preparatory:AB 312241
Carobbio Guscetti Marina · Ständerat · Tessin · Sozialdemokratische Fraktion · 2022-12-12
Wortprotokoll
Ich bin Copräsidentin der parlamentarischen Gruppe Gebärdensprache. In dieser Funktion habe ich in den letzten Jahren viele gehörlose Personen kennengelernt, die mir aufgezeigt haben, wie wichtig die Anerkennung der Gebärdensprachen für die gehörlose Gemeinschaft ist. Ich freue mich sehr, dass einige Personen aus dieser Gemeinschaft unsere heutige Sitzung auf der Tribüne mitverfolgen und dass wir heute auch eine Übersetzung in Gebärdensprache haben.
Die Anerkennung der Gebärdensprachen und eine Verbesserung der Situation gehörloser und hörbehinderter Personen ist erforderlich, da rund 10[NB]000 gehörlose Personen und über eine Million Menschen mit einer Hörbehinderung in vielen Lebensbereichen noch Diskriminierungen erfahren. Die drei Schweizer Gebärdensprachen sind weit mehr als ein Hilfsmittel, um die Kommunikation sicherzustellen. Wie die Berichterstatterin, Frau Maret, vorhin gesagt hat, sind sie eigenständige Sprachen, welche sich wie gesprochene Sprachen innerhalb einer regionalen Sprachgemeinschaft entwickeln. Die Gebärdensprachen sind für die gehörlose Gemeinschaft das identitäts- und kulturstiftende Merkmal. Sprache ist keine Behinderung.
Jetzt ist der Moment, um die gehörlose Gemeinschaft als sprachliche und kulturelle Minderheit und als Teil der Schweiz anzuerkennen. Das ist eine wichtige Voraussetzung, um die Gleichstellung von gehörlosen und hörbehinderten Menschen in der Schweiz voranzutreiben. Es braucht die rechtliche Anerkennung und die Förderung der Gebärdensprache sowie Massnahmen zur Gleichstellung von hörbehinderten und gehörlosen Menschen, beispielsweise im Gesundheitsbereich, einem Bereich, den ich sehr gut kenne. Heute fehlt eine eindeutige und einheitliche Regelung der Finanzierung von Gebärdensprachdolmetscherinnen. Es ist nicht schwierig, sich vorzustellen, welch schwerwiegende Folgen Kommunikationsbarrieren beim Besuch eines Arztes oder einer Ärztin oder bei einem Spitalbesuch für gehörlose und schwerhörige Personen haben können.
Auch als Arbeitnehmende oder Stellensuchende sowie bei der Ausübung politischer Rechte oder beim Kontakt mit Behörden sind gehörlose und hörbehinderte Menschen benachteiligt, da es häufig an der garantierten Kostenübernahme von Gebärdensprachdolmetschern mangelt. Auch im Bildungsbereich sind gehörlose Schülerinnen und Schüler auf ein bilinguales System angewiesen, d. h. auf den gleichzeitigen Erwerb der Gebärden- und der gesprochenen Sprache. Das bildet die Grundlage für einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung für gehörlose Kinder. Noch fehlt es aber an gesetzlichen Grundlagen, die eine frühe Förderung der Gebärdensprache und einen bilingualen Grundschulunterricht ermöglichen. Es braucht jetzt spürbare Verbesserungen für die Betroffenen. Mit einem Gesetz über die Anerkennung der Gebärdensprache und die Gleichstellung gehörloser und[NB]hörbehinderter Menschen schaffen wir hierfür die Grundlagen. [PAGE 1263]
Accogliendo questa mozione, dopo il Consiglio nazionale anche noi diamo un segnale importante per riconoscere la lingua dei segni ma anche per riconoscere i diritti delle persone sorde, la loro cultura e la loro comunità. Ecco perché è necessario avere una legge sulla lingua dei segni.