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26.3807 · Interpellation · 2026-06-18

Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

Eingereicht

Wortlaut

Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:

  1. Anerkennt der Bundesrat, dass vulnerable Gruppen – namentlich ältere Menschen, Kranke und Kinder – sowie bestimmte Berufsgruppen wie z.B. das Pflegepersonal, die Lehrerschaft, etc. angesichts der klimawandelbedingten Zunahme von Hitzewellen unzureichend geschützt sind?

  2. Der Bund ergreift bereits verschiedene Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Hitze (vgl. Antwort zum Postulat 22.4248). Der vermehrte Einsatz aktiver Kühlung durch Klimaanlagen scheint dabei jedoch kaum eine Rolle zu spielen. Was sind die Gründe dafür?

  3. Teilt der Bundesrat die Einschätzung, dass Klimaanlagen einen wichtigen Beitrag zum Hitzeschutz leisten können und aus energie-, wirtschafts- und klimapolitischer Sicht vertretbar oder sogar vorteilhaft sein und der Bevölkerung einen konkreten Mehrwert des Ausbaus der Erneuerbaren (insb. Solar) aufzeigen können?

  4. Welche Möglichkeiten sieht der Bundesrat, den gezielten Einsatz von Klimaanlagen zum Schutz der Bevölkerung zu fördern und die Kantone dabei zu unterstützen?

Begründung

Hitze ist ein ernstes Gesundheitsrisiko, besonders für vulnerable Gruppen wie ältere und kranke Menschen: Erhöhte Innentemperaturen führen bei ihnen nachweislich zu einem kritischen Anstieg von Morbidität und Mortalität. Hitze ist auch ein wirtschaftliches Risiko: Einer Studie zufolge könnte eine einzige Hitzewelle Europa bis zu einem halben Prozent des BIP kosten – ein Schaden vergleichbar mit den von der KOF geschätzten Auswirkungen der initialen US-Zölle auf die Schweizer Wirtschaft. Und Hitze beeinträchtigt die Lebensqualität der gesamten Bevölkerung – besonders in schlecht sanierten oder schwer sanierbaren Gebäuden wie Altbauten oder in Einrichtungen mit vulnerablen Bewohnerinnen und Bewohnern, beispielsweise schlecht gekühlten Spitälern.

Der Bund ergreift zwar verschiedene Massnahmen zum Hitzeschutz, doch der Einsatz von Klimaanlagen bleibt dabei weitgehend unberücksichtigt. Das erstaunt, denn vor dem Hintergrund des wachsenden Stromüberschusses in den Sommermonaten und des technologischen Fortschritts erscheint der Einsatz von Klimaanlagen heute durchaus vertretbar. Im besten Fall könnten Klimaanlagen sogar einen Mehrwert schaffen – etwa indem sie zur Reduktion negativer Strompreise im Sommer beitragen oder einen konkreten Nutzen der Energiestrategie des Bundes und des Solarausbaus für die Bevölkerung sichtbar machen.