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26.3687 · Interpellation · 2026-06-17

Departement des Innern

Eingereicht

Wortlaut

Die histopathologische Untersuchung ist unerlässlich für die medizinische Diagnostik. Sie dient unter anderem dem Ausschluss von bösartigen Erkrankungen und hat unmittelbare Konsequenzen für Prognose und Therapie, da eine verzögerte oder verpasste Diagnosestellung bei bösartigen Befunden mit potenziell lebensbedrohlichen Folgen verbunden sein kann.

Mit der Einführung ambulanter Pauschalen im Rahmen von TARDOC bzw. OAAT-Systemen entstehen neue tarifarische Rahmenbedingungen und Anreizstrukturen für chirurgische Leistungen. Es ist fraglich, ob die derzeitige Ausgestaltung sicherstellt, dass das Einsenden von Exzisaten zur histopathologischen Untersuchung weiterhin konsequent nach medizinischer Indikation erfolgt – und nicht durch ökonomische Faktoren beeinflusst wird.

Die Sicherstellung der histopathologischen Diagnostik ist zentral für die Patientensicherheit. Tarifarische Systeme dürfen keine Fehlanreize setzen, welche die medizinische Entscheidungsfreiheit zur Durchführung dieser diagnostisch notwendigen Leistungen verzerren. Eine frühzeitige Klärung dieser Fragestellung ist entscheidend, um potenzielle Risiken zu vermeiden und die Versorgungsqualität zu sichern

Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Wie beurteilt der Bundesrat das Risiko für die Patientensicherheit, wenn histopathologische Untersuchungen im Rahmen ambulanter Pauschalen nicht zwingend und nicht separat vergütet werden?

  2. Welche Massnahmen ergreift der Bundesrat, um ökonomische Fehlanreize zu verhindern, die zu einer Unterversorgung in der diagnostischen Sicherung führen könnten?

  3. Welche Massnahmen sieht der Bundesrat vor, um sicherzustellen, dass die Entscheidung zur histopathologischen Untersuchung ausschliesslich nach medizinischen Kriterien erfolgt?

  4. Hält der Bundesrat die aktuellen tarifarischen Rahmenbedingungen für ausreichend, um sicherzustellen, dass medizinisch indizierte histopathologische Untersuchungen keine finanziellen Nachteile verursachen? Falls ja, auf welche Daten beruht diese Einschätzung?

  5. Welche konkreten Interventionsmöglichkeiten bestehen, um kurzfristig regulatorisch oder tarifarisch einzugreifen, falls sich Hinweise auf solche Fehlanreize ergeben? In welcher Frist könnte eine solche Intervention erfolgen?