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Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2014-03-05

Wortprotokoll

Mit dieser Motion werden aus Sicht des Bundesrates eigentlich offene Türen eingerannt. Mit der Botschaft zu den Olympischen Winterspielen haben wir Ihnen den Antrag unterbreitet, dass in diesem Zusammenhang von uns ein Leistungssportkonzept ausgearbeitet wird - sozusagen als parallele Massnahme. Die Vorlage zu den Winterspielen ist inzwischen durch das Bündner Volk beerdigt worden, doch der Auftrag im Zusammenhang mit diesem Leistungssportkonzept, dem Sie zugestimmt haben, besteht weiterhin. Wir haben daran gearbeitet und sind damit weitgehend fertig. Das war denn auch der Grund dafür, dass der Bundesrat gesagt hat, die Motion sei abzulehnen. Ein solches Konzept, wie die Motion es fordert, besteht eigentlich bereits.

Inzwischen hat der Nationalrat diese Motion angenommen. Er wollte damit bekräftigen, dass er hinter dem Leistungssportkonzept steht, das er als gesamtheitliches Sportförderungskonzept versteht. Ich könnte mir insofern auch vorstellen, dass Sie heute diese Motion annehmen, um nicht ein anderes Signal zu geben. Ansonsten wäre Ihr Entscheid so zu interpretieren, dass Ihr Rat das anders sieht als der Nationalrat. So gesehen ist der Bundesrat ein wenig zwischen Stuhl und Bank geraten, nachdem der Nationalrat diese Motion angenommen hat, um diesem Anliegen noch einmal Nachdruck zu verleihen.

Wir werden dieses Aussprachepapier in den Bundesrat bringen. Worum geht es? Dieses Sportkonzept setzt eigentlich nach wie vor auf die Förderung des Breitensports in der Schweiz. "Jugend und Sport" bezieht rund drei Viertel der Sportsubventionen, die da fliessen; wir fördern bei "Jugend und Sport" rund 75 Sportarten mit 600 000 teilnehmenden Jugendlichen pro Jahr. Zunehmendes Gewicht erhält auch der Erwachsenensport, für welchen wir Leiter ausbilden. Das alles ist eigentlich die Basis für die Förderung des Sports durch den Bund, die immer subsidiär erfolgt. Träger sind die Vereine und Organisationen, die entsprechende Beiträge beziehen, wenn sie nachweisen, dass sie Jugendliche ausbilden. Daneben betrifft das Sportkonzept des Bundes die beiden Anlagen in Magglingen und Tenero, wo wir die Eidgenössische Hochschule für Sport bzw. ein nationales Jugendsportzentrum betreiben. Auch das sind Dinge, die seit Jahrzehnten ausgezeichnet laufen.

Etwas schwach ist, das haben wir vorher angesprochen, die Förderung des Schneesports. Der Schneesport spielt bei uns eine ganz zentrale Rolle, das haben wir gerade auch bei den Olympischen Winterspielen wieder gesehen. Wie ich vorher angetönt habe, sind wir daran, die Idee eines Schneesportzentrums zu entwickeln, um Jugendlichen wieder die Möglichkeit zu geben, mit dem Schnee in Berührung zu kommen und günstig Schneesport zu treiben, und insbesondere auch, um den Nachwuchssport zu fördern.

Ein weiterer Schwachpunkt, den wir in diesem Sportkonzept aufzeigen werden, ist die Trainerunterstützung in der Schweiz. Da hat die Schweiz im internationalen Vergleich einen recht grossen Rückstand; die Trainerunterstützung ist bei uns auf einem tiefen Niveau. Sie findet praktisch ausschliesslich ehrenamtlich statt; die Trainer in der Schweiz würden von der Mindestlohn-Initiative gewaltig profitieren.

Wenn man den Leistungssport als wichtigen Leistungsausweis für eine Nation betrachtet, besteht wohl ein gewisses Interesse daran, dass auch der Leistungssport unterstützt wird, insbesondere in den Anlagen: in Tenero, in Magglingen und in einem allfälligen neuen Schneesportzentrum. Zudem sind Spitzensportler eine gute Motivation für den Breitensport. Nehmen Sie beispielsweise den Langlauf: Da hat Dario Cologna einen weiteren Boom ausgelöst. So lassen sich Hunderte oder Tausende motivieren und treiben Sport; das ist etwas, das wir wiederum schätzen. Es geht weiter bis in die Clubs, die Skiclubs beispielsweise, denen wieder viele Junioren und Jugendliche angehören, die sich mit dem Sport beschäftigen. Gleiches können wir in anderen Sportarten feststellen. Es besteht also ein gewisses Gleichgewicht zwischen dem Breitensport, den wir unterstützen, dem Nachwuchssport und dem Leistungssport.

Das ist in etwa der Inhalt dieses Leistungssportkonzeptes. Es ist eine Auslegeordnung. Es zeigt, wo wir stehen und wo wir zusätzliche Impulse als nötig erachten: in der Nachwuchsförderung und in der Trainerunterstützung. Das alles ist eigentlich vorbereitet.

Wir haben die Motion deshalb ursprünglich abgelehnt, weil wir den Auftrag bereits im Zusammenhang mit den Olympischen Winterspielen hatten. Nachdem sie der Nationalrat nun aber angenommen hat, würde ich ein Nein von Ihrem Rat heute eher in dem Sinne interpretieren, dass wir all das nicht machen müssten. Wir haben es in diesem Rat schon einmal diskutiert, und Sie haben uns damals gesagt: Wir müssen ja nicht immer eine Motion machen, bringt das doch einfach!

In diesem Sinne würde ich Sie, wenn Sie diesen Weg so gehen, eher bitten, den Bundesratsantrag zu umgehen und Ja zur Motion zu stimmen. Dann wären Sie kohärent mit dem Nationalrat, und wir wüssten, woran wir wären. Wenn Sie Nein stimmten, müssten wir das eher dahingehend interpretieren, dass Sie kein Leistungssportkonzept möchten. Dann hätten wir eine Differenz. So gesehen, wäre ein Ja ein Signal für dieses Konzept und ein Nein eher ein Signal dagegen. Der Bundesrat möchte dieses Konzept, weil er es aufgrund der damaligen Botschaft bereits erarbeitet hat. Sie [PAGE 47] werden Gelegenheit haben, die Fördermassnahmen anhand dieses Leistungssportkonzeptes zu diskutieren, wobei auch dieses Konzept nichts Neues ist. Sie können dann dort Schwerpunkte setzen und sagen, wo der Bund in Zukunft tätig sein soll und wo nicht. Wir gehen den Weg der subsidiären Unterstützung der privaten Initiativen, der sich bisher in diesem Land bewährt hat.

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