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preparatory:AB 45919

Teuscher Franziska · Nationalrat · Bern · Grüne Fraktion · 2004-10-07

Wortprotokoll

Bei meiner Motion hat sich zumindest etwas geändert, seit der Bundesrat sie beantwortet hat: Die Gelder im Natur- und Umweltschutz fliessen immer spärlicher; dieses Parlament kürzt zunehmend Kredite für den Umweltschutz. Deshalb bin ich der Überzeugung, dass mit meiner Motion hier etwas Abhilfe geschaffen werden könnte. Diese Motion basiert auf dem Verursacherprinzip. Ich möchte nämlich, dass die für Landschaftsschäden Verantwortlichen auch ein bisschen zur Kasse gebeten werden.

Ich weiss nicht, wer von Ihnen in den Bergen zu Fuss unterwegs ist. Bei der Motion Aeschbacher haben sich vorhin viele in diesem Saal als Bergfreunde, als Naturfreunde geoutet. Ich denke, alle, die im Sommer in den Bergen zu Fuss unterwegs sind, wissen, wovon ich spreche. Skipisten hinterlassen Narben in der Landschaft. Skipistenplanierungen sind wohl nicht das, was wir unseren Touristen verkaufen möchten. Ich gebe gerne zu, ich bin keine Gegnerin, sondern sogar eine vehemente Anhängerin des Skisportes. Ich gehe jeden Winter gerne Ski fahren. Aber ich denke, auch die Skifahrer müssen sich bewusst sein, dass sie die Landschaft massiv belasten.

Mit meiner Motion verlange ich, dass man ein Inventar der Landschafts- und Umweltschäden erstellt, welche durch den Bau von Skipisten sowie deren Betrieb entstanden sind. Denn es ist ja nicht so, dass nur der Bau von Skipisten Spuren hinterlässt, sondern auch der Betrieb von Skipisten hinterlässt Spuren. Dieses Inventar würde die Basis für weitere Schritte bilden, damit man diese Schäden auch beheben kann. Auf diesen Vorschlag folgt normalerweise die Bemerkung: Das Anliegen ist zwar gut - aber wer soll das bezahlen?

Hier schlage ich vor, auf den Tageskarten und auf den Wochenabonnementen von Seilbahnen und Skiunternehmen eine massvolle Abgabe zu erheben, um diese Schäden an Skipisten zu beheben. Man kann nicht sagen, die vorgeschlagene Massnahme sei asozial, weil zu teuer: Es würde aus meiner Sicht genügen, wenn wir die Tageskarten, die gegenwärtig 45 bis 50 Franken kosten, um 50 Rappen verteuern würden. Wenn wir die Wochenabonnemente, die 150 bis 200 Franken kosten, um 5 Franken verteuern würden, würden wir damit genügend Geld erhalten, um all die Schäden, die der Landschaft durch den Skisport erwachsen, zu beheben.

Es wird auch immer wieder gesagt, wir müssten in den Randregionen Arbeitsplätze schaffen. Ich denke, meine Motion wäre ein sinnvoller Beitrag dazu. Wintersportorte boomen ja im Winter; im Sommer gibt es dort eher eine Beschäftigungslücke. Die Leute, die Bauern der Region, die im Winter für den Betrieb von Skiliften und Seilbahnen verantwortlich sind, könnten im Sommer mit der Behebung der Schäden betraut werden, welche durch die Skifahrer verursacht worden sind.

Mein Anliegen ist nicht gar so abwegig, wie Sie vielleicht denken. Der Tourismusort Zermatt, der als "Welttourismusort in der Schweiz" gilt - ich denke, zu Recht -, hat freiwillig ein solches Schadeninventar erstellt und wird jetzt auch freiwillig diejenigen Schäden, die durch den Skisport entstanden sind, beheben. Das ist ein guter Ansatz; wir müssen jedoch sicherstellen, dass das überall gemacht werden kann.

Noch kurz zur Antwort des Bundesrates: Ich bin von dieser Antwort eigentlich sehr enttäuscht. Ich gehe davon aus, dass wahrscheinlich Herr Bundesrat Leuenberger selber nicht so viel in den Bergen unterwegs ist, denn sonst wäre seinem wachsamen Auge wohl auch nicht entgangen, dass es Schäden gibt, die von Skipisten herrühren.

Der Bundesrat schreibt, bereits nach heutigem Gesetz seien die Betreiber zuständig und sie müssten Massnahmen ergreifen. Es nützt nichts, wenn wir das im Gesetz festschreiben und wenn es nicht vollzogen wird. Vielfach möchte man es vollziehen, aber das Geld dazu fehlt. Und das Geld fehlt je länger, je mehr im Umweltbereich. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass es massvoll wäre, die Tageskarten zum Skifahren um 50 Rappen und die Wochenabonnemente um 5 Franken zu verteuern, damit wir endlich Geld hätten, um all die manifesten Landschaftsschäden, die man beim Bergwandern feststellt, zu beheben.