Lexipedia

25.8287 · Fragestunde. Frage · 2025-12-17

Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport

Erledigt

Wortlaut

Die jüngsten Ereignisse zeigen, dass die Schweiz weder vor Naturkatastrophen noch vor neuerlichen Krisen gefeit ist. Die instabile geopolitische Lage verstärkt diese Sorgen zusätzlich. Der nationale Verbund Katastrophenmedizin (Katame) wird derzeit umstrukturiert, was Zweifel an seiner Reaktionsfähigkeit bei aussergewöhnlichen Ereignissen weckt.
Wie schätzt der Bundesrat die Bevölkerungshilfe ein?

Stellungnahme des Bundesrates

Die Brandkatastrophe von Crans-Montana stellte das Gesundheitssystem der Schweiz auf eine harte Probe. Es gab bislang kein vergleichbares Ereignis in der Schweiz. Die langfristige Bewältigung ist noch längst nicht abgeschlossen, doch hat sich gezeigt, dass das Schweizer Gesundheitssystem nicht zuletzt auch dank der Koordination der Nationalen Alarmzentrale (NAZ) im Nationalen Verbund Katastrophenmedizin (KATAMED) fähig war, diese akute Krise zu meistern. Die Erstellung eines After Action Reviews zur Bewältigung der internationalen Verlegungen im Zeitraum zwischen dem 1. und 4. Januar 2026 wurde in Auftrag gegeben. Somit greifen die ersten Massnahmen, die in den letzten Jahren zur Weiterentwicklung des Koordinierten Sanitätsdienstes (KSD) in einen nationalen Verbund KATAMED getroffen wurden. Bei länger dauernden Ereignissen mit mehreren betroffenen Bereichen, wie etwa bei einem grösseren Erdbeben, wäre die Durchhaltefähigkeit und Fähigkeit zur Bewältigung allerdings nicht ausreichend. Dafür sind zurzeit weder die Kantone, die verfassungsrechtlich für das Gesundheitswesen im Lead stehen, noch der Bund für eine allfällige Unterstützung oder Koordination adäquat aufgestellt. Dafür braucht es zusätzliche personelle und finanzielle Mittel.Die Arbeiten von Bund, Kantonen und Gesundheitsakteuren am Nationalen Aktionsplan KATAMED werden vorangetrieben. Der Aktionsplan wird bis Ende dieses Jahres vorliegen und danach umgesetzt, wofür aber eine Beteiligung aller Partner im Verbund ausschlaggebend sein wird. Bis Ende 2028 wird auch ein Detailkonzept für die sanitätsdienstlichen Schutzanlagen erstellt. Die Brandkatastrophe von Crans Montana hat zudem gezeigt, dass die Schweiz bei der Bewältigung von Krisen dieser Grössenordnung auf die Zusammenarbeit mit den europäischen Partnern angewiesen ist. Die Arbeiten für eine Teilnahme am EU-Katastrophenschutzverfahren sollen daher ebenfalls priorisiert werden.