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Pfister Theophil · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-03-15
Wortprotokoll
Ich möchte zuerst meine Interessenbindung offenlegen. Ich habe Tausende von Stunden in meinem Leben mit dem wunderschönen Schiesssport verbracht. Ich fühle mich natürlich hier mit Hunderttausenden von Schützen emotional verbunden.
Artikel 11a ist für die Schützenvereine in unserem Land ein zentrales Element der Nachwuchsförderung. Er betrifft vorab die Jungschützenkurse, aber auch generell die Nachwuchsarbeit. Die SVP-Fraktion kann sich nicht vorstellen, dass wir auf der einen Seite den Hooliganismus in unserem Land bekämpfen und gleichzeitig die sinnvolle Gestaltung der Freizeit behindern. Wer in ländlichen Regionen lebt, dort die Schule besucht und die Freizeit nach den gegebenen Möglichkeiten gestaltet, wird kaum ohne Kontakt mit den Jungschützenkursen bleiben. Immer mehr - das können wir heute deutlich feststellen - sind diese Kurse von Jugendlichen beiderlei Geschlechts besucht; das ist positiv und erfreulich.
Es ist sicher jedermann klar, dass es für das Erlernen des Schiesssports eine Waffe, eine Anleitung und eine gute Betreuung braucht. Das machen und organisieren unsere Schützenvereine in langjähriger Tradition, und sie leisten damit freiwillig und uneigennützig eine wichtige Jugendarbeit. Dass diese Jugendarbeit den ideologisch inspirierten Grünen nicht passt, ist bekannt. Aber ich möchte doch einmal von diesen Leuten grundsätzlich wissen, was an dieser sportlichen Betätigung der Jugendlichen nicht richtig ist und warum wir nicht das Sportgerät in ihre Obhut und eigene Verantwortung geben dürfen - dies gerade heute, wo selbst die jungen Frauen den Schiesssport für sich entdeckt haben.
Schiessen ist immerhin auch noch eine olympische Disziplin. Als Beispiel kann ich aus dem Leserbrief der Sankt Galler CVP-Kantonsrätin Barbara Keller-Inhelder vom 27. September 2006 zitieren: "Als aktive Schützin im Schützenverein Jona, die mit zwölf Jahren aus familiärer Tradition bei den Jungschützen begann, kenne ich gerade die Schützen als ausgesprochen korrekte, integre, patriotische und staatstragende Menschen, mit einer starken Zuneigung zu unserer Schweiz, ihrer Bevölkerung und ihren Werten. Gerade deshalb fühle ich mich in dieser Gesellschaft auch so ausgesprochen wohl."
Ich bitte Sie namens der SVP-Fraktion, hier keine falschen Pflöcke gegen den sinnvollen und verbreiteten Jugendsport [PAGE 326] und keine Pflöcke gegen die ehrenamtliche Tätigkeit von Tausenden von Schiessinstruktoren einzuschlagen.
Der Antrag Müller Geri ist darum abzulehnen.