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preparatory:AB 313496

Candinas Martin · Nationalrat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2022-12-16

Wortprotokoll

Wir kommen zur Verabschiedung von Frau Nationalrätin Ruth Humbel. Die Aargauerin Ruth Humbel ist seit September 2003 Mitglied unseres Rates, damals in der CVP-Fraktion, heute in der Mitte-Fraktion. Fünfmal wurde sie seitdem in ihrem Amt bestätigt. Damit ist sie das amtsälteste Mitglied des Nationalrates. Schon vor ihrer Zeit als Nationalrätin war Ruth Humbel politisch aktiv. Bereits mit 23 Jahren wurde sie in den Grossen Rat des Kantons Aargau gewählt, wo sie während über zwanzig Jahren mitwirkte.

Im Nationalrat engagierte sich die Juristin von Beginn an in der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit, die sie auch präsidierte. Weiter arbeitete sie in der Gerichtskommission, der Sicherheitspolitischen Kommission, der Staatspolitischen Kommission sowie der Begnadigungskommission mit. Respekt, Solidarität und Gemeinsinn sind für Ruth Humbel wichtige Leitlinien ihrer Politik. Neben vielen anderen Sachthemen standen für sie besonders eine solide Altersvorsorge und ein gutes und finanzierbares Gesundheitswesen im Zentrum ihrer politischen Tätigkeit. Ihre Kompetenz und ihre profunden Dossierkenntnisse als Gesundheits- und Sozialpolitikerin sind unbestritten.

Ruth Humbel ist eine sehr aktive, profilierte und eigenständige Politikerin, die mit grosser Ausdauer, mit Sachwissen und klaren Stellungnahmen ihre Anliegen vertritt, dies stets sachlich, anständig und mit einem Gespür für das Wesentliche und Mögliche. Sie hatte immer den Anspruch, das, was sie machte, gut zu machen.

Ihre Erfahrung als passionierte und erfolgreiche Orientierungsläuferin half ihr zweifellos auch beim Finden von gangbaren Wegen mit der nötigen Ausdauer und bei der Arbeit im Team. Ruth Humbel war fünfmal Schweizer Meisterin im Einzelorientierungslauf und gewann unter anderem mit der Staffel dreimal Bronze an Weltmeisterschaften.

Liebe Ruth, es war auch an einem Sportanlass, dem Swiss Snow Run in Arosa 2010, wo ich dich erstmals traf. Ich war aber nicht als Sportler da, sondern betreute eine Standaktion. (Heiterkeit) Zwei Jahre später, ich war mittlerweile auch im Nationalrat, entschieden wir uns, einmal gemeinsam an einem Sportanlass - auch ich diesmal als Sportler - teilzunehmen. Wir nahmen an der Parlamentarier-Stafette am Lucerne Marathon teil. Du, Ruth, hattest zwölf Kilometer zu absolvieren, ich zwei Kilometer. (Heiterkeit) Du hast aber nicht nur deinen Streckenteil absolviert, sondern hast gerade den Halbmarathon gemacht. Das hat mich ja nicht wirklich überrascht. Frustriert war ich aber, als du mich auf meinem bescheidenen Streckenteil vom KKL zum Verkehrshaus eingeholt hast. (Heiterkeit) Spätestens da war mir klar: Mit dir nehme ich nie mehr an einem Sportanlass teil. (Heiterkeit)

Eines von vielen Geschäften, bei dem sich die sportliche Ausdauer und Hartnäckigkeit von Ruth Humbel auszuzahlen scheint, ist ihre parlamentarische Initiative 09.528, "Finanzierung der Gesundheitsleistungen aus einer Hand. Einführung des Monismus", welche sie vor 13 Jahren eingereicht hatte. In dieser Wintersession hat der Ständerat als Zweitrat nun die entsprechende Gesetzesvorlage beraten, und es besteht Hoffnung, dass das Ganze zu einem baldigen und guten Abschluss kommt.

Bei einer anderen Vorlage war dies bereits der Fall. So hat Ruth Humbel wesentlich dazu beigetragen, dass die Stimmbevölkerung der AHV-21-Vorlage zugestimmt hat und das Parlament - mit ihren Worten - "einen wesentlichen Reformschritt zur Stabilisierung der AHV und sicherlich einen politischen Höhepunkt der Legislatur" erreicht hat.

Auch mit vielen weiteren Ideen und Vorstössen konnte Ruth Humbel in der Kommission und im Rat Mehrheiten finden. Die Parlamentsdatenbank listet insgesamt 28 angenommene Motionen und Postulate von ihr auf, insbesondere im Bereich der Gesundheitspolitik und der Sozialversicherungen. Das Suchen von pragmatischen und mehrheitsfähigen Lösungen in den Kommissionen, das Zuhören, sowohl in der Bevölkerung als auch bei Kolleginnen und Kollegen, und die engagierte Debatte lagen ihr. Für ihre offene, ehrliche und unkomplizierte Art wurde sie über alle Parteigrenzen hinweg geschätzt.

Ruth Humbel hat sich nun entschieden, ein neues Kapitel aufzuschlagen, und sie tritt auf Beginn der Frühjahrssession 2023 als Nationalrätin zurück. Damit bleibt auch wieder mehr Zeit für Beschauliches, etwa für das gemeinsame Musizieren in der Familie - das wusste ich noch nicht, aber scheinbar spielt Ruth Humbel Klavier und Flöte.

Chara Ruth, cordial engraziament per tes enorm engaschi en il Cussegl naziunal. Ti ans vegns a mancar. Da tut cor giavischain nus a ti tut il bun per tes avegnir. (Applaus en pe; il president dat a dunna Humbel in matg flurs ed in regal)

Wir verabschieden heute auch Dominique Destraz, einen langjährigen Mitarbeiter des Amtlichen Bulletins, der Ende Jahr in den Ruhestand tritt.

Monsieur Destraz quitte les Services du Parlement après une longue et belle carrière: au cours de ses 34 années d'activité sous la Coupole fédérale, il a retranscrit les discours et les interventions de très nombreux parlementaires et membres du Conseil fédéral en français, sa langue maternelle et de travail. Il était, ici même dans cette salle, aux premières loges pour accompagner toutes les étapes importantes de la vie parlementaire suisse depuis les années 1990.

Il a progressivement occupé une place centrale au sein de la rédaction francophone du Bulletin officiel, en raison de ses qualités linguistiques reconnues par tous. Celles-ci l'ont d'ailleurs conduit, par exemple, à participer à l'aventure du "Dictionnaire suisse romand". Il était ainsi sollicité non seulement par ses collègues rédacteurs et rédactrices parlementaires, [PAGE 2464] mais également par de nombreux collaborateurs et collaboratrices qui savaient trouver auprès de lui la réponse à leurs interrogations concernant les mystères et les pièges de la langue française, et ils sont nombreux.

In den letzten Jahren ist Herr Destraz insbesondere im Kompetenzzentrum für Sprachfragen, Complingua, aktiv gewesen. Dort hat er an der Erarbeitung und regelmässigen Aktualisierung der Sprachregeln der Parlamentsdienste für die französische Sprache mitgewirkt. Darüber hinaus hat er neue Generationen von französischsprachigen Redakteurinnen und Redakteuren ausgebildet.

Dominique Destraz wird nun mehr Zeit haben, sich seinen zahlreichen Leidenschaften zu widmen, so zum Beispiel der Wissenschaft und den verschiedenen Formen der Kunst.

Au nom de notre conseil, je vous remercie, Monsieur Destraz, de votre engagement pendant plus de trois décennies au service du Parlement. Je vous souhaite beaucoup de bonheur pour cette nouvelle phase de vie qui commence et surtout une excellente santé! (Standing ovation; le président remet un bouquet de fleurs à M. Destraz)

Die Wintersession 2022 geht bald zu Ende. Es war eine Session, auf die wir alle ein bisschen stolz sein können. Wir wählten zwei neue Mitglieder unserer Landesregierung, praktisch alle geplanten Geschäfte konnten behandelt werden, das Budget wurde - was schon lange nicht mehr der Fall gewesen war - bereits in der zweiten Sessionswoche verabschiedet. Im Nationalrat tagten wir während rund 61 Stunden, im Rahmen der Vereinigten Bundesversammlung während gut viereinhalb Stunden. 15 Vorlagen wurden in[NB]der[NB]Schlussabstimmung[NB]verabschiedet, drei sollten noch folgen.

Ich hatte in dieser Session je nach Sichtweise das Privileg bzw. die Aufgabe, zwei Stichentscheide zu fällen. Ich weiss, dass diese Session für fast alle unter Ihnen eine ganz besondere Herausforderung mit sich brachte: Sie mussten mit Regieanweisungen auf Rätoromanisch klarkommen - eine nicht ganz einfache Aufgabe, die Sie alle meisterhaft bewältigt haben.

Cordial engraziament per vossa chapientscha che la lingua rumantscha chatta er sia preschientscha en questa sala.

Die Vielfalt unseres Landes wird auch nächstes Jahr ein grosses Thema sein. 2023 feiern wir den 175. Geburtstag unseres Bundesstaates. Er steht unter dem Motto "1848, eine unglaubliche Geschichte". Auf Ihrem Pult liegt als Hinweis darauf eine Postkarte mit der Helvetia als Jubiläumslogo. Die Idee lehnt sich an die erste Frankenmünze an, auf der die Helvetia sitzend abgebildet war. Es ist kaum zu glauben, dass zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Schweiz 860 unterschiedliche Münzensorten im Umlauf waren, die von 79 verschiedenen Behörden herausgegeben wurden. Um dieses Wirrwarr zu beenden, verlieh die Bundesverfassung[NB]von[NB]1848[NB]dem[NB]Bund das alleinige Recht, Münzen zu prägen.

Reservieren Sie sich doch bereits das Wochenende vom[NB]1.[NB]und 2. Juli 2023. An diesen zwei Tagen öffnen die Bundeshäuser sowie andere historisch wichtige Gebäude[NB]ihre[NB]Türen für die Bevölkerung. Besonders hinweisen möchte ich Sie auf den 12. September 2023, den Geburtstag unseres[NB]Bundesstaates; wir werden ihn mit einem Festakt begehen.

Nun bleibt mir nur noch, einen grossen Dank an Sie alle zu richten. Es war eine gute Erfahrung, diese Session mit Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, gestalten zu können. Cordial engraziament! Es war eine gute Erfahrung, mit all den Mitarbeitenden der Parlamentsdienste, des Fedpol, des BBL und der Galerie des Alpes einen perfekten Rahmen für unsere Arbeit zu schaffen. Cordial engraziament! Es war eine gute Erfahrung, gerade in schwierigen Zeiten mit einer wunderbaren Präsidentenfeier, einem Weihnachtsbaum und mit Sternsingern auch Momente der[NB]Wärme[NB]und[NB]Verbundenheit[NB]zu[NB]schaffen. Cordial engraziament!

Nun wünsche ich Ihnen eine gute Heimreise und schöne und erholsame Feiertage. Ich freue mich schon jetzt darauf, Sie alle bei guter Gesundheit und voller Tatendrang und Energie 2023 wieder hier begrüssen zu dürfen. (Beifall)

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Schluss der Sitzung und der Session um 09.00 Uhr [GZ]

Fin de la séance et de la session à 09 h 00

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Anfragen [GZ]

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Anfragen nach Artikel 125 Absatz 5 des Parlamentsgesetzes werden im Rat nicht behandelt; sie sind mit der schriftlichen Antwort des Bundesrates erledigt.[GZ]

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Questions [GZ]

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Les questions au sens de l'article 125 alinéa 5 de la loi sur le Parlement ne sont pas traitées au conseil; elles sont réputées liquidées lorsque le Conseil fédéral y a répondu par écrit.