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preparatory:AB 206248

Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2016-09-29

Wortprotokoll

Frau Nationalrätin Munz, ich habe Ihnen gut zugehört, und ich habe vollen Respekt. Die Zustände sind nicht überall so gut, wie wir sie haben wollen. Sie sind aber auch nicht überall ungenügend, das muss man dann der Vollständigkeit halber sicher auch anerkennen.

Ich erinnere nur ganz kurz an Unterstützungsmöglichkeiten vor der Lehre, die es ja auch gibt: Es gibt dort die Brückenangebote, das Coaching, das Mentoring, das Case Management und die Vermittlungsangebote von "Match-Prof". Während der Lehre bleibt das Case Management Berufsbildung. Weiter gibt es die Umwandlung einer drei- bis vierjährigen Lehre in eine zweijährige Lehre; das ist auch denkbar. Dann gibt es die fachkundige individuelle Begleitung, das differenzierte Lernangebot, die angepasste Didaktik, die Prüfungserleichterungen. Ich will damit nur sagen, dass es einiges an Instrumenten gibt.

Die Erhöhung der Abschlussquoten auf der Sekundarstufe II ist dem Bundesrat ein erstrangiges Anliegen. Bund und Kantone haben das Ziel, dass bis 2020 dann 95 Prozent aller 25-Jährigen einen nachobligatorischen Abschluss bestanden haben. Bund und Kantone sowie die Organisationen der Arbeitswelt unterstützen die Jugendlichen mit Schwierigkeiten beim Erwerb des Berufsabschlusses, um dies als allgemeine Aussage von mir zu geben. Ich versuche, die Angelegenheit zumindest für jenen Bereich zu reflektieren, in dem ich es aufgrund meines Herkommens miterlebt habe, und da ist auch von den Organisationen der Arbeitswelt viel Gutes und sehr viel Wertvolles geleistet worden. Diese Organisationen müssen motiviert bleiben, und deshalb sage ich es auch ihnen gegenüber: Ich habe vollen Respekt vor ihnen und bin froh, dass sie das System so stützen, wie sie es stützen. In guten Zeiten fällt es ihnen etwas leichter als in schwierigeren Zeiten, auch das muss anerkannt bleiben.

Die durchschnittliche Erfolgsquote bei den beruflichen Qualifikationsverfahren beträgt 90 Prozent, und ein Teil der restlichen 10 Prozent erwirbt im zweiten Durchgang dann auch noch einen eidgenössischen Abschluss. Bezüglich der überdurchschnittlichen Durchfallquote in einzelnen Berufen - Sie haben vorhin darauf aufmerksam gemacht - sind tatsächlich in erster Linie die Kantone und dann die Berufsverbände gefragt. Und wenn die heutige Diskussion ein Appell ist, umso besser!

Der Bundesrat ist trotzdem der Meinung, dass Sie das Postulat ablehnen sollten. Denn das, was darin gefordert wird, wird gemacht, wird angeboten. Ich behaupte, es wird zu einem guten Teil sehr qualifiziert gemacht, am einen oder anderen Ort vielleicht noch mangelhaft oder temporär mangelhaft. Das gibt es immer wieder, es kann nicht alles mit Höchstgeschwindigkeit stattfinden. Wir haben also ein Auge drauf, und wir teilen Ihre Einschätzung.