Lexipedia

Mehr und bessere Zugverbindungen für den Verkehrsknotenpunkt Wil mit dem Fürstenland, dem Toggenburg und dem Thurgau

26.3309 · Interpellation · 2026-03-19

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor

Wortlaut

Wil ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt im Netz des regionalen Verkehrsbundes „Ostwind“. Aktuell verkehren gemäss Fahrplan 396 Reisezüge und 56 Güter-/Dienstzüge in Wil. Bei den Ein- und Aussteigenden pro Tag gehen die Prognosen von 27‘000 im Jahr 2025 auf knapp 37’000 im Jahr 2040 aus. Wil hat ein Einzugsgebiet von über 120'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Trotzdem hält der IC5 von Rorschach bis Lausanne nicht mehr in Wil. Und verschiedene S-Bahn-Linien enden in Winterthur statt in Wil. Mit dem Bahnausbau via Brüttenertunnel Zürich – Winterthur steigen die Kapazitäten. Es ist aber nicht klar, ob und wie davon auch die Ostschweiz profitieren kann oder ob lediglich im Kanton Zürich ausgebaut wird.
Ist der Bundesrat bereit, die von der SBB angekündigten Viertelstunden-IC Zürich – St.Gallen mit Halt in Wil umzusetzen und das im Step 2035 vorgesehene Anschlusskonzept in Wil zeitnah zum Tragen zu bringen?

Falls Nein, wie stellt der Bundesrat sicher, dass die Region Wil gegenüber dem Einzugsgebiet des Zürcher Verkehrsverbund ZVV nicht weiter benachteiligt wird?
Welche Zürcher S-Bahn-Linien können und werden in Zukunft bis nach Wil weitergezogen?

Stellungnahme des Bundesrates

Der Bundesrat wird voraussichtlich im Juni 2026 die Vernehmlassungsvorlage zu Verkehr ’45 vorlegen. Darin wird er darlegen, welches Angebot aufgrund der neuen Rahmenbedingungen bis 2035 umgesetzt werden kann. Für den Zeithorizont der Inbetriebnahme des Brüttenertunnels wird der Bundesrat ab dem Herbst 2026 ein Angebotskonzept planen. Die Entwicklung der Bahn soll unter Berücksichtigung der grössten Überlastungen im Bahnnetz erfolgen. Aufgrund der dichten Verkehrsströme und der nötigen Effizienzsteigerungen im Bahnnetz wird nicht jede heute bestehende Verbindung, nicht jede heute angebotene Durchbindung und nicht jeder heute bestehende Halt weiterhin angeboten werden können. Der Planungsprozess für die Ausbauschritte der Bahn sieht vor, dass die Kantone für die Planung der regionalen Angebote zuständig sind, und sich dazu in geeigneten Planungsregionen organisieren. Sobald ein nächster Ausbauschritt angegangen wird, wird das Bundesamt für Verkehr über den Prozess informieren. Die Kantone können sich über die jeweiligen Planungsregionen mit Angebotszielen in den Prozess einbringen. Wichtig ist, dass die regionalen Angebotskonzepte innerhalb und zwischen den Planungsregionen abgestimmt sind.

Mehr und bessere Zugverbindungen für den Verkehrsknotenpunkt Wil mit dem Fürstenland, dem Toggenburg und dem Thurgau | Lexipedia | Lexipedia