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26.3802 · Interpellation · 2026-06-18

Departement des Innern

Eingereicht

Wortlaut

Zecken sind auf dem Vormarsch. Neue Arten breiten sich aus, neue Krankheiten kommen mit. Eine systematische Überwachung fehlt: Daten erscheinen in der offiziellen Statistik erst dann, wenn Menschen erkrankt sind. Wer früh warnen will, hat keine Grundlage dafür.

Gleichzeitig fallen Menschen mit chronischen Krankheitsverläufen nach Zeckeninfektionen durch die Maschen: Wer nicht ins gängige Diagnoseschema passt, erhält oft weder adäquate Behandlung noch Versicherungsdeckung. Die indirekten Kosten – IV-Bezüge, psychische Folgeerkrankungen, langwierige Versicherungsstreitigkeiten – dürften die offiziell erfassten Behandlungskosten übersteigen.

Der One-Health-Ansatz des BLV bietet einen vielversprechenden Rahmen, steckt aber noch in den Anfängen. Es fehlt an koordinierter Feldüberwachung, interdisziplinärer Zusammenarbeit und einer Anlaufstelle für chronisch Erkrankte mit unklarer Ursache.

Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

  1. Welche Stellen sind für die Überwachung invasiver Zeckenarten zuständig, und wie werden Meldungen aus der Bevölkerung systematisch erfasst?

  2. Plant der Bundesrat, im Rahmen von One Health eine präventiv ausgerichtete Zecken-Surveillance aufzubauen, die Felddaten erhebt, bevor Infektionsfälle auftreten?

  3. Wie bewertet der Bundesrat das Risiko invasiver Zeckenarten wie Hyalomma marginatum, und welche Früherkennungsmassnahmen sind geplant?

  4. Welche Daten erhebt der Bundesrat zu chronischen Verläufen nach Zeckeninfektionen, und wie bewertet er die bestehenden Datenlücken?

  5. Welche Massnahmen ergreift der Bundesrat, damit Personen mit chronischen Verläufen nach Zeckeninfektionen medizinisch versorgt werden und Versicherungsschutz erhalten, auch wenn ihre Symptomatik nicht den gängigen Falldefinitionen entspricht?