verbrauchen, unterliegen keinen Effizienzvorschriften.

Dank neuer Technologien besteht ein beträchtliches Einsparpotenzial beim Trinkwasser- und beim Energieverbrauch; dies gilt sowohl für den Verbrauch der Privathaushalte als auch für den Verbrauch in Produktionsanlagen (Pumpen, Aufbereitung und Verteilungsnetz; 20-25 Prozent gehen dabei verloren und entgehen so dem Verkauf) und in Abwasserreinigungsanlagen (Pumpen und Aufbereitung). Dies hat einen grossen Einfluss auf den Energieverbrauch.

Mit der Optimierung des Trinkwasserverbrauchs werden drei Ziele erreicht:

  • kleinerer Bedarf an Wasser, das wir aus der Natur gewinnen (Resilienz);
  • geringerer Energieverbrauch mit der Umsetzung der Energiestrategie 2050 (Wirksamkeit);
  • tiefere Betriebskosten und tiefere Kosten für die Konsumentinnen und Konsumenten (Effizienz).

Mit der Verleihung des Watt d'Or 2010 an die Azienda Acqua Potabile Comunale Gordola wurde das Potenzial der Energieeffizienz im Trinkwasserbereich anerkannt.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.

Stellungnahme des Bundesrates

Das Potenzial zur Verringerung des Wasser- und Energieverbrauchs durch die effiziente Nutzung von Trinkwasser ist bereits gut bekannt. Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfachs (SVGW) erhebt den Wasserverbrauch jährlich und zeigt auf, dass der Wasserverbrauch in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten gesunken ist. Zu dieser Entwicklung haben sowohl wassersparende Armaturen in den Haushalten, aber auch moderne Verfahren zur Ortung von Leckagen und der Unterhalt der Wasserversorgungsnetze beigetragen. Die vom Bundesamt für Energie (BFE) erstellte Analyse des schweizerischen Energieverbrauchs nach Verwendungszwecken wird jährlich aktualisiert. Sie zeigt beispielsweise auf, wie viel Energie im Zusammenhang mit der Wassererwärmung verbraucht wird oder für Antriebe und Prozesse (z.B. Geschirrspüler, Waschen, Kläranlagen) eingesetzt wird.

Massnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs von Anlagen und Geräten werden bereits heute gezielt unterstützt und dem Stand der Technik angepasst. Der Energieverbrauch fällt besonders bei der Erwärmung des Wassers ins Gewicht. Die Anforderungen an die wichtigsten Geräte (Warmwasserbereiter und -speicher, Waschmaschinen, Geschirrspüler) sind in der Energieeffizienzverordnung (EnEV; SR 730.02) geregelt. Die EnEV übernimmt dieselben oder - gemäss Anhang 1.15 für Warmwasserspeicher und -bereiter - strengere Energieeffizienzanforderungen als in der EU. Für Sanitärprodukte (Duschbrausen, Armaturen) gibt es die freiwillige Energieetikette der Branche. Weitere Einsparmöglichkeiten von Wasser und Energie werden regelmässig in Revisionen der EnEV geprüft. Die von der EU neu diskutierten Bestimmungen zum Ökodesign von Produkten werden das weitere Vorgehen in diesem Bereich zusätzlich prägen.

Die Frage nach den Auswirkungen des Klimawandels auf die Verfügbarkeit von Trinkwasser hat der Bundesrat mit dem Bericht "Wasserversorgungssicherheit und Wassermanagement. Grundlagenbericht" in Erfüllung des Postulates Rieder (18.3610) am 18. Mai 2022 beantwortet. Basierend auf diesem Bericht hat der Bundesrat unter anderem den Ausbau eines nationalen Systems zur Früherkennung und Warnung für Trockenheit beschlossen.

Aus diesen Gründen sieht der Bundesrat in einer zusätzlichen Studie keinen Mehrwert.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.

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