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24.3399 · Interpellation · 2024-04-15

Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

Erledigt

Wortlaut

In den Medien kann man lesen (https://www.blick.ch/wirtschaft/schweizer-luftwaffe-muss-kampfjets-bald-nachruesten-brandneue-f-35-benoetigen-verbesserte-turbinen-id19635958.html), dass die ersten F-35-Kampfflugzeuge schon zum Zeitpunkt ihrer Lieferung an die Schweizer Luftwaffe ein erstes Upgrade des Motors und Antriebs benötigen und dieses frühestens 2029 einsatzbereit sein wird. Die Folge gemäss armasuisse: Bis das Upgrade verbaut ist, werden wir die Triebwerke «geringfügig häufiger» warten müssen.

1. Kann das VBS diese Informationen bestätigen?

2. Seit wann ist es informiert?

3. Warum wurden die Sicherheitspolitischen Kommissionen nicht schon vor den Medien informiert?

4. Was sind die Kosten der zusätzlich nötigen Wartungen sowie des Upgrades von Motor und Antrieb bei den ersten gelieferten Systemen?

5. Wer muss gemäss den mit den USA abgeschlossenen Verträgen die Kosten übernehmen?

Stellungnahme des Bundesrates

  1. Die Schweizer F-35A werden gemäss derzeitiger Planung das aktuelle Triebwerk des Typs F135 erhalten. Mit diesem Triebwerk wurden Stand Ende März 2024 bereits über 824'000 Flugstunden absolviert. Dieses Triebwerk entspricht den Anforderungen der für die Schweiz vorgesehenen sogenannten Block-4-Konfiguration. Aus diesem Grund können die Flugzeuge nach heutigem Kenntnisstand im Flugbetrieb ohne oder allenfalls mit geringfügigem zusätzlichen Wartungsaufwand betrieben werden. Wie jedes moderne Kampfflugzeug erfahren auch die F-35A im Verlauf ihrer Nutzung mehrere Upgrades. Nur so kann eine jahrzehntelange Nutzung der Systeme gewährleistet werden. Das US-Verteidigungsministerium hat entschieden, Teile des Triebwerks und des zugehörigen Kühlluftsystems weiterzuentwickeln. Diese Weiterentwicklung soll bis Ende des Jahrzehnts abgeschlossen sein. Nach heutiger Planung soll das Upgrade im Rahmen einer grossen Instandhaltung in den 2030er Jahren in die Schweizer F-35A eingebaut werden. Der Einbau wird sich über mehrere Jahre erstrecken.

  1. Zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Beschaffungsvertrags war bekannt, dass das US-Verteidigungsministerium eine Weiterentwicklung des Triebwerks prüfen lässt. Die geplante Weiterentwicklung des Triebwerkes wird seit mehreren Jahren öffentlich diskutiert.

  1. Bereits in seiner Antwort auf die Interpellation Fridez (21.4618) vom 16.12.2021 hat der Bundesrat erläutert, dass die USA die Weiterentwicklung des Triebwerks prüfen und dass solche Weiterentwicklungen bei einem modernen Kampfflugzeug normal sind. Im Rahmen der Behandlung der Armeebotschaft 2022 wurden die Sicherheitspolitischen Kommissionen im April und Juli 2022 darüber hinaus darauf hingewiesen, dass eine Weiterentwicklung des Triebwerks geprüft wird.

  1. Aufgrund der laufenden Entwicklung sind die genauen Kosten des Upgrades noch nicht bekannt. Die grossen Stückzahlen wirken sich jedoch vorteilhaft auf die Kosten pro Flugzeug für solche Weiterentwicklungen aus.

  1. Die mit der Weiterentwicklung der Triebwerkskomponenten verbundenen Kosten werden Teil von zukünftigen Wartungsverträgen zwischen dem VBS und der US-Regierung sein. Es geht bei dieser Weiterentwicklung darum, die Wartungsaufwände über den ganzen Lebenszyklus hinweg zu optimieren und zukünftige weitere Kampfwertsteigerungen zu ermöglichen. Wie in der Armeebotschaft 2022 ausgeführt, sind Kosten für solche allfälligen Kampfwertsteigerungs- und Werterhaltungsprogramme nicht in den Beschaffungsverträgen berücksichtigt, weil diesbezügliche Vorhersagen mit allzu grossen Unsicherheiten verbunden wären.

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