preparatory:AB 136999
Lang Josef · Nationalrat · Zug · Grüne Fraktion · 2007-03-15
Wortprotokoll
Ich empfehle Ihnen, dem Antrag Müller Geri zuzustimmen.
1. Ich selber war als Zwölfjähriger Präsident eines Flobert-Schützenvereins. Wenn ich heute zurückdenke, muss ich sagen, dass wir ein paar Dummheiten gemacht haben, aber keine grossen. Was ist aber der grosse Unterschied zu jener Zeit, als die meisten von uns noch jung waren? Die Gesellschaft hat sich verändert, das ist ein wichtiges Argument, nicht nur in diesem Punkt, sondern allgemein mit Bezug auf eine Verschärfung des Waffengesetzes. Ich habe immer gesagt und eingestanden, dass es früher relativ wenige Unfälle und Verbrechen mit Ordonnanzwaffen und Sportwaffen gegeben hat. Aber hier hat es gesellschaftliche Veränderungen gegeben, auch bei der Jugend.
2. Es ist ja vor allem die SVP, welche - aus meiner Sicht nicht völlig falsch, aber sehr übertreibend - die Veränderungen bei der Jugend immer wieder betont, Stichwort Jugendgewalt. Wenn die SVP ernst nimmt, was sie selber sagt - und zu einem Teil ist das ernst zu nehmen -, dann muss sie doch auch, wenn es um Waffen geht, für eine Änderung der Praxis, für eine Änderung der Regel, für eine Änderung der Einstellungen eintreten. Es gibt nichts Gefährlicheres als Waffen. Waffen sind gefährlicher als beispielsweise Mofas.
3. Kollega Pfister Theophil hat die fachliche Betreuung dieser Jungschützen erwähnt. Es gibt aber einen wichtigeren Aspekt in dieser Geschichte, der nichts mit Technik, sondern mit Psychologie zu tun hat. Ich denke beispielsweise an diesen Jugendlichen, der vorhin auch von Kollega Banga erwähnt wurde. Hier braucht es vor allem auch psychologische Fachkenntnisse, und ich glaube nicht, dass die hier genügend gegeben sind.