Lexipedia

AB 152480

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2011-06-16

Wortprotokoll

Bei diesen Artikeln geht es um die Zulassung und um die Studiengestaltung, die für die Grünen sehr zentral sind. Wir wollen eine klare Unterscheidung bezüglich der Zulassung, bezüglich der Ausrichtung und auch bezüglich der Studiengestaltung der Fachhochschulen.

Die Ausrichtung ist unserer Meinung nach folgende: auf der einen Seite Universitäten und ETH, dann die Fachhochschulen und separat die pädagogischen Hochschulen. Es sind alles Hochschulen, aber mit verschiedenen Wegen. Universitäten und ETH sollen mehrheitlich für die Grundlagen zuständig sein; die Fachhochschulen und auch die pädagogischen Hochschulen sollen praxisorientiert sein, und das in der Forschung, in der Lehre und auch im Lehrkörper, ganz nach dem Motto "Gleichwertig, aber andersartig". Natürlich wollen wir das nicht stur. Es soll eine Durchlässigkeit geben, und auch das wiederum in den drei Bereichen Forschung, Lehre und Zulassung.

Wir wollen Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen, und diese Zusammenarbeit wird mit diesem Gesetz gestärkt, was wir sehr befürworten. Der Weg der dualen Bildung ist ein Erfolgsmodell. Er soll weiterhin gestärkt werden, auch auf der Hochschulebene. Er soll mit diesem Gesetz fortgeschrieben werden, auch bezüglich der Studiengestaltung. Damit soll gemäss dem Gesetz auch klar sein, dass die Fachhochschulen nicht plötzlich meinen, sie müssten kleine Möchtegernuniversitäten sein, was heute teilweise eine Tendenz ist. Die Fachhochschulen sollen praxisorientiert sein, das bedeutet Aufbau auf der Berufslehre und danach Zulassung. Sie sollen auf die Berufspraxis vorbereiten, ihre Forschung soll aus Praxisproblemen entstehen und sich dann weiterentwickeln. Die Fachhochschulen sind aber dringend auf Grundlagen angewiesen, deshalb ist die [PAGE 1201] Zusammenarbeit mit den Universitäten und den ETH auch so wichtig.

Bei der Zulassung ist uns eine Unterscheidung ebenfalls wichtig. Bei Universität und ETH, da ist es unseres Erachtens klar: Da braucht es die gymnasiale Matur. Bei den Fachhochschulen ist der sogenannte Königsweg die Fachmatur bzw. die Berufsmatur, und bei den pädagogischen Hochschulen ist es einerseits die gymnasiale Matur, andererseits aber auch die pädagogische Fach- oder sogar die Berufsmatur. Eine Differenzierung oder Klärung bezüglich der pädagogischen Hochschulen im Gesetz ist unserer Meinung nach richtig. Die Grünen sind bei Artikel 24a deshalb für den Antrag der Mehrheit, der die Klärung für den Zugang zu den pädagogischen Hochschulen bringt.

Für die Grünen ist aber ebenfalls wichtig, dass die Zugänge durchlässig sind. Ein Äquivalenzverfahren muss weiterhin möglich sein. Das heisst eben auch, dass andere Werdegänge, die zur gleichen Qualifikation führen, den Zugang zu den jeweiligen Hochschulen ebenfalls gewährleisten müssen. Oft sind es ja Berufsleute, die Weiterbildungen "on the job" gemacht haben, die dann teilweise leider nicht anerkannt werden, die qualitativ aber sehr hochstehend sind. Gerade viele Frauen sind von dieser Situation betroffen - vor allem in der Vergangenheit; heute hat sich die Berufssituation oder auch die Weiterbildungssituation an gewissen Orten ja etwas vereinfacht oder beruhigt, wie man das auch immer darstellen will. Eine Zulassung aus den verschiedenen Werdegängen, die gleiche Qualifikation haben, soll möglich sein. In diesem Sinn ist auch der Antrag der Minderheit Gilli zu Artikel 25 Absatz 1 zu verstehen.

Bei Artikel 25 Absatz 2 sind die Grünen deshalb klar für den Antrag der Mehrheit. Wir wollen damit die Festschreibung der Äquivalenzverfahren.