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AB 336195

Grossen Jürg · Nationalrat · Bern · Grünliberale Fraktion · 2024-03-12

Wortprotokoll

Ich habe eine Berufslehre gemacht, und ich habe mir damit die ideale Basis für meine berufliche Zukunft gelegt. Heute bin ich Cogeschäftsinhaber von drei KMU mit insgesamt 70 Mitarbeitenden, davon 10 Lernende. Ich bin ein vehementer Verfechter des dualen Bildungssystems, und ich bin stolz, dass wir in unseren Firmen in den vergangenen dreissig Jahren Dutzende junge Leute zu Fachpersonen ausbilden konnten. Lange Zeit durfte ich auch persönlich dafür verantwortlich sein. Diese Zeiten sind aber längst vorbei, und es sind mittlerweile ehemalige Lernende von uns, welche nach Weiterbildungen die Lehrlingsausbildung übernommen haben und dafür verantwortlich sind. Wir unterstützen in unseren Firmen alle Mitarbeitenden auch in der Weiterbildung und legen so die Basis für eine nachhaltige Geschäftsentwicklung. Der Weg führt über zahlreiche Zwischenstufen und Prüfungen bis zu den sogenannten Meisterprüfungen. Als innovative Unternehmung konnten wir vor ein paar Jahren unter anderem auch den amtierenden Weltmeister der Elektroinstallateure anstellen, der heute bei uns in leitender Position und an unserer Firma beteiligt ist.

Weshalb berichte ich so ausführlich über diesen Umstand? Zusammen mit vier weiteren Motionärinnen und Motionären bin ich davon überzeugt, dass der Weg über die Berufslehre und der akademische Weg gleichwertig sind. Dazu gehören auch die gleichwertige Wahrnehmung und gleichwertige Titel. Deshalb verlangen wir vom Bundesrat, dass die Abschlüsse der höheren Berufsbildung gemäss den Artikeln 26 bis 29 BBG aufzuwerten sind, indem die Titelbezeichnungen gesetzlich verankert werden, die die Titel- und Niveauäquivalenz mit anderen Titelbezeichnungen im In- und Ausland herstellen. Es sollen also die Titel "Professional Bachelor" und "Professional Master" etabliert werden, die in anderen Ländern bereits Realität sind. Die Schweizer Absolventinnen und Absolventen der höheren Berufsbildung gehören weltweit zu den Besten. Wir wollen, dass die Schweiz solche Titel einführt, damit für die Schweizer Berufsleute die Anstellungschancen im Ausland und je länger, je mehr auch im Inland nicht weiter geschwächt, sondern gestärkt werden.

Das SBFI hat diesen Umstand erfreulicherweise kurz nach der Einreichung der Motion erkannt. Im April 2023 schlug das SBFI die Einführung von Titelzusätzen vor. Konkret sollen [PAGE 456] eidgenössische Fachausweise und HF-Abschlüsse den Zusatz sowie die englische Übersetzung "Professional Bachelor" erhalten, während eidgenössische Diplome den Zusatz "Professional Master" bekommen sollen. Eine Konsultation zu diesen Vorschlägen fand im Mai 2023 statt, bei der verschiedene Bildungs- und Berufsorganisationen Stellung nahmen. Die der Öffentlichkeit bekannten Stellungnahmen sind mehrheitlich kritischer Natur.

Weil die Umsetzung der Forderung damit alles andere als garantiert ist und es noch keinen konkreten gesetzlichen Auftrag gibt, bitte ich Sie nun, diesen fünf gleichlautenden Motionen aus fünf verschiedenen Fraktionen zuzustimmen. So kann das SBFI dieses Anliegen zur Stärkung des dualen Bildungssystems mit einem klaren Auftrag und mit dem Gesetzgeber im Rücken umsetzen.

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