24.1012 · Anfrage · 2024-03-14
Departement des Innern
Erledigt
Wortlaut
In unserem von Kriegen verschonten Land sind Amputationen relativ selten. Die meisten Fälle betreffen ältere Menschen mit Diabetes, es gibt aber auch einige Fälle, die auf Unfälle oder Krebs zurückzuführen sind. Vereinigungen, die sich für Trägerinnen und Träger von Prothesen einsetzen, versuchen seit vielen Jahren, Statistiken über Amputationen zu erhalten - ohne Erfolg. Die Zahlen sind verstreut, es finden sich welche bei der IV, der Suva und den Krankenversicherern.
Kann der Bundesrat auf der Grundlage der medizinischen Operationen die Anzahl der Amputationen angeben, die in den letzten drei Jahren in Spitälern und Kliniken in der Schweiz durchgeführt wurden?
Sollte dies nicht möglich sein, warum nicht?
Stellungnahme des Bundesrates
In der Medizinischen Statistik der Krankenhäuser des Bundesamtes für Statistik sind Daten zur Anzahl der Amputationen enthalten. Die vorliegende Auswertung basiert auf den stationären Spitalaufenthalten von Personen, die in der Schweiz wohnhaft sind (ambulante Operationen wurden nicht berücksichtigt).Im Jahr 2022 wurden 453 Patientinnen und Patienten mit der Diagnose einer traumatischen Amputation (z. B. infolge Unfall) registriert. Davon betrafen 432 die oberen Extremitäten (Schulter, Ellenbogen, Arm, Hand, Finger). 2021 belief sich die Anzahl der Personen mit der Diagnose einer traumatischen Amputation auf 505, im Jahr 2020 auf 511. Bei den Amputationen mit einer pathologischen Operationsindikation (z. B. Amputationen infolge Diabetes, Kreislauferkrankungen oder Krebs) wurden 8660 Patientinnen und Patienten im Jahr 2022 mit einer Amputation der Brust oder der Genitalien erfasst (2021: 8403; 2020: 7685), wobei eine sehr grosse Mehrheit die Brust betraf. 3304 Fälle standen mit der Amputation eines anderen Körperteils in Verbindung (2021: 3110; 2020: 3002). Diese Operationen betrafen mehrheitlich die unteren Extremitäten, insbesondere die Zehen.