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AB 195368

Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2016-03-07

Wortprotokoll

Es besteht kein Widerspruch zwischen der Stellungnahme des Bundesrates zur Interpellation Heim 15.4230 und den neu vorliegenden Untersuchungen der Universität Bern.

Die vom Bundesamt für Landwirtschaft in Auftrag gegebene Studie untersuchte, ob sich die Gehalte von verschiedenen Schwermetallen in Böden von Ackerbaugebieten mit hohen phosphorhaltigen Mineraldüngergaben von den entsprechenden Gehalten in Böden ohne Mineraldüngung unterscheiden, wie hoch die Schadstofffrachten durch Mineraldünger sind und ob ein Anreicherungsrisiko vorliegt. Für die Studie wurden 400 Bodenproben von 228 Standorten aus dem Messnetz der Nationalen Bodenbeobachtung, des Biodiversitätsmonitorings, der kantonalen Bodenbeobachtung sowie des Langzeitdüngerversuchs analysiert.

Für Cadmium zeigen die untersuchten Ackerbaustandorte im Oberboden eine Anreicherung gegenüber dem Unterboden. Ackerbauböden zeigen durchschnittlich höhere Urangehalte als Wiesen und Weiden, die ackerbaulich genutzten Oberböden höhere Gehalte als Unterböden. Das sind klare Hinweise, dass die Düngung mit Mineraldüngern zu einer schleichenden Anreicherung von Cadmium und Uran im Boden führt.

Es besteht aus toxikologischer Sicht jedoch weder bei den bezüglich Cadmium noch bei den bezüglich Uran gemessenen Werten derzeit eine akute Gefährdung. Das bestätigen auch zwei aktuelle Studien des Schweizer Zentrums für angewandte Humantoxikologie. Folglich besteht kein akuter oder unmittelbarer Handlungsbedarf. Dennoch gilt es im Sinne der Vorsorge, den Eintrag von Schadelementen durch Dünger möglichst zu vermeiden, um die Bodenfruchtbarkeit langfristig zu erhalten. Die vom Bundesamt für Landwirtschaft verfolgte diesbezügliche Strategie wird in der Antwort auf die Frage 16.5078 beschrieben. [PAGE 168]