preparatory:AB 164835
Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2014-09-18
Wortprotokoll
Es ist keine Frage, Herr Nationalrat Buttet, die Informations- und Kommunikationstechnologien werden wichtiger. Das gilt für die Gesellschaft, für die Wirtschaft, für die Bildung. Es eröffnen sich Chancen, aber es sind auch Risiken damit verbunden. Wir wissen, dass durch den frühen Zugang zur digitalen Bildung das Interesse für Informatik nachhaltig gefördert werden kann. Es gilt also zu vermeiden, dass Kinder nicht oder erst spät Zugang zu digitalen Mitteln haben und dann Defizite aufweisen. Hier können die Schulen ausgleichend wirken, indem sie die Chancenunterschiede früh auffangen.
Mit anderen Worten: Das Anliegen von Herrn Nationalrat Buttet hat unsere volle Aufmerksamkeit. Was den Bericht angeht, den er verlangt, will ich Folgendes festhalten: Die Verantwortung für das Bildungswesen ist in unserem föderalen Land zwischen Bund und Kantonen geteilt, einmal mehr. Demnach soll die Förderung der digitalen Bildung von Kindern und Jugendlichen von Bund und Kantonen gemeinsam im Rahmen der Zuständigkeiten vorangetrieben werden. Bund und Kantone müssen ihre Strategien zur Förderung der digitalen Bildung koordinieren, und das tun sie auch. So haben nämlich Bund und Kantone bereits 2011 die Förderung der Kompetenzen im Umgang mit Informations- und [PAGE 1610] Kommunikationstechnologien auf allen Bildungsstufen zu einer gemeinsamen bildungspolitischen Aufgabe im Bildungsraum Schweiz erklärt. Ich rede von der Erklärung aus dem Jahre 2011 des EDI, des damaligen EVD und der EDK zu den gemeinsamen bildungspolitischen Zielen für den Bildungsraum Schweiz. Die jeweiligen Massnahmen stimmen die Partner, also Kantone und Bund, eng ab; einige setzen sie gemeinsam um. Sie fördern z. B. über den Bildungsserver Educa und die Schweizerische Fachstelle für Informationstechnologien die Schulen bei der Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien in das Bildungssystem. Bund und Kantone verfolgen die Entwicklung im internationalen Kontext und beteiligen sich gezielt an Aktivitäten und Programmen der EU zur Integration von Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Medien in das Bildungswesen.
Angesichts der laufenden Massnahmen und der zur Verfügung stehenden Koordinations- und Informationsinstrumente erachtet es der Bundesrat als nicht weiterführend, wenn er einen zusätzlichen Bericht ausarbeiten muss. Die entsprechenden Arbeiten laufen bereits. Deshalb empfehle ich dem Rat, auch dieses Postulat abzulehnen.