preparatory:AB 292787
Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2021-12-07
Wortprotokoll
Die diesjährige Immobilienbotschaft ist einerseits sport- und andererseits tessinlastig, wenn man das so sagen kann. Es sind zwei Projekte, die wir aus dem damaligen Verpflichtungskredit im Rahmen des Sportförderungskonzepts des Bundes übernehmen.
Beim ersten Projekt geht es um den 27-Millionen-Franken-Ausbau des Kompetenzzentrums Sport der Armee in Magglingen. Das Spezielle an diesen 27 Millionen Franken ist, dass wir diese aus dem Kredit der Armee übertragen. Weil[NB]Magglingen ein ziviles Umgelände hat, baut dort das BBL und nicht die Armee. Aber es geschieht mit einem Kredit der Armee, und es wird das Kompetenzzentrum Sport der Armee ausgebaut. Die Absicht ist, die Spitzensport-RS und die Spitzensport-WK der Armee zu stärken. Das ist ein erfolgreiches Konzept. Wenn Sie unsere sportlichen Erfolge bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften anschauen, haben inzwischen mehr als die Hälfte der Medaillengewinner eine Spitzensport-RS absolviert, darunter auch sehr viele junge Frauen, die in diesem Rahmen auch den Militärdienst leisten. Das ist ein Konzept, das sich bewährt hat. [PAGE 1249]
Wir profitieren in Magglingen von der Nähe des Jugendsports, des Breitensports, des Spitzensports und der Armee zusammen mit der Sportwissenschaft. Magglingen findet mit diesen kurzen Wegen und mit den Kompetenzen denn auch weltweit, könnte man sagen, eine hohe Beachtung. Das sind also diese 27 Millionen Franken für den Neubau eines Unterkunfts- und Ausbildungsgebäudes. Damit kann der Anteil der Spitzensportler gesteigert werden.
Das zweite Objekt aus dem Sportförderungskonzept des Bundes ist der Ersatzneubau des Schwimmsportzentrums in Tenero. Ursprünglich gingen wir davon aus, dass wir am bestehenden Gebäude Sanierungsarbeiten vornehmen können. Das hat sich als zu teuer erwiesen und war energetisch nicht sinnvoll. Wir bauen das Ganze jetzt zu einer multifunktionalen Schwimmhalle um. Es kann also nicht nur geschwommen werden, es ist alles Mögliche darin machbar. Sie ersehen das aus der Botschaft: In Tenero kann alles gemacht werden, bis zum Skispringen im Sommer. Dieser Neubau gibt Tenero ein gewisses Gewicht. Dort haben wir alles zusammen: Spitzensport, Breitensport und Jugendsport. Mit diesem Ersatzneubau des Schwimmsportzentrums haben wir dann eine der modernsten Anlagen, die auch energetisch auf dem neusten Stand ist. Das reicht bis zur Wiederverwendung des Grauwassers zur Bewässerung und zu allem Möglichen.
Das sind diese beiden Projekte aus dem Konzept Sportförderung des Bundes. Dann haben wir Verpflichtungskredite "zivile Bauten". Hier kommt noch einmal Tenero mit dem Ersatzneubau eines Unterkunftsgebäudes zum Zug. Das bisherige Gebäude ist am Ende der Lebensdauer angelangt und entspricht nicht mehr den Anforderungen, die sich etwa hygienischer Art, bezüglich der Küche usw. stellen. Das muss entsprechend erneuert werden.
Sie haben es gehört: jedes Jahr 300[NB]000 Übernachtungen von Jugendlichen in Tenero. Tenero ist für die Schweizer Jugend wirklich ein Begriff geworden. Man profitiert vom Charme des Tessins und von der Stimmung, die in diesen Lagern herrscht. Das Sportzentrum in Tenero ist eine gute Sache. Da geht es um 12 Millionen Franken.
Dann haben Sie Posieux. Was hier jetzt entsteht, ist das Resultat der Geschichte eines längeren Hin und Hers. Es war eine lange Suche nach Lösungen zur Stärkung der landwirtschaftlichen Forschung, die in beiden Parlamentskammern stattfand. Der Ersatzneubau des Verpflegungs- und Konferenzgebäudes, um die Leute dort auch unterzubringen und zu verpflegen, ist eine Etappe. Dafür sind 14,9 Millionen Franken vorgesehen.
Dann haben Sie den Neubau eines Verwaltungsgebäudes in Zollikofen; wir werden dort die vierte Etappe bauen. Das Unterbringungskonzept des Bundes sieht ja vor, dass wir von gemieteten Liegenschaften zu eigenen Liegenschaften übergehen. Das Resultat ist erfreulich, wir haben mit diesem Konzept pro Arbeitsplatz 14,7 Prozent eingespart. Wir sind ja auch daran, das sehen Sie in der Botschaft, die Anzahl Arbeitsplätze zu reduzieren. Wir gehen davon aus, dass wir je nach Abteilung im Durchschnitt noch für etwa 80 Prozent unserer Mitarbeiter Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Der Rest ist Ferien, Homeoffice und weiss nicht was. Die Arbeitsplätze in den neuen Gebäuden sind nicht mehr persönlich, sondern "open space"; man kann diese Plätze benutzen, wenn sie frei sind. Das wird zu weiteren Einsparungen führen. Auch dieses Gebäude ist entsprechend den neuesten energetischen Vorschriften gebaut.
Dann haben wir noch 170 Millionen Franken für den Unterhalt und die Erneuerung der übrigen Immobilien eingestellt. Der Bund hat rund 2900 Immobilien. Der Betrag für den Unterhalt, den wir hier beantragen, entspricht etwa dem, was man auch in der Privatwirtschaft für Unterhalt, Erneuerung usw. einsetzt. Auch hier stehen, wenn wir mit Sanierungen usw. etwas erneuern, immer die energetischen Auflagen im Vordergrund. Die 170 Millionen Franken sind für das bestimmt, was in all diesen Immobilien, übrigens auch im Parlamentsgebäude, dann jeweils gemacht wird.
Insgesamt ist es nichts Aufregendes, was wir Ihnen beantragen. Sämtliche Vorhaben sind sorgfältig geprüft; sie entsprechen den energetischen Auflagen, die wir erfüllen möchten. Das BBL hat auch bereits für zwei Gebäude eine Platin-Auszeichnung für nachhaltiges Bauen erhalten. Das ist die höchste Auszeichnung, die in der Schweiz überhaupt erhältlich ist. Wir bauen hier wirklich Leuchtturmprojekte, die dann auch entsprechend beachtet werden.
Ich bitte Sie, der Botschaft zuzustimmen und den Kredit entsprechend zu bewilligen.