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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2026-04-29

Wortprotokoll

Mein Wunsch ist es, dass alle eine gute Betreuung auch im Alter haben. Deshalb rege ich mit meiner Motion an, dass der Bundesrat zusammen mit den Kantonen und Gemeinden innovative, präventive Alterspflege- und Betreuungsmodelle initiiert bzw. unterstützt. Damit soll erreicht werden, dass für alle betreuungs- und pflegebedürftigen Menschen eine optimale Unterstützung im Rahmen des Service public gewährleistet wird - sei es ambulant, teilstationär oder stationär -, dass eine aufsuchende, frühe Bedürfniserhebung gestärkt wird, um mit niederschwelligen Angeboten und einer Alltagsunterstützung das selbstbestimmte Leben zu fördern und die Lebensqualität bis am Schluss auf hohem Niveau zu halten.

Die Dienstleistungen, es gibt ja schon verschiedene, sollen koordiniert werden, sei es mit den Sozialdiensten, bei der Prävention, mit dem Arzt oder der Ärztin, mit der Physio- oder Ergotherapie, der Pflege, der Betreuung, der Alltagsunterstützung, aber auch mit dem Alterscafé mit Beratungsangebot oder mit Alterswohnungen.

Wir wissen es: Die Zahl der Menschen im hohen Alter in der Schweiz nimmt zu, wobei diese, was ja schön ist, so lange wie möglich selbstständig leben möchten. Es gibt also auch künftig eine grosse Nachfrage nach Altersbetreuung, noch nicht einmal nach Pflege. Zunehmend ist es heute so, dass der Eintritt in stationäre Angebote, sei es in Alters- oder Pflegeheime, immer später erfolgt, nämlich genau dann, wenn man das Gefühl hat, es gehe nicht mehr anders. Wenn sich das so fortsetzt, wird mit Blick auf unsere demografische Entwicklung bis 2040 ein zusätzlicher Bedarf an Langzeitbetten von sage und schreibe 50 Prozent entstehen. Man geht davon aus, dass rund 626 zusätzliche Pflegeheime in der Schweiz notwendig sein werden.

Es fehlen aber ambulante und teilstationäre Angebote, mit denen auch proaktiv aufsuchend gearbeitet werden oder unterstützt werden könnte, mit dem Ziel, so lange wie möglich selbstständig leben zu können, dabei aber nicht zu vereinsamen und in der Gesellschaft integriert zu bleiben. Diese bedarfsgerechte Altersbetreuung als Angebot im Service public würde präventiv wirken, zumal die Alltagsunterstützung und die Pflege verbunden würden und die Präventionsarbeit früh und breit angelegt wäre, beispielsweise mit Hausbesuchen zur Bedürfnisabklärung, mit Leistungen, die eben individuell auf die Bedürfnisse abgestimmt sind und auch Leuten mit kleinem Budget zur Verfügung stehen.

Das sind nicht irgendwelche fantastischen Ideen, vielmehr gibt es ein Vorbild. Mit dem Projekt in der dänischen Gemeinde Skaevinge wurde die Altersbetreuung, wie es dort heisst, geradezu revolutioniert. Das Projekt wird von der breiten Bevölkerung stark getragen, weil es frühe Prävention bietet und eine altersgerechte Betreuung umgesetzt wird. Das Projekt in Dänemark zeigt, dass man damit die Zahl der Krankenhaus- und Heimeintritte und die Medikamentierung der Personen drastisch reduzieren konnte, womit man letztlich x Millionen gespart hat. Zudem ist die Zufriedenheit und Gesundheit der Personen markant gestiegen, was ebenfalls, individuell und strukturell, hohe Kosteneinsparungen zur Folge hatte und erst noch zu einer Entlastung der Angehörigen geführt hat.

Deshalb bitte ich Sie, diese Motion anzunehmen und für eine durch den Bund unterstützte, innovative Altersbetreuung zu stimmen, damit mehr selbstbestimmtes Leben im Alter möglich ist und erst noch x Millionen eingespart werden können. [PAGE 769]

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