AB 121044
Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2011-09-26
Wortprotokoll
Wie ich bereits in der Eintretensdebatte gesagt habe, werden die Grünen zu allen Minderheitsanträgen Ja sagen. Unser Ziel ist und bleibt: 1 Prozent des BIP für die Kultur. Wir sind noch längst nicht bei diesem Ziel. Das heisst für uns: Wir unterstützen die Minderheitsanträge. Es ist für uns Grüne unverständlich, dass in dieser Kulturbotschaft nicht mehr Mittel eingestellt wurden, obwohl sie zusätzliche Aufgaben vorsieht.
Alle Minderheitsanträge sind gute und wichtige Anträge. Die Stiftung Sportmuseum Schweiz ist für die Grünen wichtig; wir wollen, ebenso wie für andere Bereiche, ein Museum für den Sport und seine Geschichte.
Die Anträge zu den Fahrenden unterstützen wir ebenfalls. Da wir alle Minderheiten unterstützen, möchten wir auch die Kultur und Lebensweise der Fahrenden fördern, ganz im Sinne unserer Haltung, dass das Leben mit verschiedenen Kulturen ein spannendes Leben ist - auch in der Schweiz.
Das Projekt "Succès Livre" ist für uns aus zwei Gründen wichtig: Einerseits wollen wir ganz grundsätzlich die Förderung der Schriftsteller und Schriftstellerinnen in einer für sie schwierigen Lage, zweitens ist das Projekt auch im Sinne der Bekämpfung des Illettrismus wichtig. Der Illettrismus ist [PAGE 1664] ein ernstzunehmendes Thema. Für uns ist es wichtig, dass alle die gleichen Chancen auf Bildung haben. Leider ist es so, dass verschiedenste Menschen zwar die Volksschule durchlaufen, am Schluss aber ohne genügende Lesekompetenzen herauskommen. Die Leute entwickeln dann Überlebensstrategien, damit sie nicht auffallen. Für die Jobsuche und für ein selbstständiges Leben ist aber eine gute Lesekompetenz zentral.
Auch das Alpine Museum ist für uns ein wichtiges Museum. Nicht zuletzt in der Zeit der Veränderungen der Alpen bzw. der Gletscher wollen wir, dass diese Geschichte weiter bestehen bleibt und entwickelt wird.
Ein sehr zentrales Anliegen für uns sind die Sozialversicherungen für Kulturschaffende. Wir haben das seitens der Grünen schon mehrfach formuliert und gefordert. Die Situation für die Künstler und Künstlerinnen bezüglich der Sozialversicherungen ist schwierig. Bei der Arbeitslosenkasse ist glücklicherweise einiges an positiven Entwicklungen gelaufen, bei der zweiten und dritten Säule ist ein Knopf drin. Da geht es leider nicht weiter. Viele Künstlerinnen und Künstler haben keine dritte Säule und stehen dann im Alter bloss mit der AHV da. Es müsste eine separate Stiftung für Künstler und Künstlerinnen gegründet werden. Mit diesem Minderheitsantrag V sprechen Sie die nötige Anschubfinanzierung.
Zu guter Letzt ist für uns die musikalische Bildung der Kinder und Jugendlichen sehr wichtig. Wir möchten hier einen Zugang für alle Kinder und Jugendlichen und sagen deshalb Ja zum Antrag der Minderheit VI.