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AB 164856

Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2014-09-18

Wortprotokoll

Herr Nationalrat Neirynck hat seine Motion im Jahr 2012 eingereicht. Die Botschaft ist angekommen, in der Zwischenzeit wurde bereits einiges in die Wege geleitet.

Es ist unbestritten Handlungsbedarf vorhanden, wenn es um die Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten geht. Die Universitäten, die Universitätsspitäler und damit auch die Medizinerausbildung liegen aber in der Verantwortung der Kantone. Herr Nationalrat Neirynck, ich habe Ihnen gut zugehört: Sie wollen auch den Bund engagieren.

Der Bundesrat hat zusammen mit den Kantonen konkrete Massnahmen eingeleitet. Zu erwähnen ist die Plattform "Zukunft ärztliche Bildung", zu erwähnen ist auch der Masterplan "Hausarztmedizin und medizinische Grundversorgung". Diese Massnahmen haben auch zu Erfolgen geführt: Von 2008 bis und mit 2013 hat die Anzahl der Arztdiplome um 34 Prozent zugenommen; die medizinischen Fakultäten Basel, Bern, Lausanne und Zürich haben 2013/14, also in den letzten paar Monaten, insgesamt 200 zusätzliche Studienplätze geschaffen; Genf fokussiert auf die Hausarztmedizin; der Kanton Tessin diskutiert die Gründung einer biomedizinischen Fakultät. Zu erwähnen ist auch die ETH, wo Passerellen geprüft werden, damit man mit einem ETH-Bachelor in ein höheres Semester eines Medizinstudiums übertreten könnte. Wir haben auch wiederholt klar angekündigt, dass wir der Ausbildung, der Lehre und der Forschung in der Humanmedizin in der BFI-Botschaft 2017-2020 ein Schwerpunktkapitel widmen werden.

Nicht nur wegen der fehlenden Kompetenzen auf Bundesebene, sondern insbesondere auch wegen der doch beträchtlichen Anzahl an laufenden Initiativen auf Bundes- und auf Kantonsebene sieht der Bundesrat im Moment keinen zusätzlichen Handlungsbedarf und empfiehlt dem Rat, die Motion abzulehnen. Wir tun das aber eben mit der Begründung, dass wir die Botschaft, seit Sie die Motion im Jahr 2012 eingereicht haben, verstanden haben und dass einiges an Massnahmen unterwegs ist.