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Gegen die Verringerung des Stellenwertes der Regionen Baden und Brugg bei der Fahrplangestaltung im Step 2035. Gegen einen Ausbau mit Abbau. Weniger Züge sind mehr

22.3827 · Motion · 2022-06-17

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Überwiesen an den Bundesrat

Wortlaut

Das Fahrplankonzept und damit auch der STEP-Ausbauschritt 2035 der Bahninfrastruktur müssen gemäss Information des BAV nochmals überprüft werden. Der Bundesrat wird beauftragt, auf seinen Entscheid zurückzukommen und in diesem neuen Rahmen die Grundlage zu schaffen, damit die heute bestehende stündliche Direktverbindung Baden-Brugg-Bern im STEP-Ausbauschritt 2035 erhalten bleiben wird.

Begründung

Der Bundesrat plant eine massive Aufstockung der indirekten Verbindungen der Bahnhöfe Baden, resp. Brugg nach Bern bei gleichzeitiger Kappung der einzigen direkten. Dass damit gemäss BR die beiden Regionen aufgewertet würden, widerspricht klar den Bedürfnissen und Einschätzungen derselben. Man ist weder in der Region Baden noch in der Region Brugg primär an zusätzlichen Verbindungen interessiert, sondern zwingend an der bewährten direkten. Direkte Verkehrsverbindungen spielen eine ungleich gewichtigere Rolle als die Kadenz der Fahrten. Die stündige Reisezeit in Olten oder Aarau zu unterbrechen, führt zu Umsteigestress, zu ständigen Verspätungen und zu Effizienzverlust für alle Passagiere. Dem öffentlichen Verkehr abträglich. Leidtragende sind Familien mit Kindern, gehbehinderte Menschen, Pendler, welche ihre Arbeitszeit im Zug optimal nutzen könnten, etc.

Die Region Baden mit ihren 140 000 Einwohnern und der Beschäftigtenzahl von 60 000 Menschen, belegt gemäss CS-Ranking 2021 Platz 5 der 110 Wirtschaftsregionen der Schweiz. Die Kappung der Direktverbindung nach Bern verkennt deren Bedeutung und bildet eine Abwertung der Lebens-und Wirtschaftsregion Baden im nationalen und kantonalen ÖV-Netzkonzept. Die in Baden angesiedelten internationalen und global tätigen Firmen und Grosskonzerne sind auf ein gutes Schnellzugsnetz, aber vor allem auf direkte Zugsverbindungen zwingend angewiesen. Ausserdem tangiert der Entscheid auch des einzigen kantonalen Tagungsortes mit schweizweiter Ausstrahlung (samt genügender Bettenzahl). Ebenso vom Wegfall der Direktverbindung betroffen ist auch die Region Brugg mit der dort ansässigen Fachhochschule Nordwestschweiz, mit dem entsprechenden weiteren grossen Einzugsgebiet und einer Wirtschaftsregion, welche in ihrer Bedeutung ebenfalls hoch einzustufen ist, (Rang 21). Gleichzeitig soll auch noch die Fernverkehrsverbindung Nord-Süd über das Freiamt nochmals geprüft werden.

Antrag des Bundesrates

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

Stellungnahme des Bundesrates

Im Rahmen der Motion 20.3059 vom 05.03.2020 hat der Bundesrat mit Stellungnahme vom 13.05.2020 bereits zu diesem Thema geantwortet.

Der Ausbauschritt 2035, welcher vom Parlament 2019 verabschiedet wurde, beinhaltet einen massiven Angebotsausbau, von welchem der Kanton Aargau überdurchschnittlich profitiert. Bei einer Beibehaltung der stündlichen Direktverbindung Baden/Brugg nach Bern könnte der Angebotsausbau im Kanton Aargau nicht umgesetzt werden. Statt der stündlichen Direktverbindung werden von Baden/Brugg zukünftig halbstündliche Umsteigeverbindungen nach Bern angeboten. Diese konzeptionelle Änderung ist eine Voraussetzung, damit das Angebot erhöht werden kann.

Bei der Überprüfung des Angebotskonzepts 2035 als Folge des Verzichts auf bogenschnelles Fahrens zwischen Freiburg und Lausanne sowie Winterthur und St. Gallen geht es in erster Linie darum, die Angebotsqualität in den Knoten Lausanne und St. Gallen so weit möglich zu sichern.

Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.

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