preparatory:AB 236176
Schneider-Ammann Johann N. · Bundesrat · Bern · 2018-09-26
Wortprotokoll
Frau Nationalrätin Marti, darf ich Ihnen sagen, wie ich mich freue, dass wir eine Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation ins Amt führen konnten? Ich freue mich echt darüber. Ich sage Ihnen auch, wie das in der Schlussphase gegangen ist - in einem Satz. Das erste Kriterium lautete: Man muss das Bildungssystem beeinflussen können und beeinflussen wollen - im Sinne von "Im Bildungssystem gibt es noch Justierungsmöglichkeiten" -, und das ist vor allem eine Angelegenheit zwischen den Kantonen und dem Bund, da braucht es jemanden mit Fingerspitzengefühl. Das zweite Kriterium lautete: Der Staatssekretär oder die Staatssekretärin muss, wenn das Wort "Digitalisierung" fällt, "sofort" sagen, nicht "bitte später". Das dritte Kriterium - das mag Sie noch mehr erstaunen - hiess: Die Staatssekretärin oder der Staatssekretär muss KMU-affin sein. Wir verdienen unsere "Brötli" durch die KMU, die KMU-Volkswirtschaft, und die KMU müssen digitalisiert werden können, dann sind sie kompetitiv im Markt der Zukunft.
Dann hat sich eine Frau durchgesetzt, Frau Martina Hirayama. Ich habe wirklich die Hoffnung, und dieses Kriterium haben wir selbstverständlich erst im Nachgang so definiert, dass sie als Vorzeigefrau, als Vorbild den jungen Mädchen ein wenig zusätzliche Begeisterung herüberbringen kann, wenn es um ICT geht und wenn es um technisch-technologische Tätigkeiten geht. Für mich sind das die Tatbeweise: wenn wir versuchen, die Situation tatsächlich zu verbessern.
Der Bundesrat ist sich bewusst, dass ein Mangel an weiblichen ICT-Fachkräften besteht. Wir haben in der BFI-Botschaft 2017-2020 immerhin 140 Millionen Franken eingestellt, um die Mint-Kompetenzen zu verbessern und die Nachwuchsförderung voranzutreiben. Neues zu erkennen und Ansätze zu entwickeln ist primär aber auch Aufgabe der Bildung, der Forschung und der Institutionen und weniger der Politik.
In der Berufsbildung sind die Trägerschaften, die Berufsverbände für das Berufsmarketing verantwortlich. Der Verband der ICT ist meiner Einschätzung nach gut unterwegs. Die Frauen im Sekundar- und Gymnasialschulalter werden angesprochen. Der Bund kann unter bestimmten Bedingungen Projekte im Bereich des Berufsmarketings subventionieren, und das haben wir auch schon gemacht. Exemplarisch dafür steht das Projekt der ICT-Scouts und des ICT-Campus, das den Informatiknachwuchs gezielt fördern will und dabei auf den Frauenanteil achtet.
Die Hochschulen in der Schweiz sind im Hinblick auf Entwicklung und Gestaltung ihrer Schwerpunkte autonom. Die einzelnen Hochschulen sind jedoch bestrebt, Massnahmen zur Umsetzung der Chancengleichheit zu ergreifen.
Zusammenfassend ist der Bundesrat der Meinung, dass die Rahmenbedingungen, die die Deckung des Fachkräftebedarfs ermöglichen, grundsätzlich gegeben sind und es nicht weiter in seiner Verantwortung liegt, zusätzliche Massnahmen zu ergreifen. Ich habe schon vorhin zu sagen versucht, dass wir etwas tun. Wir tun das schon seit Jahren, wir tun es mit Stetigkeit und Hartnäckigkeit. Ein Effekt ist schwierig zu erzielen. Aber mit der Zeit haben sich doch erste Erfolge eingestellt. Hier bei Ihnen gilt genau das Gleiche, und deshalb brauchen wir keinen zusätzlichen Auftrag, aber eine gute Zusammenarbeit. Dann kommen wir voran.
Der Bundesrat beantragt also die Ablehnung der Motion.