AB 114458
Germanier Jean-René · Nationalrat · Wallis · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2010-12-14
Wortprotokoll
Art. 8b
Antrag der Mehrheit
Titel
Verpflichtung von Grossunternehmen
Abs. 1
Beitragspflichtige private und öffentliche Unternehmen, die 250 oder mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, müssen mindestens 1 Prozent Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen:
a. deren Rente im Rahmen der 6. IV-Revision herabgesetzt oder aufgehoben wurde; und
b. die Massnahmen zur Wiedereingliederung gemäss Artikel 8a durchlaufen haben.
Abs. 2
Unternehmen, welche ihrer Verpflichtung gemäss Absatz 1 nicht nachkommen, leisten eine zweckgebundene Abgabe in der Höhe einer minimalen jährlichen Invalidenrente. Die Abgabe ist geschuldet für jeden Arbeitsplatz, der gemäss Absatz 1 besetzt werden sollte.
Abs. 3
Der Ertrag der Abgaben gemäss Absatz 2 wird für die Finanzierung der Eingliederungsmassnahmen der Versicherung sowie für die Bereitstellung von Arbeitsplätzen für Personen, welche eine IV-Rente beziehen oder bezogen haben, sowie für Personen, welche von Invalidität bedroht sind, verwendet.
Abs. 4
Der Bundesrat regelt die nähere Umsetzung.
[VS]
Antrag der Minderheit I
(Prelicz-Huber, Fehr Jacqueline, Goll, Rielle, Rossini, Schenker Silvia)
Titel
Verpflichtung zur Beschäftigung von behinderten Personen
Abs. 1
Beitragspflichtige private und öffentliche Arbeitgeber, die 100 oder mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, müssen mindestens 2 Prozent Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, die:
a. eine Invalidenrente beziehen; oder
b. einen Invaliditätsgrad von mindestens 25 Prozent aufweisen; oder
c. von der Versicherung gemäss Artikel 7d oder 8 vermittelt worden sind.
Abs. 2
Arbeitgeber, welche die Quote gemäss Absatz 1 nicht einhalten, bezahlen eine Sanktion in der Höhe der durchschnittlichen jährlichen Invalidenrente. Die Sanktion ist geschuldet für jeden Arbeitsplatz, der gemäss Absatz 1 mit einer behinderten Person besetzt werden sollte.
Abs. 3
Die Überwachung der Einhaltung der Quote und das Inkasso der Sanktionen erfolgen durch die Ausgleichskassen der AHV. Diese kontrollieren die Einhaltung der Quote mindestens einmal jährlich.
Abs. 4
Der Ertrag der Sanktionen gemäss Absatz 2 wird für die Finanzierung der Eingliederungsmassnahmen der Versicherung verwendet.
[VS]
Antrag der Minderheit II
(Triponez, Baettig, Borer, Bortoluzzi, Cassis, Estermann, Müri, Parmelin, Ruey, Scherer, Stahl)
Streichen
[VS]
Antrag Ingold
Titel
Verpflichtung von Grossunternehmen zur Beschäftigung von leistungsbeeinträchtigten Personen
Abs. 1
Beitragspflichtige private und öffentliche Arbeitgeber, die 250 oder mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, müssen mindestens 2 Prozent Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, die:
a. eine Invalidenrente beziehen oder
b. einen Invaliditätsgrad von mindestens 25 Prozent aufweisen oder
c. die von der Versicherung gemäss Artikel 7d oder 8 vermittelt worden sind.
Schriftliche Begründung
Ohne das verbindliche Engagement der Wirtschaft in der Schaffung von Arbeitsplätzen für Leistungsbeeinträchtigte wird das Ziel der 6. IV-Revision nicht erreicht. Etwa 16 000 Renten sollen aufgehoben werden, das bedeutet für ebenso viele Menschen eine Erwerbsarbeit, die es bis heute nicht gibt.
- Warum überhaupt Verpflichtung? Die Beteuerungen der Wirtschaft, im Zusammenhang mit dem Wiedereingliederungsprogramm der 5. IV-Revision freiwillig Nischenarbeitsplätze zu schaffen, haben überhaupt nicht zu genügenden Ergebnissen geführt. Mit Freiwilligkeit würden weiterhin Tausende von arbeitswilligen Rentnerinnen und Rentnern ausgegrenzt bleiben, und die 6. IV-Revision führt nicht zum Erfolg. Es braucht den Systemwechsel zur Verpflichtung, Leistungsbeeinträchtigte ins Unternehmen zu integrieren.
- Warum nur Grossunternehmen ab 250 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern? Die KMU haben ihre Hausaufgaben gemacht, den Tatbeweis schuldig geblieben sind die Grossen, deshalb soll die Verpflichtung nur für sie gelten. [PAGE 2031]
- Warum 2 Prozent statt 1 Prozent? Um einen Kulturwandel von der Ausgrenzung zur Integration anzustossen, ist ein grösserer und gewichtiger Schritt notwendig, der mehr Wirkung zeigen soll als die Bereitstellung von vernachlässigbaren Zufallsnischen.
[VS]
Art. 8b
Proposition de la majorité
Titre
Obligations des grandes entreprises
Al. 1
Les entreprises privées et publiques assujetties à l'obligation de payer des cotisations et occupant au moins 250 personnes doivent employer au moins 1 pour cent de travailleurs:
a. dont la rente a été réduite ou supprimée dans le cadre de la 6e révision de l'AI;
b. qui ont été soumis à des mesures de réadaptation conformément à l'article 8a.
Al. 2
Les entreprises qui n'honorent pas l'obligation visée à l'alinéa 1 paient une taxe affectée à des fins déterminées, correspondant à une rente d'invalidité annuelle minimale. La taxe est perçue pour chaque poste qui n'est pas occupé conformément à l'alinéa 1.
Al. 3
Le bénéfice des taxes prévues à l'alinéa 2 est utilisé pour financer les mesures de réadaptation des assurés et créer des postes destinés aux personnes recevant ou ayant reçu une rente AI ou encore à celles menacées d'invalidité.
Al. 4
Le Conseil fédéral fixe la mise en oeuvre de cette disposition.
[VS]
Proposition de la minorité I
(Prelicz-Huber, Fehr Jacqueline, Goll, Rielle, Rossini, Schenker Silvia)
Titre
Obligation d'embaucher des personnes handicapées
Al. 1
Les employeurs privés et publics soumis à cotisation qui emploient 100 travailleurs ou plus sont tenus d'embaucher au moins 2 pour cent de personnes qui:
a. perçoivent une rente d'invalidité; ou
b. présentent un degré d'invalidité de 25 pour cent au moins; ou
c. sont recommandées par l'assurance en vertu de l'article 7d ou de l'article 8.
Al. 2
Les employeurs qui n'observent pas la proportion fixée à l'alinéa 1 paient, en guise de sanction, un montant correspondant à une rente d'invalidité annuelle moyenne. La sanction est due pour chaque poste qui devrait être occupé par une personne handicapée conformément à l'alinéa 1.
Al. 3
Les caisses de compensation AVS contrôlent le respect de la proportion et l'encaissement des sanctions. Elles contrôlent le respect de la proportion au moins une fois par an.
Al. 4
Le revenu provenant des sanctions visées à l'alinéa 2 sert à financer les mesures de réinsertion prises par l'assurance.
[VS]
Proposition de la minorité II
(Triponez, Baettig, Borer, Bortoluzzi, Cassis, Estermann, Müri, Parmelin, Ruey, Scherer, Stahl)
Biffer
[VS]
Proposition Ingold
Titre
Obligation faite aux grandes entreprises d'embaucher des personnes handicapées
Al. 1
Les employeurs privés et publics soumis à cotisation qui emploient 250 travailleurs ou plus sont tenus d'embaucher au moins 2 pour cent de personnes qui:
a. perçoivent une rente d'invalidité; ou
b. présentent un degré d'invalidité de 25 pour cent au moins; ou
c. sont recommandées par l'assurance en vertu de l'article 7d ou de l'article 8.