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24.3480 · Postulat · 2024-05-27

Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung

Erledigt

Wortlaut

Der Bundesrat wird beauftragt, für Silageballen Alternativen zur Verwendung von Kunststoffen fossilen Ursprungs zu prüfen und Massnahmen zur Unterstützung und/oder Förderung der Entwicklung neuer Lösungen vorzuschlagen.

Begründung

Der ökologische Wandel, insbesondere der Übergang von einer linearen Wirtschaft zu einer Kreiswirtschaft, bildet eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit. In diesem Zusammenhang spielt die Bewirtschaftung von Kunststoffabfällen eine wichtige Rolle. Auch die Landwirtschaft ist betroffen, wo die Verwendung von Plastikfolien für Silageballen üblich ist. Die relativ neue Praxis wurde mit Unterstützung der Behörden eingeführt, um die Lagerung von Futter zu erleichtern und zu optimieren. Die Umweltbelastungen durch die Herstellung, die Verwendung und die Entsorgung der für diese Praxis benötigten Kunststoffe wurde jedoch unterschätzt. Laut Agroscope stammt mehr als ein Drittel der rund 16 000 Tonnen Plastik, die in der Landwirtschaft in der Schweiz jedes Jahr verwendet werden, aus der Verpackung von Silageballen.

 

Diese Praxis und die durch den Klimawandel bedingte Zunahme von Sturmereignissen verschärfen das Problem der Freisetzung von Makroplastik in die Natur. Der Eintrag von Makroplastik in die Felder ist insbesondere für die Landwirtschaft ein Problem, denn er ist eine Gefahr sowohl für die Böden als auch das Grundwasser und die Nutztiere. Seit rund zehn Jahren wurde die Problematik immer wieder diskutiert. Es wird nach Lösungen gesucht, wie Kunststoffe nicht nur besser rezykliert, sondern auch durch nichtfossile Materialien ersetzt werden können. Seit 2022 werden im Rahmen des Projekts «Erde», das vom Verband der Schweizer Kunststoffindustrie «Kunststoff.swiss» in Zusammenarbeit insbesondere mit dem Schweizer Bauernverband ins Leben gerufen wurde, Silofolien gesammelt und wiederverwertet. Dieses Projekt ist eine gute Übergangslösung. Auf lange Sicht lässt sich damit aber die Verwendung von Kunststoffen fossilen Ursprungs für Silageballen nicht rechtfertigen. Dies gilt umso mehr, als die jüngsten Entwicklungen bei den Ökobilanzen, die Kunststoffmaterialien fossilen Ursprungs und biobasierte Materialien vergleichen, immer deutlicher für Letztere sprechen.

 

Daher ist es notwendig, sich einen Überblick zu verschaffen über die Literatur und die laufenden internationalen Projekte im Zusammenhang mit der Entwicklung von biobasierten Verpackungsmaterialien, die fossile Kunststoffe für Silageballen ersetzen könnten. Sollten sich in Zukunft vielversprechende Alternativen abzeichnen oder sich bereits in Umsetzung befinden, sind diese gegenüber dem Recycling von Kunststoffen fossilen Ursprungs zu bevorzugen.