preparatory:AB 119609
Brändli Christoffel · Ständerat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2011-06-01
Wortprotokoll
Es ist mir ein Anliegen festzuhalten, dass es, wenn Sie über Berggebiete sprechen, nicht nur Tourismusgebiete wie das Oberengadin, Zermatt und diese Orte sind, die von dieser Initiative angesprochen werden, sondern es sind auch die meisten kleinen Bergdörfer. Welches ist die Situation dieser Bergdörfer? Die Leute mussten, weil sie keine Arbeit hatten, abwandern; sie behielten aber vielfach ihre Häuser und unterhielten sie. Das sind heute alles Zweitwohnungen. Es gibt meiner Meinung nach kein Bergdorf, in dem nicht 20 Prozent der Liegenschaften in solchen Händen sind. Wenn jetzt ein Landwirt, der es dort noch aushält, eine Zweitwohnung bauen will, um einen Nebenverdienst zu haben - das propagieren wir ja -, heisst es dann: Stopp, in dieser Gemeinde sind schon 20 Prozent der Zweitwohnungen gebaut! Es besteht also ein absoluter Baustopp. Sie verfügen mit der Initiative also nicht nur, dass man in den Boomgebieten Einschränkungen macht - das ist heute unbestritten und wird auch getan -, sondern Sie verfügen primär einen Baustopp in den entvölkerten Orten des Berggebietes. Ich bedaure es, dass man sich damit der Probleme nicht stärker annimmt, sondern die Entvölkerung der Berggebiete noch fördert.