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Stöckli Hans · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2020-06-15

Wortprotokoll

Ich begrüsse Sie alle und Frau Bundespräsidentin Sommaruga, welche uns heute Nachmittag begleiten wird, ganz herzlich zur heutigen Sitzung.

Wie Sie wissen, muss ich zum Auftakt der dritten Sessionswoche leider eine traurige Nachricht verkünden: Nationalrat Albert Vitali, unser Freund und Kamerad, ist gestorben.

Albert Vitali wurde am 26. Juni 1955 geboren, und kurz vor seinem 65. Geburtstag ist er seiner schweren Krankheit erlegen. Dazwischen spannt sich ein Lebensbogen von fast 65 Jahren, reich an Erfahrungen, Leistungen und Einsatz für Gesellschaft und Mitmenschen. Von 1982 bis 2001 engagierte sich der Freisinnige als Sozialvorsteher im Gemeinderat seiner Heimatgemeinde Oberkirch. Sein Engagement für die Schwachen der Gesellschaft, seine Verwurzelung in der Bevölkerung und in seiner Region zogen sich durch seine ganze politische Tätigkeit, sei es als Stiftungsrat der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern, sei es in seinem grossen Engagement für die Volksmusik oder das Schwingen.

Einige von uns haben selbst erleben dürfen, wie Albert Vitali jodeln konnte. Es ging wohl niemand von uns zum Schwingen mit ihm ins Sägemehl, aber auch als aktiver Schwinger hatte er viel Erfahrung. Beim Schwingen brauche es Beharrlichkeit und Durchsetzungswillen, sagte er einmal. Diese Qualitäten konnte er auch in seiner politischen Laufbahn bestens nutzen. Von 1995 bis 2011 war er im Luzerner Kantonsrat, wo er auch Fraktionspräsident war, und ab Dezember 2011 war er dann Vertreter der FDP/die Liberalen des Kantons Luzern im Nationalrat.

Hier, im eidgenössischen Parlament, tat sich der praktizierende Treuhänder von Anfang an als Finanzpolitiker hervor. Seit seinem Eintritt in den Rat war er Mitglied der Finanzkommission. Letztes Jahr präsidierte er die Finanzdelegation und dieses Jahr die nationalrätliche Finanzkommission. In den letzten Monaten verrichtete er seine politische Arbeit noch im Homeoffice.

In der Politik war Albert Vitali nicht derjenige, der die Konfrontation suchte, sondern gemäss seinem Credo "Taten statt Theorien" ein beharrlicher Schaffer. Er suchte und fand Kompromisse, er redete auch mit denen, die anderer Meinung waren. Albert Vitali wusste immer genau, was er wollte. In seinen Vorstössen setzte er sich mit Augenmass für einen effizienten Einsatz der Steuergelder und eine bürgernahe Verwaltung ein. Einen persönlichen Erfolg konnte er mit der Annahme seiner Motion "Kein Täterschutz für Mörder und Vergewaltiger" verbuchen. Ein schweres Verbrechen in seiner Region führte ihn zur Überzeugung, dass eine breite Auswertung von DNA-Tests möglich sein muss.

Neben der politischen Arbeit haben wir Albert Vitali als sympathischen, offenen und äusserst liebenswerten Menschen kennenlernen dürfen. Als Copräsident der parlamentarischen Gruppe Volksmusik und Volkskultur liess er uns immer wieder an seiner Passion teilhaben. Gerne erinnern wir uns heute daran, sei es an Anlässe in der Galerie des Alpes oder an das Eidgenössische Schwingfest 2004 in Luzern, dessen Organisationskomitee er präsidierte.

Nun weilt Albert Vitali nicht mehr unter uns; den Kampf gegen den Krebs hat er verloren. Wir alle trauern zusammen mit seiner Familie und seinen unzähligen Freunden. Zum Gedenken an Albert Vitali bitte ich Sie, sich für eine Schweigeminute zu erheben.[GZ]

[VS][GZ]

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Der Rat erhebt sich zu Ehren des Verstorbenen [GZ]

L'assistance se lève pour honorer la mémoire du défunt